Ein Zitat
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| Foto © Jörg Niederer |
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Die Mariendistel wächst im ganzen Mittelmeerraum. Sie wird auch für die Pharmaindustrie angebaut, etwa im Waldviertel in Österreich.
Frauenfeld und die Mariendistel haben Gemeinsamkeiten. Deutlich wird dies anhand eines älteren Namens: "unser vrouwen distel". Beide Namen verweisen auf die Jungfrau Maria. Die Geschichte zum Namen der Distel geht so: Auf den Blättern der Mariendistel befinden sich weisse Streifen. Der Legende nach stammen diese von der Milch der Jungfrau Maria, welche beim Stillen des Kindes auf die Pflanze getropft sei.
Religiös geprägte Namen von Pflanzen sind recht häufig, und zeigen, wie stark die Volksfrömmigkeit früher das Leben der Menschen bestimmte. Früher auch ass man Teile der Blüten. Sie wurden wie die Artischocken zubereitet. Daher nennt man sie auch Wild-Artischocke. Auch die Stängel können gegessen werden.
Mit Wirkstoffen der Pflanze wird heutzutage die Leberzirrhose behandelt. Auch bei Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz kommen Substanzen der Mariendistel zum Einsatz. Der Wirkstoff Silymarin soll die Aufnahme vom tödlichen Pilzgift in den Leberzellen wirksam hemmen.
Mir gefällt an der Distel auch die schöne Symmetrie der Blüten-Rosette und dass sie besonders gerne an Ruderalstandorten wächst. Sie liebt die Gesellschaft des Mauer-Gänsefusses.
Und noch dies: 2021 war die Mariendistel in Österreich Arzneipflanze des Jahres.
Jörg Niederer

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