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Sonntag, 11. Januar 2026

Glaubensfreiheit

Ein Zitat

Ausschnitt aus einem Glasfenster in der Herz-Jesu-Kirche in Oerlikon. Die Speisung der 5000. Jesus teilt Brot und Fisch aus.
Foto © Jörg Niederer
"Joschija war acht Jahre alt, als er König wurde. 31 Jahre regierte er in Jerusalem. Er tat, was dem Herrn gefiel, und folgte ganz dem Vorbild seines Vorfahren David." Bibel, 2. Chronik 34,1+2

Hingesehen

Zuerst in eigener Sache. Heute Abend bin ich Gastredner im Abendgottesdienst von EMK Young Züri Oberland. Um 19.00 Uhr gibt es Worship in der Evangelisch-methodistischen Kirche an der Bahnstrasse 31 in Uster. Ich werde über die Sozialen Grundsätze aus autobiografischer Perspektive reden. Nach 27 Jahren Mitwirkung an diesem bedeutenden ethisch-kirchlichen Grundlagentext traue ich mir zu, dazu Wesentliches sagen zu können.

Nun wieder die üblichen sonntäglichen Gedanken zum obigen Bibelvers.

Ein Achtjähriger auf dem Königsthron. Wenn da nicht auch noch andere im Hintergrund die Fäden gezogen haben. In der damaligen Zeit waren etwa die Königsmütter bedeutende Persönlichkeiten und hatten viel zu sagen.

Wie auch immer: Joschija war sehr jung, als er zu regieren begann. Ein Kind, das Massstäbe setzte. Das Urteil des Chronikschreibers über ihn war: "Er tat, was dem Herrn gefiel". Im Folgenden wird präzisiert, wann Joschija den Glauben seiner Väter bewusst angenommen hatte: "Im achten Jahr seiner Königsherrschaft... fing er an, nach dem Gott seines Vorfahren David zu fragen." (2. Chronik 34,3). Von da an soll er alles getan haben, um diesem einen Glauben zum Durchbruch zu verhelfen.

Was Joschija tat bei der religiösen Säuberung seines und der angrenzenden Länder widerspricht den heutigen Vorstellungen von Religionsfreiheit. Die Sprengung der Buddhastatuen im Bamiyantal (Afghanistan) durch die Taliban oder die Zerstörung der Marabu-Mausoleen durch die Ansar al Islam in Mali sind Beispiele aus jüngerer Zeit. 

Wären die Babylonier bei der Eroberung von Joschijas Königreich Juda später ebenso radikal gegen den ihnen fremden Glauben der Israeliten vorgegangen, gäbe es heute kein Israel und hätte es nie ein Christentum gegeben.

Das sollte uns nachdenklich machen. Mein persönlicher Glaube mag so sein, wie das Land nach der Säuberung des Joschija. Da hat kein fremder Gott Raum in meinem Denken und Glauben. Christus allein soll mein Leben prägen.

Aber in der Gesellschaft darf es keine Vertreibung von Andersgläubigen geben. Vielmehr sollen wir ihnen Zeugnis sein für Gottes Liebe. Das kann man nicht tun, indem man die Ausdrucksformen ihres Glaubens verbietet oder zerstört. Oder würden Sie den Menschen vertrauen, die Sie in der Ausübung Ihres Glaubens behindern?

Jörg Niederer

Sonntag, 4. Januar 2026

Raus aus dem Schlamassel

Ein Zitat

Natürlich in Farbe der Kirchenfenster getauchter Christbaum in der Herz-Jesu-Kirche Oerlikon.
Foto © Jörg Niederer
"Er [Gott] zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann..." Bibel, Psalm 40,3

Hingesehen

Schon vor dem Sturm Lothar war der Weg hinunter ins Tal weitgehend zugewachsen. Nach dem Unwetter waren auch noch die letzten existenten Abschnitte unter umgestürzten Bäumen begraben. Ich versuchte trotzdem den Abstieg und landete prompt in einer wirklich morastigen Grube. Erst 30 Minuten später stand ich erschöpft wieder oben auf sicherem Grund. 30 Minuten, die mich ausser Atem gebracht und meine Kleidung braunmatschig gefärbt hatten. Als hätte sich der Himmel gegen mich verschworen, klatschte nur kurze Zeit später eine tote Taube nur wenige Zentimeter neben mir auf den Boden. Fast wäre ich dem Schlammtod entronnen von Federn erschlagen worden.

Wie sieht deine "grausige Grube" aus? Ist es eine seit Jahren vertrackte Beziehung? Ist es die Arbeit, oder das Fehlen von Arbeit? Sind es Altlasten aus der Kindheit? Wie oft hast du dich schon fast freigestrampelt, um dann doch wieder hinunter zu rutschen in die zähe Brühe?

Gib nicht auf! Nimm dir den obigen Bibelvers als bare Münze: Gott zieht dich herauf! Also auf zum nächsten Versuch!

Zum Foto: Noch ist die Weihnachtszeit für einen Teil der Christenheit nicht vorbei. Da ist ein durch Kirchenglasfenster natürlich erleuchteter Weihnachtsbaum immer noch sehr passend.

Nicht vergessen: Morgen bin ich "Wiborada" [mehr dazu im Blogbeitrag von gestern!] in der Zelle bei der St. Mangenkirche an der Kirchgasse 17 [Wegbeschreibung] in der Stadt St. Gallen. Wer zu Besuch kommt, bekommt von mir einen Stern (er muss ja nicht deinen Namen tragen) oder ein Herz (nicht meines, aber ein feines). Sehen wir uns morgen Montag bei Wiborada in St. Gallen?

Jörg Niederer

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