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Montag, 20. Juli 2026

Fütterung der Vögel

Ein Zitat

Infoboard und Notiz zum Vogelfüttern in einer Seitengasse von Huttwil.
Foto © Jörg Niederer
"Narren wachsen unbegossen." Deutsches Sprichwort

Entdeckt

Huttwil. Durchgang zwischen Coop-Einkaufszentrum und Restaurant Bahnhof. Das Infoboard ist zugestellt mit parkierten Autos. Ich frage mich, wer es beachtet an diesem düster wirkenden Ort. Mir fällt es auch nur auf wegen des Zettels darüber. "Das Vogelfüttern auf dem Areal des Restaurant Bahnhof ist untersagt", steht da in grammatikalisch nicht ganz korrekter Schreibweise. Genitiv ist schwer. Der Ort des Anschlags am Fensterladen des Hotels in dieser Seitengasse ist so seltsam wie der Inhalt. Gibt es hier eine Vogelplage? Haben sich Autofahrer hier getroffen, um Vögel zu füttern? Ich sehe nichts Geflügeltes an diesem unwirtlichen Ort, nicht einmal die obligaten Spatzen. Gab es sie einst zahlreich an dieser Lokalität? Sind sie nicht mehr da, weil das Füttern verboten und folglich nichts mehr zu holen ist?

Auf dem Touchscreen darunter wir just in dem Moment die Werbung für die Vogel Trockenbaumontage GmbH eingeblendet. Damit hat das Fütterungsverbot wohl nichts zu tun. Lustig ist es trotzdem, die beiden Botschaften zu verbinden. Wie sieht es aus mit den Mitarbeitenden der Vogel Trockenbaumontage GmbH? Dürfen die im Hotel Bahnhof gefüttert werden? Oder müssen sie sich andernorts verpflegen lassen?

Übrigens: nur 50 Meter weiter steht die einstige Kapelle der Methodisten. Dort haben die Vögel gesungen. Dort ist das Füttern auch nicht verboten. Dort ist es auch nicht so abseitig düster. Dort liegt Musik in der Luft.

Jörg Niederer

Montag, 13. Juli 2026

Irritationen

Ein Zitat

Entflogener Nymphensittich in Frauenfeld
Foto © Jörg Niederer
"Ich habe nie geheiratet, weil ich drei Haustiere zu Hause habe, die den gleichen Zweck erfüllen wie ein Ehemann. Ich habe einen Hund, der jeden Morgen knurrt, einen Papagei, der den ganzen Nachmittag flucht und eine Katze, die spät in der Nacht nach Hause kommt." Marie Corelli (1855-1924)

Entdeckt

Erst flogen die Mauersegler nicht wie erwartet um die Nester am Backsteinhochhaus. Dann sang ein Buchfink, als wäre er ein Gartenrotschwanz. Während ich den Irritator fotografierte, strich mir eine schwarze Katze von links um die Beine. Auch hörte ich eine Hohltaube, konnte sie aber nirgends entdecken. Später dann tauchten die Mauersegler doch noch auf, und ich konnte die Einflüge in die Kunstnester beobachten. Damit war mein Beitrag bei der diesjährigen Zählung der Mauerbrüter abgeschlossen.

Doch die grösste Überraschung und Irritation gab es auf dem Heimweg, als ein laut rufender Vogel seine Runden drehte. Im Halbdunkel sah es aus, als würde der Turmfalke wieder den Mauerseglern nachstellen. Doch irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Als er sich gut sichtbar in eine Birke setzte, war das Elsternpaar wenig amused über den seltsamen Vogel, der sich als entflogener Nymphensittich herausstellte. Der vertriebene Kakadu seinerseits flog jeweils eine Runde und landete dann wieder bei den Elstern im Baum, was zu erneuten Annäherungen und Vertreibungen führte. Fremde haben es in der Schweiz nicht leicht.

Dem Aussehen nach handelt es sich um einen weissköpfigen Nymphensittich. Einfangen wird wohl schwierig. Wer gibt schon gern gewonnene Freiheiten wieder auf.

Jörg Niederer

Donnerstag, 2. Juli 2026

Im Felsen stochern

Ein Zitat

Oben: Weibchen des Mauerläufers. Unten: Wahrscheinlich ein Mauerläufer-Männchen im Strassentunnel.
Fotos © Jörg Niederer
"Wenn dir ein Fels vom Herzen fällt, so fällt er auf den Fuß dir prompt! So ist es nun mal auf der Welt: ein Kummer geht, ein Kummer kommt…" Heinz Erhardt (1909–1979)

Entdeckt

Mauerläufer sind beliebt unter Ornitholog:innen. Das gilt zwar für alle Vögel, doch wird der Mauerläufer entdeckt, ist das besonders schön. Der Bergvogel ist ein Vertikalzieher. Im Sommer niestet und lebt er in grossen Höhen. Im Winter, wenn dort alles unter einer hohen Schneedecke verschwindet, kann man ihn auch im Schweizer Mittelland antreffen. Mit seinem an ein Pinzette erinnernden langen Schnabel stochert er in den Spalten der Felsen nach allerlei Getier. Dabei bevorzugen Mauerläufer eher feuchtere Stellen am Fels. Ihre Nester bauen die mit ihren karminrot aufleuchtenden Flügeln an Schmetterlinge erinnernde Vögel in spaltenreichen Felsen oder auch einmal in einem Naturstein-Tunnel.

Am Mattmark-Stausee können Mauersegler in den Felsen direkt beim Restaurant beobachten. Dort ist dann auch das obere Foto entstanden, während das untere den Mauerläufer in einer höhlenartigen Nische zeigt mit Futter im Schnabel für den Nachwuchs.

Jörg Niederer

Dienstag, 30. Juni 2026

Familienleben und Emanzipation

Ein Zitat

Steinschmätzer. Oben: Männchen. Unten: Der Nachwuchs.
Fotos © Jörg Niederer

"Nestwärme speichert sich im Herzen und wird zum Nährboden für Vertrauen in das Leben."
  Helga Schäferling (*1957)

Entdeckt

In diesem Jahr sehe ich auf den Bergen um Saas-Fee Steinschmätzer in grösserer Zahl (Siehe auch Beitrag vom 27. Juni 2026). Gestern mussten wir nur wenige Schritte von der Seilbahnstation Kreuzboden bergauf steigen, und schon standen wir mitten in einem fröhlichen Treiben. Herr und Frau Steinschmätzer suchten intensiv nach Futter. Dabei beobachteten sie uns mindestens so aufmerksam, wie wir sie. Das Männchen kam bis auf 5 Meter heran, um die seltsamen Gestalten mit ihren Spektiven zu betrachten. Offensichtlich wurden wir nicht als grosse Gefahr eingeschätzt. So erhörten sie die bettelnden Jungtiere, und brachten dem schon flüggen, aber noch daunenbekränzten Nachwuchs auch während unserer Anwesenheit alle paar Minuten das Essen "frei Mund".

Das Männchen war an diesem Morgen deutlich intensiver bei der Sache. Emanzipiert wie er ist, überliess er die Kinderverköstigung nicht allein seiner Partnerin. Ein Gewinn für die herumwuselnden Jungtiere. Sieht der junge Steinschmätzer auf dem Foto nicht etwas mürrisch aus? Dafür hat er aber wirklich keinen Grund. Er wird bestens vorbereitet auf den Ernst des Lebens, dort oben auf 2400 Metern über Meer.

Jörg Niederer

Montag, 29. Juni 2026

Gesichtsstreifen

Ein Zitat

Eine Zippammer sitzt auf einer Lärche, und beobachtet uns.
Foto © Jörg Niederer
"Gott gibt jedem Vogel Nahrung, aber er wirft es ihm nicht ins Nest." Josiah Gilbert Holland (1819-1881)

Entdeckt

Der gestrige Tag brachte viele Highlights. Etwas die unzähligen Edelweiss-Pflanzen entlang des Bergwegs. Oder dann die Alpen-Apollofalter, die gleich mehrfach vorbeisegelten oder auf der Vegetation sassen. Erstmals fotografieren konnte ich auch eine Klappergrasmücke. Doch hier soll ein anderes Vögelchen kurz vorgestellt werden: Die Zippammer.

Eine Zippammer ruft, wie es ihr Name sagt: Zip!. Sie hat eine nette Gesichtsbemalung und ist schwer zu lokalisieren. Angetroffen werden kann sich bei uns an Alpensüdhängen über 800 Metern. Der Grossteil von ihnen lebt ums Mittelmeer, im Nahen Osten und in Zentralasien. Weiter nördlich findet man sie noch in Deutschland. Wärmelieb wie sie sind, wollen sie sich wohl noch nicht nach Norden weiter ausbreiten. Schön auch, dass man sie in der Schweiz das ganze Jahr beobachten kann. Ich habe sie oberhalb von Saas-Almagell gesehen.

Jörg Niederer

Sonntag, 28. Juni 2026

Farbenpracht in der grauen Schweiz

Ein Zitat

Alpenbirkenzeisige sind farbenprächtige Vögel, die man vor allem im Gebirge antreffen kann.
Foto © Jörg Niederer
"Streue Farben in dein Leben, sie haben keine Kalorien und machen dazu noch glücklich." Herkunft unbekannt

Entdeckt

Am ersten Tag an der Bergvogelexkursion in Saas-Fee habe ich gleich drei neue Flaschenvögel gesehen. Also Vogelarten, die ich das erste Mal in der Schweiz fotografieren konnte. Flaschenvögel werden sie genannt, weil man in Ornitholog:innenkreisen für die Erstsichtung jeweils eine Flasche zu öffnet pflegt. Drei Flaschen sind in meinem Fall deutlich zu viel. Also habe ich es gelassen. Die Freude ist dennoch gross. Da wäre als Neusichtung die Bergschwalbe, der Gänsegeier (sehr weit oben über dem Schwarzmies), und der Birkenzeisig.

Hier bei uns sind es die Alpenbirkenzeisige, die in den Ästen der Kiefern herumturnen, gelegentlich auffliegen um eine Rund singen zurückzulegen, und dann wieder im Geäst der flechtenbehangenen Bäumen einzufallen. Sie sind leicht an den roten Stellen an Kopf und Brust zu erkennen. Für die Schweiz ganz schön farbenprächtige Vögel.

Im Winter hat es übrigens bei uns noch mehr von ihnen, weil dann auch einige aus dem Norden zu uns kommen, während viele, die bei uns den Sommer verbrachten und da die Jungen grossgezogen haben, auch im Winter hier bleiben.

Jörg Niederer

Mittwoch, 27. Mai 2026

Dinkelvogel

Ein Zitat

Eine Goldammer sitzt auf einem Pfosten im biologisch-dynamischen Rebbaugebiet am Iselisberg.
Foto © Jörg Niederer
"Sogar wenn der Vogel geht, fühlt man, dass er Flügel hat." Antoine-Marin Lemierre (1733–1793)

Entdeckt

Siebzehn Ammernarten gibt es in Europa. Gesehen habe ich schon die Rohrammer (den sprichwörtlichen Rohrspatz - siehe Beitrag vom 26. April 2022) und die Goldammer. Bei uns in der Schweiz kommen auch die Grauammer und der Ortolan vor. Letzterer gehört ebenfalls zu dieser Vogelgruppe. Alle weisen diesen für das Fressen von Getreidekörnern typischen, kurzen und kräftigen Schnabel auf.

Auf dem Foto zeigt sich die Goldammer in einer etwas atypisch gestreckten Form. Der in der Grösse spatzengrosse Vogel ist mit seinen gelben Federn eine echte Sehenswürdigkeit.

Die Goldammer ist die Ammer schlechthin. Denn das altdeutsche Wort Amero leitet sich von der Getreideart Emmer (altdeutsch: Amar) bzw. vom Dinkel ab. Die Goldammer ist der Dinkelvogel, der sich im Getreide aufhält, um sich dort von Körnern zu ernähren. Wie viele Vögel, die von Samen und Pflanzen leben, findet die Goldammer auch im Winter genug Nahrung. Sie kann also das ganze Jahr hindurch bei uns beobachtet werden.

In den Jahren 1870-1880 wurden verschiedene europäische Vogelarten in Neuseeland eingeführt, um dort Pflanzenschädlinge zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang kam auch die Goldammer auf die Inseln. Wie wir bereits wissen ist das ein Vogel, der sich vorwiegend von Körnern ernährt. Er entwickelte sich in Neuseeland zu einem invasiven Neozoen, der sich trotz der Versuche, sie wieder auszurotten, bestens entwickelt hat und heute dort heimisch ist.

Jörg Niederer

Mittwoch, 20. Mai 2026

Flügge

Ein Zitat

Eine gerade flügge gewordene Blaumeise sitzt auf meinem Finger, nachdem ich sie im Zimmer einfangen konnte, wohin sie sich verirrt hatte.
Foto © Jörg Niederer
"Der Adler frisst nicht aus dem eigenen Nest." Sprichwort

Entdeckt

Es geschah am vergangenen Freitagmorgen. Wie immer lüfteten wir die Wohnung, indem wir die Fenster etwa fünf Minuten lang offen stehen liessen. Das Fenster mit dem Blaueisennest darüber blieb natürlich zu. Wir hörten die Jungvögel bereits wie richtige Blaumeisen "schwätzen". Das hatten sie also schon gut gelernt. Bald würden sie ausfliegen.

Seltsamerweise rief einer der Jungvögel vom Bürofenster her, also von einem Ort, an dem wir die Blaumeise nicht erwarteten. Der Piepmatz war auch noch laut zu hören, als wir die Fenster schon längst wieder verschlossen hatten. Ich setzte mich im Büro an den Schreibtisch, da hörte ich Flattergeräusche. Ein Jungvogel hatte sich in die Wohnung verirrt. Erst setzte er sich auf den Drucker, dann verschwand er in einem Spalt hinter dem Kasten, auf dem der Drucker stand. Ich öffnete alle Fenster des Büro und schloss die Zimmertür. Irgendwann setzte sich das kleine Tier auf den Fensterrahmen, von oben bis unten mit Staub bedeckt, der an ihm hängen geblieben war von seinem Ausflug hinter den Kasten. Vorsichtig trat ich hinzu, und befreite ihn von dem lästigen Staubknäuel. Die junge Blaumeise dankte es mir, indem sie auf meinem Finger sitzen blieb. Keck schaute sie mich an und war offenbar ganz zufrieden mit der neuen Situation. Zwischenzeitlich hatten wir mit dem Tierchen das Fenster gewechselt, so dass es wieder nahe beim Nest war. Dort flog es dann auf, und landete in einem Baum, von wo es nach seinen Eltern rief, die sich auch sofort kümmerten.

Später am Abend beobachteten wir eine andere flügge gewordene Blaumeise, wie sie kopfunter am Rollladen beim Nest herumturnte.

Nun zwitschert es nicht mehr aus dem Nest heraus. Die Vögel sind ausgeflogen in eine Welt voller Gefahren für unerfahrene Jungvögel.

Dienstag, 19. Mai 2026

Entdeckt

Ein Zitat

Eine Blaumeise hat mich entdeckt. Nun beobachten wir uns gegenseitig.
Foto © Jörg Niederer
"Mohnköpfen bohrt sie mit Verstand / ein Löchlein in den Unterrand, / weil dann die Sämerei gelind / von selbst in ihren Schnabel rinnt." Wilhelm Busch (1832-1908), Gedicht "Die Meise"

Entdeckt

Eines Morgens bin ich mit der Kamera etwas näher zum Fenster gerückt, über und hinter dem die Blaumeisen ihre Jungen grossziehen. Der Sonnenstand war auch anders, und so kam es, dass mich die Altvögel entdeckten. Sie reagierten mit Warnrufen und flogen immer wieder weg, ohne zum Nest über dem Rollladenkasten hochzusteigen.

Natürlich zog ich mich sofort zurück, und die Situation beruhigte sich wieder.

Blaumeisen darf man nicht unterschätzen. So erzählt Wilhelm Busch in einem seiner Gedichte davon, dass sie die Mohnkapseln von unten anpickten, so dass die winzigen Samen ihnen direkt in den Schnabel rieselten. Und in Grossbritannien wurde beobachtet, wie sie die Folie über der Öffnung der Milchflaschen, welche der Milchmann vor die Haustür stellte, geschickt öffneten und so vom Rahm auf der Milch naschen konnten. Über wenige Generationen hinweg wurde die neue Technik an die ganze Population der Blaumeisen weitergegeben.

Jörg Niederer

Montag, 18. Mai 2026

Müllabfuhr

Ein Zitat

Eine Blaumeise mit Fäkalsack im Schnabel fliegt vom Nest über dem Storenkasten weg.
Foto © Jörg Niederer
"Ein Fäkalsack ist quasi die Windel der Vögel. Fäkalsack, auch Kotsack oder Kotballen, manchmal auch Kotbeutel genannt, ist genau das, wonach es klingt: Es ist die mit einer Membran überzogene Ausscheidung eines Jungvogels, der noch im Nest sitzt." Silke Hartmann 

Hingesehen

Durchschnittlich sechs bis acht Jungtiere ziehen Blaumeisen  pro Brut gross. Im Nest über dem Rollladenkasten eines unserer Stubenfenster (Siehe Beitrag von Gestern!) kann ich von mindestens zwei Jungtieren sprechen. Denn zu sehen sind sie nicht, und ihre Rufe sind nicht leicht auseinanderzuhalten. In dem Mass die Altvögel Futter anschaffen, müssen sie auch wieder Kotrückstände wegbringen. Es gibt nun Vögel, die kacken einfach aus dem Nest. Am Boden darunter sind die weissen und grauen Spuren deutlich zu erkennen und verraten den Standort des Nests. Bei den Blaumeisen funktioniert dies anders. Der Kot wird als kleines Paket, genannt Fäkalsack, im Schnabel davon getragen, und irgendwo dann fallen gelassen. So bleibt das Nest sauber und dessen Standort verborgen.

Auf dem Foto sieht man wie sich ein Altvogel mit Fäkalsack im Schnabel im Sturzflug aus dem Nest fallen lässt.

Jörg Niederer

Montag, 11. Mai 2026

Schwarzkehlchen

Ein Zitat

Oben: Männchen des Schwarzkehlchens. Unten: Weibchen des Schwarzkehlchen.
Foto © Jörg Niederer
"Der beste Wein entsteht im Einklang mit der Natur. In den Reben sollen sich Schmetterlinge, Insekten, Vögel, Mäusewiesel, Fledermäuse und vieles mehr tummeln." aus der Broschüre des Weinguts Lenz

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Es kommt knapp viermal häufiger bei uns vor als der Eisvogel: das Schwarzkehlchen. Und doch habe ich den Eisvogel in der Schweiz schon viel öfter gesehen als diesen kleinen hübschen Vogel. Das liegt wohl am unauffälligen Äusseren, an seiner von weitem betrachtet grossen Ähnlichkeit mit vielen anderen kleinen Vögeln. Das Schwarzkehlchen liebt die Buntbrachflächen und auch Ödland. Gesehen habe ich das Vogelpaar im biologisch bewirtschafteten Weinberg des Weinguts Lenz in Iselisberg. Hier haben Vögel und Fledermäuse ausgezeichnete Lebensbedingungen. So kann man bei den beiden gesichteten und vom mir zum ersten Mal fotografierten Insektenfänger:innen von einem Brutpaar ausgehen. Denn ich konnte das Männchen auch mit Futter im Schnabel beobachten, welches es dann später zum versteckt in einem Busch befindlichen Nest transportierte.

Auch gesehen auf diesen ökologisch wertvollen Flächen am Iselisberg habe ich Goldammern und Neuntöter. Selbst ein Fuchs lief mir in den Weinbergen am helllichten Tag über den Weg. Vielleicht gibt es dazu bald noch mehr hier zu sehen.

Jörg Niederer

Samstag, 11. April 2026

Von bunten Spechten

Ein Zitat

Buntspecht am Stamm und beim Abflug.
Foto © Jörg Niederer
"Der Specht ist bunt im Walde, das Menschenleben noch bunter."
Finnische Redensart

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Gleich noch einmal etwas über Vögel. Diesmal geht es um Spechte. Wann immer ich bis vor einigen Jahren einen bunten, schwarz-weiss-roten Specht sah, bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen Buntspecht handeln müsse. Bunter Specht, also Buntspecht. Irgendwie logisch, oder? Bis ich mich etwas näher mit den Spechten beschäftigte, und feststellen musste, dass es noch andere fast gleich gefärbte Spechte gibt. Ich meine den Kleinspecht und den Mittelspecht.

Beim Kleinspecht fällt es nicht schwer, zu erkennen, dass es kein Buntspecht ist. Er ist knapp etwas mehr als halb so gross wie der Buntspecht. Zu sehen bekommt man ihn eher selten.

Mittelspecht auf einem morschen Baumstamm.
Foto © Jörg Niederer
Das gilt auch für den Mittelspecht, der – und das ist nun wirklich logisch – in seiner Grösse zwischen Buntspecht und Kleinspecht angesiedelt ist. So auf Distanz ist es knifflig, Mittelspecht und Buntspecht auseinanderzuhalten. Am auffälligsten ist der schwarze Wangenstreifen, der beim Buntspecht bis zum Schnabel reicht, nicht aber beim Mittelspecht. 
Der Mittelspecht hat auch einen filigraneren Schnabel und ist daher auf morsches Holz angewiesen, anders als der Buntspecht. Letzterer ist weit verbreitet und anspruchsloser als der Mittelspecht, der wärmeliebend ist und sich gern in Wäldern mit Altholz und alten Baumbeständen aufhält. Er ist auch deshalb weniger leicht zu entdecken, weil er nur sehr selten klopft.

Bei den Fotos zu diesem Blog ist der Buntspecht gleich zweimal abgebildet. Erst sitzt er in arttypischer Haltung am Stamm, dann fliegt er davon. Der Mittelspecht hingegen sonnt sich auf dem dritten Foto zuoberst auf dem abgestorbenen Baumstumpf.

Jörg Niederer

Donnerstag, 9. April 2026

Jagdglück

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In den Murgauen von Frauenfeld hat der dort lebende Graureiher eine Mauereidechse erbeutet.
Foto © Jörg Niederer
"Reden wir etwa sonderbares Zeug, wenn wir behaupten, dass der Schaden eines jeden Wesens in dem besteht, was wider seine Natur geht?" Epiktet (um 50-138 n. Chr.)

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Nach so viel Kultur der letzten Tage hier mal wieder Natur. In den Murgauen von Frauenfeld konnte ich den dort residierenden Graureiher beobachten, wie er eine Eidechse erbeutete. So ist die Natur. Das Überleben des einen hängt vom Tod des andern ab.

Nebst diesem Graureiher konnte ich heute weitere Tiere beobachten. So ein Wanderfalke und zwei Turmfalken bei der Kirche St. Nikolaus in Frauenfeld. Auch Dohlen flogen ein und aus. Wenig weiter dann Storch und Saatkrähen, verschiedentlich auch Tagpfauenaugen und Mauereidechsen. Weiter entdeckte ich Bunt- und Mittelspechte, hörte den Grünspecht und den Schwarzmilan. Hinzu kamen all die anderen häufigen kleinen Sänger: Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Buchfink, Rotkelchen, etc. Doch, das war ein sehr belebter Fauna-Tag in Frauenfeld.

Jörg Niederer

Donnerstag, 2. April 2026

Saatkrähen in der Stadt

Ein Zitat

Eine Saatkrähe nisten mit zwei Duzend weiteren Artgenossen in dem Bäumen beim Rathausplatz Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Wie der Schnabel, so die Lieder, Wie der Flug, so das Gefieder." Johannes Daniel Falk (1768-1826)

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Gerade jetzt fallen sie in den Städten auf. Sie sammeln sich auf Bäumen an hell beleuchteten Kreuzungen. Dort bauen sie ihre Nester aus Astwerk in die Kronen, in der Regel gleich zehn, zwanzig Stück. Es ist ein Kommen und Gehen. Ständig ist ihr Krächzen zu hören. Kleinere Streitereien sind an der Tagesordnung. Wer unter ihren Nistbäumen durchgeht, ist vor biologischem Beschuss nie ganz sicher. Davon zeugen die vielen weisen Einschläge auf dem Asphalt.

Ich spreche von den Saatkrähen. Sie ziehen es vor, in Kolonien zu brüten. Das gibt einen grösseren Schutz vor Greifvögeln. In der Nacht kann sich der Uhu, des Lichts der Strassenlampen wegen, weniger unbemerkt einen der grossen schwarzen Vögel holen.

Faszinierend finde ich den fast nackten, grauen, leicht nach unten gebogenen und kräftigen Schnabel, mit dem sie in den Feldern nach allerlei Getier und Samen suchen. 

Saatkrähen sind intelligent. Das macht es schwierig, sie von einem Ort zu vertreiben. Es macht es aber auch sehr interessant, ihrem Treiben zuzuschauen.

Jörg Niederer

Freitag, 13. März 2026

Der Storch und die Kinder

Ein Zitat

Ein Storch sitzt während der grossen Pause beim Schulhaus Gerbematt in Rothenburg auf dem Kandelaber und schaut aus etwa 5 Metern auf die lärmenden und spielenden Kinder herunter.
Foto © Jörg Niederer
"Doch wer fasst in jungen Jahren / Die Gelegenheit bei Haaren? / Wann die Locken hingefahren, / Wird's der Kahlkopf erst gewahren." Friedrich Rückert (1788-1866)

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Bringt der Storch die Kinder? Natürlich nicht. Mag der Storch menschliche Kinder? Ich weiss es nicht. Jedenfalls setzte sich ein Storch just in der grossen Pause auf einen Scheinwerfermast direkt über dem Schulhausplatz Gerbematt in Rothenburg und beobachtete das quirlige, lärmende Treiben etwa fünf Metern weiter unten. Wohl gefühlt tausend Primarschüler:innen vergnügten sich bei diesem und dem benachbarten Schulhaus Lindau auf den für die Kinder vorgesehen Plätzen und auch da, wo sie nicht hätten sein sollen. Der Storch blieb davon unbeeindruckt. Interessiert schaute er auf diese Treiben hinunter. Was dachte er sich wohl dabei? Unten nahmen die meisten Kinder von Meister Adebar keine Notiz. Wer schaut auch schon zum Himmel, wenn es auf der Erde so viel zu entdecken und zu spielen gibt.

Auch meine neugierigen Blicke und die Kamera brachten den grossen Vogel nicht aus der Ruhe. Nett lächelte und posierte er einem Fashion Model gleich. Doch dann kam er (oder sie!): der zweiter Storch. Elegant flog er eine Runde über dem Pausenplatz. Als hätte er nur darauf gewartet erhob sich auch der andere in die Luft, und gemeinsam segelten sie von dannen. Zurück blieben die tobenden Kinder. Nur wenige von ihnen schauten wie ich den beiden Vögeln nach, bis sie hinter den nahen Wohnblocks verschwunden waren.

Bringt der Storch die Kinder? Ich würde sagen: Die eigenen schon.

Jörg Niederer

Samstag, 14. Februar 2026

Herumstocherer

Ein Zitat

In der Bucht bei Arbon suchen Bekassinen im seichten Wasser nach allerlei Getier.
Fotos © Jörg Niederer
"Arbeit ist schwer, ist oft genug ein freudloses und mühseliges Stochern; aber nicht arbeiten – das ist die Hölle."
Thomas Mann (1875-1955)

Hingesehen

Noch ein Vogel, der sich bevorzugt im seichten Schlickwasser an Seen und Flüssen aufhält: die Bekassine. In der Bucht von Arbon haben sie ihre Scheu vor den Menschen weitgehend abgelegt und suchen unbefangen nach Nahrung. Es ist ein Trupp von etwa 10-15 Vögel, die da mit ihren langen, geraden Schnäbeln nach allerlei Getier im Schlick und Erdreich suchen. Während der Grosse Brachvogel (Siehe Beitrag vom 13. Februar 2026) seine Beute vor allem mit dem Gehör aufspürt, weisst der Schnabel der Bekassinen einen beweglichen vordersten Teil auf, mit dem sie die Beute im Untergrund erspürt und ergreifen können.

Auch die Bekassine ist eine Limikolenart. Dazu zählt man die Watvögel, sowie Regenpfeifer und ihre Verwandten. Also Vögel, die ihre Nahrung im Schlamm watend suchen und finden.

In der Schweiz sind Bekassinen, bis auf etwa zwei Monate von Mitte Mai bis Mitte Juli ganzjährig zu finden. Allerdings gibt es weniger als 100 Bruten bei uns. Grund ist der Lebensraumverlust durch Landwirtschaft und Siedlungsdruck, sowie der Mangel an ausreichender Nahrung.

Jörg Niederer

Freitag, 13. Februar 2026

Der Tyrannosaurus der Regenwürmer

Ein Zitat

In der Bucht bei Arbon sucht ein Grosser Brachvogel im seichten Wasser nach allerlei Getier.
Foto © Jörg Niederer
"Langeweile ist so etwas wie die notwendige Brache für die Felder. Wir sind dauernd online, das heisst: wir werden überdüngt." Elmar Schenkel (*1953)

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Über den Grossen Brachvogel habe ich andern Orts schon einmal geschrieben. Dabei handelt es sich um einen Vogel in der Grösse einer Rabenkrähe. Rund 1000 dieser stattlichsten Limikolen überwintern rund um den Bodensee. Sie ernähren sich von allerlei Getier im Schlick. Aber ebenso gern suchen sie in den Wiesen nach Würmern. Vogelkenner Stephan Trösch erzählte uns an der Wasservogelführung vom vergangenen Sonntag, er habe einmal wissen wollen, wie viele Würmer all die Grossen Brachvögel innerhalb eines Tages vertilgen. So beobachtete er einen Schwarm, und stellte dabei fest, dass jedes Tier so 4 Regenwürmer pro Minute verspeist. Ein Regenwurm wiegt 1,1 bis 2 Gramm. Geht man davon aus, dass die Brachvögel pro Tag so 4 Stunden auf den Wiesen bei der Nahrungssuche verbringen, dann kann man leicht ausrechnen, was an Regenwurmmasse durch sie vertilgt wird. 4 Regenwürmer mal 60 Min mal 4 Stunden mal 1000 Vögel mal durchschnittlich 1,5 Gramm Regenwurmmasse ergibt pro Tag 1,44 Tonnen.

In Arbon am Bodensee kommt man den Vögeln recht nahe; eben auch diesem Grossen Brachvogel. Mit seinem leicht gebogenen langen Schnabel ist er unverwechselbar. In diesem Jahr habe ich ihn schon auf beiden Seiten des Zürichsees gesehen, und eben auch am Bodensee. Dort in Arbon wird er allerdings, auch wenn er sich nahe am Ufer aufhält, von den meisten Flaneur:innen übersehen. Doch wer Augen hat zum Sehen, der gehe hin und sehe!

Jörg Niederer

Dienstag, 10. Februar 2026

Möwenchaos

Ein Zitat

Links eine Steppenmöwe, rechts eine jugendliche Mittelmeermöwe im Flug über der Steinacher Bucht am Bodensee.
Fotos © Jörg Niederer
"Möwen sind nicht zu überhören. Ihre lauten, typischen Rufe zaubern sofort maritimes Flair. Im Sommer hört man sie überall – an Stränden und in Häfen." Aus einem Podcast-Beitrag aus Dornum von Marlene

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Möwen sehen alle gleich aus. Gut, da sind kleinere und grössere. Gelegentlich haben sie einen schwarzen oder braunen Kopf. Doch gerade im Winter gleichen sie sich sehr. Das ist genau die Zeit, in der sie bei uns in der Schweiz sind.

Ein Beispiel. Am Sonntag nahm ich an einer Wasservogelexkursion teil mit dem Möwenspezialisten Stephan Trösch. An einer Stelle am Steinacher Bodenseeufer sass in einiger Distanz vom Ufer eine Grossmöwe. Anhand dieser Möwe erklärte der Experte ausführlich, warum es sich um eine Steppenmöwe und nicht um eine Silbermöwe handelt. Zugleich meinte er, um sie wirklich sicher bestimmen zu können, müsse man die ausgebreiteten Flügel sehen können.

Einige Zeit später flog die Möwe auf, und liess ihren Ruf ertönen. Während sie das tat, meinte Stephan Trösch, nun habe er sich blamiert, es sei nun doch eine Silbermöwe.

Grund, dass die Bestimmung von Möwen hohe Kunst ist, liegt daran, dass manche Möwen im 2. Jahr erwachsen werden, andere erst im 3. oder gar 4. Jahr. Eine Vierjahresmöwe wechselt im Verlauf dieser vier Jahre achtmal ihr Aussehen. Dabei geht es um Nuancen. Hinzu kommen noch Unterschiede, je nach dem, woher eine Möwe ursprünglich kommt. Das nun ist Grund, dass viele Vogelkundler gar nicht erst versuchen, Möwen zu bestimmen.

Eine Steppenmöwe gab es dann doch noch zu bewundern, auch im Flug.

Grossmöwen sind heutzutage seltener geworden an den Seen der Schweiz. Durch die Klimaerwärmung finden sie weiter nördlich ihre Ruheplätze. An der Exkursion konnten wir aber doch fünf verschiedene Möwenarten beobachten. Nebst den schon erwähnten kamen noch die Mittelmeermöwe, die Lachmöwe und die Sturmmöwe hinzu. Auch zu entdecken, jedoch weit draussen auf dem See unter Trupps von Schwarzhalstauchern war noch ein Ohrentaucher und ein Rothalstaucher.

Auf der Webseite von Stephan Trösch finden sich einige Impressionen von der Exkursion.

Jörg Niederer

Montag, 2. Februar 2026

Der Vogel des Jahres 2026

Ein Zitat

Ein männlicher Eisvogel auf seinem Ansitz bei der Hide am Flachsee. Schön zu sehen ist der deformierte Schnabel.
Fotos © Jörg Niederer
"Wer kleinlich ist, erspäht auch im Grossen den Makel." Esther Klepgen (*1965) 

Hingesehen

In diesem Jahr darf natürlich der Eisvogel nicht fehlen. Er wurde nach Aufruf durch BirdLife Schweiz von der Bevölkerung zum "Vogel des Jahres 2026" gewählt, knapp vor der Wasseramsel, die lediglich 53 Stimmen weniger erhielt.

Der Eisvogel profitiert von renaturierten, fischreichen Wasserflächen und wohl auch vom Klimawandel. Wer mehr zu diesem farbenprächtigen Fischjäger erfahren möchte, kann auf die Webseite von BirdLife Schweiz gehen, oder dann meine früheren Beiträge dazu lesen.

Was mir aufgefallen ist. Der Eisvogel, ein Männchen, fotografiert am Flachsee entlang der Reuss, hat einen leicht deformierten Schnabel. Selbst geschlossen weisst er eine Lücke auf. Genauso, wie ein Eisvogel bei den Murgauen in Frauenfeld. Erst spekulierte ich, dass es der selbe Eisvogel sein könnte, der seinen Standort gewechselt hat. Im harten Wintern suchen die auf offenes Wasser angewiesenen Sturztaucher oft weiter entfernt bessere Reviere auf. Doch in Frauenfeld ist es ein Weibchen, das diese Schnabeldeformation aufweist.

Für die Vögel scheint diese Fehlstellung des Schnabels bei der Jagd nach Fischen kein Nachteil zu sein. Man muss halt nicht perfekt sein. Lebenstauglich ist man auch, wenn man keinen Schönheitspreis gewinnen könnte.

Jörg Niederer

Dienstag, 27. Januar 2026

Paartanz

Ein Zitat

Zwei Lachmöwen im Gleichschritt. Blick zur Seite, Verneigung und dann los mit dem gemeinsamen Singen.
Fotos © Jörg Niederer
"Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen."
Augustinus von Hippo (354–430), Kirchenlehrer

Hingesehen

Ob es ein Paar ist, kann ich nicht sagen. Weibliche und männliche Lachmöwen sehen im Winter ziemlich gleich aus, sind lediglich anhand der Grösse zu unterscheiden. Hinzu kommt, dass man bei Vögeln nie ganz sicher sein kann, ob es sich um heterosexuelle Paare handelt oder um zwei Weibchen oder zwei Männchen. Jedenfalls beherrschen diese beiden Vögel den Paartanz perfekt. Blick zur Seite, dann die Verneigung und abschliessend das Einstimmen in den kichernden und lachenden Gesang. Dies wiederholen die beiden gleich einige Male, mit leichten Abweichungen von der Choreografie.

Jahrelange Übung oder spontane Performance? Auch das weiss ich nicht. Lustig anzusehen war es jedenfalls.

Es macht halt nicht nur Spass, den geschickten Tieren im Flug zuzuschauen. Und wie beim Linedance kann es sein, dass noch weitere Möwen sich an der Aufführung beteiligen.

Berühmt dafür sind die Flamingos. In diesem Filmausschnitt kann man sie bei ihrem Gruppen-Balztanz betrachten.

Jörg Niederer

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