Ein Zitat
"Ein leerer Kopf ist das Büro des Teufels." Sprichwort aus Brasilien
Foto © Jörg Niederer
Entdeckt
Es gibt bekanntere Orte, an denen der Teufel in der Schweizer Landschaft sein Unwesen treibt. Etwa den berühmten Teufelsstein in der Schöllenenschlucht, oder den Teufelskeller bei Baden, oder die Tüfels Chilén (Teufelskirche) am Bäntalbach bei Kollbrunn. Nun kenne ich auch noch den Tüüfelsofe (Teufelsofen), Den Ort also, an dem die Menschen einst das Höllenfeuer vermuteten. Ortsnamen.ch erklärt den Namen so: "Appellativ tüüfel + Appellativ ofe: 'die abgelegene Runse, worin der Teufel nach dem Volksglauben ein Feuer unterhält'".
Der abgelegene Ort zwischen Guntershausen und Bichelsee am Haselberg liegt in einem Tobel, durch das ein kleines Bächlein fliesst. Das geologische Phänomen ist an vielen Orten zu beobachten: Riesige Nagelfluhbänke auf weichen Mergelschichten wurden vom Wasser eines Baches unterhöhlt. Es entstanden Hohlräume wie etwa die Täuferhöhle bei Bäretswil, über deren Eingang nicht selten der Bach als Wasserfall über den wulstigen hervorragenden Nagelfluhfelsen hinabstürzt.
Die beiden Bächlein, die sich beim Tüüfelsofe vereinen und das Tobel durchfliessen, tragen keine Namen. Von Norden kann man ein stückweit dem Bach folgend auf einem Pfad hinaufsteigen zum Höhleneingang. Aber ganz hin kommt man ohne nasse Füsse wohl nicht. Selbst haben wir das finstere Loch nur von der sonnigen Anhöhe bei Kienberg aus gesehen. Ein Sehnsuchtsort ist der Tüüfelsofe gerade nicht, aber reizvoll wäre es schon, auch diese teuflische Stelle aus der Nähe zu erkunden.
Jörg Niederer
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