Ein Zitat
"Kracht die Kuh durchs Scheunendach, wollt' sie wohl den Schwalben nach." Bauernregel
Foto: © Jörg Niederer
Entdeckt
In Vielbringen, einem abgelegenen Ortsteil von Muri, hält ein Bauer nebst einer Muttertierherde auch den passenden Stier dazu. In diesem Fall ist es wohl eine hornlose Variante des Fleckviehs Simmental. Das ist schon ein beachtlicher Brocken, der da in seiner Herde für Ordnung und Nachwuchs sorgt.
Der Zuchtstier in Vielbringen wird seinen Kühen wohl "viel bringen". Gut, das Wortspiel ist nicht so der Brüller. Zudem hat die Ortsbezeichnung rein gar nichts mit "viel" und "bringen" zu tun, sondern seine Wurzeln im Alemannischen und bedeutet: "bei den Leuten des Vilmar".
Und wenn wir schon dabei sind. In der Schweiz werden die Zuchtbullen oder -stiere auch "Muni" genannt. Vermutlich handelt es sich dabei um ein lautmalerische Wort. So wie beim Vogel, dem wir Kuckuck sagen. Der ruft Kuckuck. Entsprechend wird das Tier, das "muht", Mu(h)ni genannt. Dass auch die Kühe muhen, führt aber nicht dazu, dass man bei ihnen wie beim Muni verfährt. Die Kuh nennt man so in Anlehnung an die indogermanischen Ursprungsbezeichnung für "Rind". Und doch ist auch da Lautmalerisches zu vermuten. "Muh" und "Kuh" klingen zu ähnlich.
Jörg Niederer





