Ein Zitat
"Möwen sind nicht zu überhören. Ihre lauten, typischen Rufe zaubern sofort maritimes Flair. Im Sommer hört man sie überall – an Stränden und in Häfen." Aus einem Podcast-Beitrag aus Dornum von Marlene
Fotos © Jörg Niederer
Hingesehen
Möwen sehen alle gleich aus. Gut, da sind kleinere und grössere. Gelegentlich haben sie einen schwarzen oder braunen Kopf. Doch gerade im Winter gleichen sie sich sehr. Das ist genau die Zeit, in der sie bei uns in der Schweiz sind.
Ein Beispiel. Am Sonntag nahm ich an einer Wasservogelexkursion teil mit dem Möwenspezialisten Stephan Trösch. An einer Stelle am Steinacher Bodenseeufer sass in einiger Distanz vom Ufer eine Grossmöwe. Anhand dieser Möwe erklärte der Experte ausführlich, warum es sich um eine Steppenmöwe und nicht um eine Silbermöwe handelt. Zugleich meinte er, um sie wirklich sicher bestimmen zu können, müsse man die ausgebreiteten Flügel sehen können.
Einige Zeit später flog die Möwe auf, und liess ihren Ruf ertönen. Während sie das tat, meinte Stephan Trösch, nun habe er sich blamiert, es sei nun doch eine Silbermöwe.
Grund, dass die Bestimmung von Möwen hohe Kunst ist, liegt daran, dass manche Möwen im 2. Jahr erwachsen werden, andere erst im 3. oder gar 4. Jahr. Eine Vierjahresmöwe wechselt im Verlauf dieser vier Jahre achtmal ihr Aussehen. Dabei geht es um Nuancen. Hinzu kommen noch Unterschiede, je nach dem, woher eine Möwe ursprünglich kommt. Das nun ist Grund, dass viele Vogelkundler gar nicht erst versuchen, Möwen zu bestimmen.
Eine Steppenmöwe gab es dann doch noch zu bewundern, auch im Flug.
Grossmöwen sind heutzutage seltener geworden an den Seen der Schweiz. Durch die Klimaerwärmung finden sie weiter nördlich ihre Ruheplätze. An der Exkursion konnten wir aber doch fünf verschiedene Möwenarten beobachten. Nebst den schon erwähnten kamen noch die Mittelmeermöwe, die Lachmöwe und die Sturmmöwe hinzu. Auch zu entdecken, jedoch weit draussen auf dem See unter Trupps von Schwarzhalstauchern war noch ein Ohrentaucher und ein Rothalstaucher.
Auf der Webseite von Stephan Trösch finden sich einige Impressionen von der Exkursion.
Jörg Niederer
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