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Mittwoch, 18. März 2026

Predigtplatz im Nirgendwo

Ein Zitat

In einem unscheinbaren Wohnhaus in der Agglomeration von Luzern befand sich einst ein methodistischer Predigtplatz.
Foto © Jörg Niederer
"Mir ist es nur selten gelungen eine Gelegenheit wahrzunehmen, bevor es keine mehr war." Mark Twain (1835-1910)

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Ein Wohnhaus, wie es viele gibt. Auf zwei Stockwerken vier Wohnungen. Der Ort, irgendwo im weiteren Umfeld der Stadt Luzern. Hier stehen nur noch wenige ältere Häuser, wie dieses. Rundherum sind markante Wohnüberbauungen entstanden. Der Dorfkern ist nicht fern. Ein Coop, einige kleinere Läden, ein Bistro, eine Baustelle, nichts besonderes.

In diesem Wohnhaus in einer der Wohnungen befand sich einst ein Predigtplatz der Evangelisch-methodistischen Kirche. Den Raum zur Verfügung gestellt hatten Privatpersonen. Das ist, wie auch die Arbeit in Luzern (Siehe Beitrag vom 12. März 2026), längst Geschichte.

Dass es wirklich auch so war, davon kann man in Verzeichnissen älterer Konferenzverhandlungen lesen. Die so genannten "Jährlichen Konferenzen" findet bis heute jährlich einmal während 3-4 Tagen statt. Dann wird auch Buch geführt, eine Statistik der Mitglieder erhoben und die Wirkorte festgehalten. Auf dem Arbeitsfeld Luzern gab es im Jahr 1981 nebst der Kapelle in Luzern noch vier weitere Orte des Wirkens. Weitherum in der Schweiz traf man sich in Schulhäusern, auch Gemeindehäusern, in Hotels und Restaurants, in Altersheimen, in Fabriken und Verwaltungszentren und eben auch in Privathäusern. Nach und nach sind diese "Aussenstationen" verschwunden. Die Zeiten haben sich geändert. Es geht nicht mehr darum, in jedem grösseren Dorf eine kleine Glaubensgemeinschaft zu unterhalten. Kräfte werden gebündelt, die Kirche konzentriert sich auf wenige zentrale Standorte. Die Mobilität macht es möglich. Nicht mehr der Prediger, die Predigerin reisen zu den Gläubigen. Es sind die Gläubigen, die zu den Kapellen reisen, auch einmal 50 Kilometer, mit dem Privatauto oder dem öffentlichen Verkehr.

Geblieben sind mancherorts die Hauskreise. Diese finden immer noch in Privaträumen statt. Da treffen sich 5-10 Menschen zu Gesprächen über Texte der Bibel, über Kirche und Gesellschaft. Dazu braucht es selten eine Pfarrperson. Selbst ist heute die Christin, der Christ. Gut so.

Wie es weitergehen wird mit den Kirchen, mit der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz, wir werden es sehen. Leicht haben sie es nicht mehr.

Jörg Niederer

Mittwoch, 18. Februar 2026

Wieviel Nächstenliebe wollen wir uns leisten?

Ein Zitat

Konfettischlacht an einem Fasnachtssamstag im Bahnhof Aarau.
Foto © Jörg Niederer
"In der Nächstenliebe gibt es kein Übermass." Francis Bacon (1561–1626)

Hingesehen

Mit dem Aschermittwoch endet die Fasnacht. Die letzten Konfettischlachten sind geschlagen, die Masken werden wieder an die Wand gehängt und Aschenkreuze auf Stirn und Hände gezeichnet.

Das ist ein untrügliches Zeichen dass ein Traditionsanlass in St. Gallen für den Tag nach Aschermittwoch vor der Tür steht. Der "Ethik-Talk in der Stadt"; in diesem Jahr zum Thema: "Wieviel Nächstenliebe wollen wir uns leisten?".

Gut, ich gebe zu, das ist noch eher ein Geheimtipp, doch in den vergangenen Jahren setzte sich das Publikum doch jeweils aus 70-100 Personen zusammen.

Als Referenten eingeladen wurden Kevin Loosli, Präsident der Jungen SVP Kanton St.Gallen und Dr. Rolf Bossart (SP), Präsident des katholischen Kirchgemeindeparlaments der Stadt St. Gallen. Moderatorin Verena Birchler musste aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen, so dass nun Maria Bienentreu und Jörg Niederer ihre Aufgabe übernehmen.

Flyer zum Ethik-Talk in der Stadt St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
In einem Land, das sich traditionell als christlich versteht, muss sich auch Politik und Gesellschaft die Frage gefallen lassen, wie sehr man sich den christlichen Werten und der Nächstenliebe noch verpflichtet fühlt. Darüber werden sich die beiden Referenten in je einem 10-minütigen Vortrag positionieren. Danach gibt es eine Diskussionsrunde, bei der auch das Publikum mit einbezogen wird.

Organisiert wird der Anlass von der Christliche Sozialbewegung KAB SG und der Ökumenische Kommission GFS der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen SG/AR/AI.

Der Anlass findet am Donnerstag, dem 19. Februar 2026 um 19.30 Uhr im Festsaal St. Katharinen statt an der Katharinengasse 11 in St.Gallen. Abgerundet wird der Abend mit einem kleinen Apéro.

Hier kann man sich den Flyer dazu herunterladen.

Jörg Niederer

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