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Samstag, 15. August 2026

Wasserfreude

Ein Zitat

Oben: Seehund im Tierpark Dählhölzli in Bern. Unten: Gewitterregen am Bahnhof Spiez.
Fotos © Jörg Niederer

"Es war einmal ein Mann der gung / In eines Flusser Niederung / Der Tanz der grünlich krausen Wellen / Tat seines Geistes Licht erhellen."
Kurt Schwitters (1887-1948)

Entdeckt

Eben noch war ich ein wenig neidisch auf die Seehunde im Tierpark Dählhölzli in Bern, die sich auf dem Grund des Beckens vor der Hitze und Sonne in Sicherheit bringen konnten, und nur gelegentlich mal kurz auftauchten und aus dem Wasser nach uns schweissgebadeten Zoobesuchenden schauten. Natürlich galt der Neid auch all den Menschen, die die Aare hinunter durch die Stadt Bern schwammen. Mangels Badehosen und bedingt durch ein anderes Ziel konnten wir uns nicht in gleicher Weise erfrischend treiben lassen.

Ein Tag später dann nach einer Beisetzungsfeier überraschte uns ein Gewitter am Bahnhof Spiez. Zum ersten Mal seit einigen Wochen spürte ich wieder Regentropfen. War das schön und erquickend. Laut den Meteorologen soll es in den kommenden Wochen wieder kühler werden und vermehrt Gewitter geben. Doch das helfe nicht, die Wasserspeicher aufzufüllen. So erzählte einer der Bergler an der Beisetzungsfeier, dass sie ein Schreiben von der Wassergenossenschaft erhalten hätten, in dem sie zum Wassersparen aufgefordert worden seien. Wassersparen wird wohl noch bis zum nächsten tagelangen Dauerregen ein bleibende Aufgabe sein. Bis es soweit ist, wird wenigstens der Schweiss weiter fliessen.

Jörg Niederer

Donnerstag, 25. Juni 2026

Dem Schatten nach

Ein Zitat

Über der Strasse aufgehängte Schirme zeichnen in Olten ein Schattenmuster auf den Asphalt.
Foto © Jörg Niederer
"Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele. Der Himmel war weiss gefleckt; wenn man von der Sonne recht schön angebraten war, kam eine Wolke, ein leichter Wind lief daher…" Kurt Tucholsky (1890-1935)

Entdeckt

Die einen legen sich kaum bekleidet bewusst an die pralle Sonne, die andere suchen den Schatten der Bäume. Die einen arbeiten in der Hitze des Sommertags, die andern geniessen in der Mittagszeit eine Siesta im klimatisierten Hotelzimmer. Die einen leben jenseits der 30 Grad Celsius auf, die andern kühlen sich so oft es geht in den Brunnen der Stadt ab.

Es ist Sommer. Die Anzeige des Thermometers erreicht fiebrige Höhen. Da suche ich die Schattenseite, schleiche entlang der Häuser, weiche der Einstrahlung der Sonne wo immer möglich aus. In Olten und auch in anderen Städten hängen Schirme über der Strasse. Sie zeichnen ein Muster aus Schatten und Licht. Wer darüber geht, wechselt in schneller Folge vom Licht in den Schatten, vom Licht in den Schatten, vom Licht in den Schatten. Licht und Schatten, immer ist beides da. Scheint die Sonne nun unbarmherzig auf die Erde herab? Sie, die Leben erst möglich macht auf diesem Planeten. Ist es unbarmherzig, dass die Sonne Leben schafft, aber auch nimmt. In diesen heissen Tagen nimmt die Sterblichkeit zu.

Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, während ich die Schattenspuren suche auf meinem Weg, während ich die Schatteninseln geniesse, um mir dazwischen im heissen grellen Licht den Schweiss aus den brennenden Augen und von der nässenden Stirn zu wischen.

Wie geht es dir an diesen Sommertagen?

Jörg Niederer

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