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Sonntag, 15. Februar 2026

Genährte Erwartungen

Ein Zitat

"Was wir essen, hat aber keine Auswirkung auf unser Verhältnis zu Gott. Es bringt uns keinen Nachteil, wenn wir etwas Bestimmtes nicht essen. Und umgekehrt haben wir auch keinen Vorteil, wenn wir es essen." Bibel: 1. Korinther 8,8

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Jemand hat an die hölzerne Umzäunung vom Brügglifeld-Stadion in Aarau "MARANA THA" geschrieben.
Foto © Jörg Niederer
Zum Foto: Brügglifeld, in die Jahre gekommenes Stadion des Challenge-League-Fussballclubs FC Aarau. Jemand hat an die hölzerne Umzäunung mit weisser Farbe auf schwarzen Grund "MARANA THA" geschrieben. "Unser Herr komm!". Ist das nun eine verzweifelte Bitte eines Fussballfans um Hilfe für den Wiederaufstieg. Oder ist es eine Bitte um Christi Wiederkunft, damit die Rangierung eines Fussballclubs zur Nebensache werden kann? Aktuell ist Aarau auf dem zweiten Platz. Das wäre doch eine recht gute Ausgangslage.

Ich wechsle ausgehend vom obigen Zitat aus der Bibel zum Thema Essen:

Das ist doch einmal ein Wort für unsere Welt, in der sich immer wieder so viel ums Essen dreht. Locker füllt sich so eine Blogbeitrag mit Begriffen zur Nahrungszuname und Speise. Einige Beispiele: Esstempel, Bulimie, Starkoch, natürliche Küche, Döner-Laden, Snack, Dampfgaren, Fingerfood, Gault-Millau, Magenband, Hunger, "kleiner Hunger", vegetarisch, makrobiotisch, Lebensmittelzusatzstoffe, Masttierfarmen, Lebensmittelimporte, Warenumsatzbörse, Ackerland, Völlerei (eine Todsünde), Diät, Übergewicht, gesunde Ernährung, Blähungen ("Erkenntnis bläht auf…" 1. Kor. 8,1) ...

Endlich einmal sagt einer ein gewichtiges Wort in dieser über- und unteressbelasteten Welt. Speisethemen mögen zwar allgegenwärtig sein. Aber in einer Hinsicht spielen sie keine Rolle: "Was wir essen, hat aber keine Auswirkung auf unser Verhältnis zu Gott". Bei Gott wird kein Body-Mass-Index abgefragt, bevor er dich seiner Liebe versichert. Fettabsaugen ist keine Voraussetzung, dass du bei Gott durch die Tür treten darfst. An seinem Festbankett sind nicht nur Gourmets willkommen, die Zuchtlachs von Wildlachs am Geschmack unterscheiden können. Mit Hungerstreik kannst du bei Gott nichts erzwingen. Das ist auch gar nicht nötig. Ob du beim Essen kleckerst oder perfekte Tischmanieren hast, ändert nichts an der Einstellung von Gott zu dir.

Keine Essgewohnheit bringt dich näher zu Gott oder trägt dir ihre Verachtung ein. Denn bei Gott bist du nicht, was du isst. Bei Gott bist du - ganz ohne dass du etwas schlucken müsstest - bedingungslos angenommen.  Genau daran werde ich beim meinem nächsten Bissen denken.

Jörg Niederer

Samstag, 14. Februar 2026

Herumstocherer

Ein Zitat

In der Bucht bei Arbon suchen Bekassinen im seichten Wasser nach allerlei Getier.
Fotos © Jörg Niederer
"Arbeit ist schwer, ist oft genug ein freudloses und mühseliges Stochern; aber nicht arbeiten – das ist die Hölle."
Thomas Mann (1875-1955)

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Noch ein Vogel, der sich bevorzugt im seichten Schlickwasser an Seen und Flüssen aufhält: die Bekassine. In der Bucht von Arbon haben sie ihre Scheu vor den Menschen weitgehend abgelegt und suchen unbefangen nach Nahrung. Es ist ein Trupp von etwa 10-15 Vögel, die da mit ihren langen, geraden Schnäbeln nach allerlei Getier im Schlick und Erdreich suchen. Während der Grosse Brachvogel (Siehe Beitrag vom 13. Februar 2026) seine Beute vor allem mit dem Gehör aufspürt, weisst der Schnabel der Bekassinen einen beweglichen vordersten Teil auf, mit dem sie die Beute im Untergrund erspürt und ergreifen können.

Auch die Bekassine ist eine Limikolenart. Dazu zählt man die Watvögel, sowie Regenpfeifer und ihre Verwandten. Also Vögel, die ihre Nahrung im Schlamm watend suchen und finden.

In der Schweiz sind Bekassinen, bis auf etwa zwei Monate von Mitte Mai bis Mitte Juli ganzjährig zu finden. Allerdings gibt es weniger als 100 Bruten bei uns. Grund ist der Lebensraumverlust durch Landwirtschaft und Siedlungsdruck, sowie der Mangel an ausreichender Nahrung.

Jörg Niederer

Freitag, 13. Februar 2026

Der Tyrannosaurus der Regenwürmer

Ein Zitat

In der Bucht bei Arbon sucht ein Grosser Brachvogel im seichten Wasser nach allerlei Getier.
Foto © Jörg Niederer
"Langeweile ist so etwas wie die notwendige Brache für die Felder. Wir sind dauernd online, das heisst: wir werden überdüngt." Elmar Schenkel (*1953)

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Über den Grossen Brachvogel habe ich andern Orts schon einmal geschrieben. Dabei handelt es sich um einen Vogel in der Grösse einer Rabenkrähe. Rund 1000 dieser stattlichsten Limikolen überwintern rund um den Bodensee. Sie ernähren sich von allerlei Getier im Schlick. Aber ebenso gern suchen sie in den Wiesen nach Würmern. Vogelkenner Stephan Trösch erzählte uns an der Wasservogelführung vom vergangenen Sonntag, er habe einmal wissen wollen, wie viele Würmer all die Grossen Brachvögel innerhalb eines Tages vertilgen. So beobachtete er einen Schwarm, und stellte dabei fest, dass jedes Tier so 4 Regenwürmer pro Minute verspeist. Ein Regenwurm wiegt 1,1 bis 2 Gramm. Geht man davon aus, dass die Brachvögel pro Tag so 4 Stunden auf den Wiesen bei der Nahrungssuche verbringen, dann kann man leicht ausrechnen, was an Regenwurmmasse durch sie vertilgt wird. 4 Regenwürmer mal 60 Min mal 4 Stunden mal 1000 Vögel mal durchschnittlich 1,5 Gramm Regenwurmmasse ergibt pro Tag 1,44 Tonnen.

In Arbon am Bodensee kommt man den Vögeln recht nahe; eben auch diesem Grossen Brachvogel. Mit seinem leicht gebogenen langen Schnabel ist er unverwechselbar. In diesem Jahr habe ich ihn schon auf beiden Seiten des Zürichsees gesehen, und eben auch am Bodensee. Dort in Arbon wird er allerdings, auch wenn er sich nahe am Ufer aufhält, von den meisten Flaneur:innen übersehen. Doch wer Augen hat zum Sehen, der gehe hin und sehe!

Jörg Niederer

Donnerstag, 4. September 2025

Nützlicher Gemeiner Efeu

Ein Zitat

Efeudolde im Gegenlicht.
Foto © Jörg Niederer
"Pläne die Luft und das Wasser, die Wildnis und Natur zu beschützen, sind auch Pläne, den Menschen zu beschützen." Stewart Udall (1920-2010)

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Der Zitronenfalter überwintert gerne im Innern eines Efeudickichts. Dort verharrt er in Kältestarre mit geschlossenen Flügeln. Dabei gleich er einem Efeublatt, das entlang des Stils gefaltet wurde. Seine leicht grünliche Flügelaussenfläche macht die Illusion perfekt. Der Falter ist bestens getarnt und mit Frostschutzmittel im Blut zudem winterhart.

Efeu ist eine ideale Versteck- und Futterpflanze. Da der Efeu erst im Herbst blüht, sind diese Pflanzen bei allerlei Insekten sehr beliebt. Die dunkelblauen Beeren sind ab Januar bis April in einer Zeit mit wenig Vogelnahrung besonders wichtig. Efeu schadet entgegen landläufiger Meinung den Bäumen, an denen er hochwächst, nicht. Auch ist er kein Schmarotzergewächs. Daher sollte er nicht entfernt werden. Wird er trotzdem abgetötet, kann an zuvor durch den Efeu beschatteten Stämmen die Rinde Sonnenbrand bekommen.

In der christlichen Symbolik steht Efeu für die Unsterblichkeit und spiritueller Widerstandskraft. Er wechselt über die Jahre seine Blattform. Sie wird herzförmig. Da wünscht man sich, dass auch die Menschheit sich über die Jahre verändert, so dass Herz und Liebe eine immer grössere Rolle spielen.

Übrigens: Wer auf dem Laufenden bleiben will über die Beiträge in diesem Blog, kann sich in die WhatsApp-Gruppe NichtNurNatur eintragen.

Jörg Niederer

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