Mittwoch, 27. Mai 2026

Dinkelvogel

Ein Zitat

Eine Goldammer sitzt auf einem Pfosten im biologisch-dynamischen Rebbaugebiet am Iselisberg.
Foto © Jörg Niederer
"Sogar wenn der Vogel geht, fühlt man, dass er Flügel hat." Antoine-Marin Lemierre (1733–1793)

Entdeckt

Siebzehn Ammernarten gibt es in Europa. Gesehen habe ich schon die Rohrammer (den sprichwörtlichen Rohrspatz - siehe Beitrag vom 26. April 2022) und die Goldammer. Bei uns in der Schweiz kommen auch die Grauammer und der Ortolan vor. Letzterer gehört ebenfalls zu dieser Vogelgruppe. Alle weisen diesen für das Fressen von Getreidekörnern typischen, kurzen und kräftigen Schnabel auf.

Auf dem Foto zeigt sich die Goldammer in einer etwas atypisch gestreckten Form. Der in der Grösse spatzengrosse Vogel ist mit seinen gelben Federn eine echte Sehenswürdigkeit.

Die Goldammer ist die Ammer schlechthin. Denn das altdeutsche Wort Amero leitet sich von der Getreideart Emmer (altdeutsch: Amar) bzw. vom Dinkel ab. Die Goldammer ist der Dinkelvogel, der sich im Getreide aufhält, um sich dort von Körnern zu ernähren. Wie viele Vögel, die von Samen und Pflanzen leben, findet die Goldammer auch im Winter genug Nahrung. Sie kann also das ganze Jahr hindurch bei uns beobachtet werden.

In den Jahren 1870-1880 wurden verschiedene europäische Vogelarten in Neuseeland eingeführt, um dort Pflanzenschädlinge zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang kam auch die Goldammer auf die Inseln. Wie wir bereits wissen ist das ein Vogel, der sich vorwiegend von Körnern ernährt. Er entwickelte sich in Neuseeland zu einem invasiven Neozoen, der sich trotz der Versuche, sie wieder auszurotten, bestens entwickelt hat und heute dort heimisch ist.

Jörg Niederer

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Empfohlen

Dinkelvogel

Ein Zitat Foto © Jörg Niederer "Sogar wenn der Vogel geht, fühlt man, dass er Flügel hat." Antoine-Marin Lemierre (1733–1793) Ent...