Dienstag, 25. August 2026

Methodistisches Alleinstellungsmerkmal

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Jörg Niederer vor dem einstigen Schulhaus Höchi auf dem Gemeindegebiet von Signau. Hier fanden einst methodistische Gottesdienste statt und es wurde Sonntagschule angeboten.
Fotos: © Jörg Niederer
"Immer mehr kleine Dorfkäsereien müssen schliessen. Der Grund: Die Produktionskosten sind zu hoch - der Ertrag zu klein." SRF vom 25.10.2000

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Gestern beim Weiterwandern auf der Kapellentour von Aeschau nach Bowil kam ich gleich dreimal an methodistischen Wirkplätzen vorbei. Doch zuvor wurde ich von einem mir bis anhin unbekannten Altbauern und seiner Frau zum Kaffee eingeladen. Das kam so. Bei Aufstieg auf den gut 250 Metern über dem Tal der Emme gelegenen Weiler Höchi gelangte ich auf die Fahrstrasse zu Ober Fuhren. Ein kleines Auto näherte sich von hinten. Darin sass der über 80-jährige Samuel Mosimann. Mosimann, so heissen auf Fuhren fast alle. Er habe eben nach seinen fünf Bienenvölkern geschaut, sie gegen die Varroamilbe behandelt und gefüttert, erzählte er. Das Gespräch durch das geöffnete Autofenster war nur kurz. Dann fuhr er weiter. Wenige Minuten später kam ich zu den Bauernhäusern auf Ober Fuhren, wo Samuel Mosimann gerade eben sein Auto geparkt hatte. "So, jetzt können sie gleich mitkommen und mit mir einen Kaffee trinken." sagte er zu mir. Er beabsichtige das sowieso gleich zu tun. Wir stiegen etwas verwinkelt zwischen den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden hoch in eine überdachte Gartenlaube. Dort wurde uns von Frau Mosimann Kaffee serviert. Später setzte sie sich auch noch dazu, nachdem sie die Wäsche aufgehängt hatte. Ich erzählte Samuel Mosimann von meinem Projekt der Weitwanderung von einer methodistische Liegenschaft zur nächsten, und dass ich bald auf der Höchi das Schulhaus besuchen wolle. Dort habe es wohl einst eine methodistische Sonntagschule und vermutlich aus Predigten gegeben. Samuel Mosimann bestätigte. Er sei selbst dort zur Sonntagschule gegangen. Auch seine Frau, aufgewachsen in Signau, war einst in die dortige methodistische Kapelle zur Sonntagschule gegangen. Zwar hätte sie zur reformierten Kirche gehört, doch Sonntagschule gab es nur von den Leuten aus der Kapelle.

Als ich später dann noch den letzten Anstieg hinauf zum Schulhaus Höchi nahm, wurde mir wieder einmal bewusst, wie wichtig die Sonntagschule in den Anfängen des Methodismus in der Schweiz war. Mann müsste wohl dabei von einem Alleinstellungsmerkmal sprechen. Es war die Innovation in der Kirchenlandschaft. Familien mit vielen Kindern schienen nur darauf gewartet zu haben, dass die Kinder am Sonntag etwas erleben konnten. Sonntagschulen mit 50 oder gar 100 Kindern waren keine Seltenheit. Mit den Jahren begannen dann auch die Landeskirchen mit eigenen Sonntagschulen. Zugleich veränderte sich die Demografie. Die Familien wurden kleiner. Dann zollte der christliche Glaube der Säkularisierung ihren Tribut. Eine dieser abgelegenen Landsonntagschulen nach der andern schloss ihre Pforten. Das war insofern auch für die methodistischen Gemeinden verhängnisvoll, fiel doch mit den Sonntagschulen ein wichtiger Anknüpfungspunk in die Gesellschaft hinein weg. Vermutlich ist die Tatsache, dass es zum Beispiel im Emmental und den angrenzenden Hügellandschaften heute genau noch zwei von früher zahlreichen methodistischen Gemeinden gibt, auf diese Veränderung bei den Sonntagschulen zurückzuführen.

Ein neues Alleinstellungsmerkmal mit Breitenwirkung wie einst die Sonntagschulen hat die Evangelisch-methodistische Kirche noch nicht gefunden. Doch auch die anderen Kirchen und Gemeinschaften verlieren Einfluss und suchen schon seit Jahren nach neuer Relevanz. Wie die Geschichte weitergehen wird? Ich weiss es nicht, aber es bleibt spannend.

Übrigens: Nicht nur Kirchen und Predigtplätze verschwinden. Auch Landschulhäuser werden stillgelegt, die Kinder in den Zentren zusammengezogen. Das Schulhaus Höchi ist heute ein Wohnhaus, in dem man sich eine Auszeit abseits des Trubels gönnen kann, direkt neben einer der wenigen noch aktiven und ausgezeichneten Emmentaler-Käsereien. Auch dort hatte der junge Samuel Mosimann einst Ferienvertretungen gemacht und für die 120 Kilogramm schweren Käseleibern geschaut.

Jörg Niederer

Montag, 24. August 2026

50 Jahre Diakonie an älteren Menschen

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Oben: Südostansicht des Alters- und Pflegeheims Weyergut Bethanien. Unten: Einweihungsfeier 1976 mit Bundespräsident Rudolf Gnägi (rechts), Ehefrau Verena Gnägi-Von Allmen und Bischof Franz Schäfer von der Evangelisch-methodistischen Kirche.
Foto oben: © Jörg Niederer Foto unten: unbekannt
"Ich wünsche dem Weyergut Bethanien, dass der Mut zur täglichen, kreativen Herzlichkeit weiterlebt - denn genau das ist hier das Wesentliche!" Andreas von Gunten, Fotograf

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Bundesräte werden jeweils für ein Jahr zum Bundespräsidenten gewählt. Manche schaffen es in ihrer Karriere sogar zweimal in dieses Ehrenamt. So auch Bundesrat Rudolf Gnägi (1917-1985), der von 1966-1979 einer von sieben Schweizer Bundesräten war. Als Bundespräsident hatte er nebst den Geschäften im jeweiligen Departement allerlei wichtige Repräsentationsaufgaben. Anfangs 1976 war es wieder soweit. Er besuchte die Einweihungsfeier des Altersheims Weyergut in Wabern bei Bern. Warum der damalige Bundespräsident der Eidgenossenschaft das tat, wusste nicht einmal Matthias Volkers, der aktuelle Leiter des Alters- und Pflegeheims, das einst durch methodistische Diakonissen getragen wurde und seit 2013 Teil der Diakonie Bethanien ist. Gestern wurde das 50-jährige Bestehen dieses innovativen Hauses gefeiert. Das zeigte sich gleich von Beginn weg etwas dadurch, dass es von 1976-1995 ein hauseigenes Hallenbad gab. 1976 wurde im Weyergut auch der ersten Schweizer "Gericours"-Vitaparcours für Senior:innen eingerichtet. Auf historischen Fotos, die anlässlich der Jubiläumsfeier gezeigt werden, sieht man ältere Menschen sich sportlich abmühen.

Das Weyergut Bethanien hat auch nach seiner Sanierung in den Jahren 2017-2019 den typischen Baustil des Brutalismus bewahrt. Mir gefällt es. Auch erinnere ich mich an ein 6-wöchiges Praktikum im Jahr 1983, als ich dem Pfarrer Ernst Gisler über die Schulter schauen durfte, der damals im Alfa-Zentrum (eine Kombination von Hotel und Methodistenkirche), nahe beim Hauptbahnhof Bern, wirkte. Damals predigte ich auch im Weyergutsaal, dem Raum mit den farbigen Glasfenstern des Künstlers Emil Reich. Das Alfa-Zentrum gibt es zwischenzeitlich nicht mehr. Die Glasfenster im Weyergutsaal aber schon (und übrigens auch Pfarrer Ernst Gisler). Der Weyergutsaal blieb während der heissen Tagen der vergangenen Wochen für Bewohner:innen und Passant:innen zugänglich. Dort war es schön kühl, und man konnte sich wunderbar erholen.

Extra wegen des Jubiläums habe ich auf meiner Kapellentour zwei Etappen vorgezogen, um diesen Anlass zu würdigen. Es hat sich gelohnt, wenn ich auch einen Tag vor den grossen Festivitäten hier vorbei gekommen bin. Allein schon das Glace mit Namen "Kalte Lust", hergestellt in meiner Geburtsstadt Olten, in der Geschmacksrichtung "Haskap-Beeren mit Mandeln" war der Besuch wert. An diesem noch ruhigen Samstag ergab es sich auch, dass ich einige Wort mit dem aktuellen Leiter Matthias Volkers wechseln konnte. So erfuhren ich, dass es keine fixen Esszeiten mehr gibt. Die Bewohner:innen können dann essen, wenn sie wollen. Das Restaurant ist nicht zugleich auch Speisesaal, sondern steht der Bevölkerung von Wabern und den Bewohnenden des Weyerguts zur Verfügung. Alle werden dort in gleicher Weise zuvorkommend bedient.

Übrigens: Rudolf Gnägi war nicht der einzige Bundesrat, der das Weyergut Bethanien besuchte. Auch Altbundesrat Adolf Ogi, er amtete als Magistrat von 1987-2000, besuchte 2012 privat den Geburtstag einer 100-jährigen Bewohnerin des Weyerguts und erfüllte ihr damit einen grossen Wunsch.

Weitere Jubiläumsanlässe im Weyergut Bethanien gibt es auch in den folgenden Wochen. Eine Übersicht findet sich auf der Webseite zum Jubiläum.

Jörg Niederer

Sonntag, 23. August 2026

Religionsfrieden

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Zentrales Wandgemälde aus dem Kapellenanbau des Alters- und Pflegeheims Bethanien in Wabern bei Bern.
Foto © Jörg Niederer
"Und zwischen Israel und den Amoritern herrschte Frieden." Bibel, 1. Samuel 7,14c

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Es gibt da eine überraschende Notiz in der Bibel: Es wird berichtet, dass Israel mit den Amoritern in Frieden zusammen lebte. Damit sind Kanaanäer gemeint. Diese Aussage weicht von anderen Bibelstellen ab, nach denen Gott von Israel verlangte, die Bevölkerung Kanaans auszurotten (zum Beispiel Bibel: 5. Mose 7,1-4). Wie ist dieser Wiederspruch zu verstehen? Im Zusammenhang mit dem Bussgottesdienst in Mizpa, wie er in der Bibel in 1. Samuel 7 beschrieben wird, entledigte sich Israel zwar der kanaanäischen Götterbilder in den eigenen Reihen, aber vertrieb nicht die Kanaanäer und deren Glaubensausübung aus ihrem Gebiet. Vermutlich waren sie dazu gar nicht in der Lage gewesen. Es gab wohl so etwas wie eine Pattsituation. Oder beide Stammesverbände hatten in den Philistern einen gemeinsamen Feind. 

Ich verstehe diese Situation so: Es geht nicht darum, Menschen anderer Religionen zu vertreiben, sondern darum, am eigenen Glauben in einem multireligiösen Umfeld festzuhalten. Auf heute übertragen würde das heissen, in Frieden mit den Muslimen bei uns zusammenzuleben und zugleich allein an Christus als Begründer unseres Glaubens festzuhalten. Wenn wir sicher in unserem Glauben an Christus sind, müssen die Mitmenschen mit anderer Religionszugehörigkeit von uns Christinnen und Christen nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen werden. In Israel gab es jedenfalls eine Zeit, in der zwei unterschiedliche Religionen miteinander in Frieden zusammenleben konnten, und es scheint, dass der Gott Israels nichts dagegen gehabt hatte.

Zum Foto: Heute Sonntag feiert das Alters- und Pflegeheim Weyergut Bethanien in Wabern mit einem Fest sein 50-jähriges Bestehen. Das Weyergut wurde anfänglich von den methodistischen Bethanien-Diakonissen geführt. Bei der Einweihung war mit Bundesrat Gnägi einer der höchsten Schweizer Magistraten zugegen. Heute ist das Weyergut ein Werk der Diakonie Bethanien, nachdem es viele Jahre als selbständiges Werk geführt wurde. Auf Grund dieses besonderen Tages gibt es hier ein Foto vom zentralen Wandgemälde im Kapellenanbau des Alters- und Pflegeheims Weyergut Bethanien.

Jörg Niederer

Samstag, 22. August 2026

Endstation?

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Bei der Reformierten Kirche Jegenstorf findet sich bei einem Grabkreuz ein zugemauertes Tor.
Foto © Jörg Niederer
"Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich …" Franz Kafka (1883-1924)

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Es könnte ein Symbolbild sein. Beim Grab ist Endstation. Das Portal ist zugemauert. Da geht es gleich zweimal nicht mehr weiter. Aber ist der Tod wirklich das Ende? Könnte es nicht auch Übergang sein in eine andere Wirklichkeit?

Nichts Genaues weiss man nicht. Die Religionen geben zwar allesamt Antworten. Doch sie sind sich nicht einig, ja widersprechen sich. Heute fällt es mir schwerer, bestimmt zu sagen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich zucke jedes Mal zusammen, wenn Menschen mit Überzeugung von einem Wiedersehen im Himmel sprechen. Ich wünschte es mir. Ich glaube auch daran. Doch sicher kann kein Mensch sein. Nun, wir werden es erfahren. Bis dahin gebe ich mich der Hoffnung hin. Denn ich wünsche mir Gerechtigkeit für die Opfer und Zukurzgekommenen. Dazu brauchen wir den Himmel als Ort der Wiedergutmachung. Auch den Ungerechten wünsche ich ein Augen und Verstand öffnendes Erwachen. Mögen dieses Erwachen den Umständen entsprechend böse oder gut sein.

Jörg Niederer

Freitag, 21. August 2026

Zürich HB

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Hauptbahnhof Zürich. Durchgang von der Bahnhofshalle zur Bahnhofstrasse.
Foto © Jörg Niederer
"Der richtige Spaziergänger ist wie ein Leser, der ein Buch wirklich nur zu seinem Zeitvertreib und vergnügen liest." Franz Hessel (1880-1941)

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Ein Transitort, ein Ort des Übergangs. Der Hauptbahnhof Zürich. Hier sind die Menschen auf dem Weg. Sie kommen an. Sie reisen ab. Sie verweilen kurz auf einem Perron oder in einem Café. Sie sortieren die Koffer. Sie schauen dem Treiben zu, den orange gekleideten Angestellten, wie sie den Müll verladen oder auf Wägelchen Dinge durch die Gegend fahren. Sie schauen den tätowierten Fremden nach, den Jungen im Ausgang, den Geschäftsleuten. Meist weiss der Mensch am Bahnhof, wohin er will. Wohin wollen die andern? 

Der Durchgang zwischen der grossen Bahnhofshalle zu den Trams und hinüber zur Einkaufsmeile, zur Bahnhofstrasse, ist auch ein Übergang vom Schatten an Licht. Silhouetten, Gestalten bewegen sich. An der Decke das Schweizerkreuz, wenig beachtet. Dann werden die Gehenden licht und hell und Teil der Flanierhungrigen.

Durch den Durchgang hindurchgehend verändert sich viel und nichts. Ein idealer Ort, um ein Lebensjahr zu beenden und ein neues zu beginnen.

Jörg Niederer

Donnerstag, 20. August 2026

Nasse Insel in der Trockenheit

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Das Feuchtgebiet Gampen in der Gemeinde Berg TG wurde mit tierischem Beistand ökologisch aufgewertet.
Foto © Jörg Niederer
"Alle Projekte sind unweigerlich mit dem Wasser verbunden." Bodo Middelhoff

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Für einmal ist das kein Foto zur Trockenheit in der Schweiz. Obwohl, die Trockenheit ist auch im Feuchtgebiet Gampen, an der Gemeindegrenze von Berg im Kanton Thurgau deutlich zu erkennen.

Es geht bei diesem bewaldeten Landstück um ein Pilotprojekt des Kanton Thurgaus. Dieser will mehrere einstige Feuchtgebiete wieder vernässen, um so der Trockenheit entgegenzuwirken. Diese Feuchtgebiete wirken auch als natürliche Rückhaltebecken bei heftigen Niederschlägen. Zudem sind sie ökologisch sehr wertvoll. Moore speichern etwa zwanzigmal so viel CO2 wie Wälder.

Das Feuchtgebiet Gampen gehört zu den ersten dieser neu vernässten Feuchtgebieten. Dabei wurde der Wasserstand durch eine Regulierung der Abflüsse deutlich angehoben, so dass das einstige Waldgebiet überschwemmt wurde. Zugleich kam der Biber, und hob den Wasserstand um weitere 30 Zentimeter an. Man habe mit dem Biber sozusagen Hand in Hand zusammengearbeitet, meinte ein Verantwortlicher. Herausgekommen ist das, was man auf dem Foto sieht. Bäume sterben ab, das Gebiet ist deutlich feuchter und lichter geworden als die weitere Umgebung. Seltene Tiere kommen zurück, zum Beispiel der Mittelspecht.

Da wo der Biber die Landschaft gestaltet, steigt die Artenvielfalt massiv an. Das konnten die Fachleute des Kantons auch im Feuchtgebiet Gampen feststellen.

Grund genug, den Ort nicht sehr weit entfernt von meinen Wohnort aufzusuchen. Es hat sich gelohnt. Erstmals fotografierte ich die Blutrote Heidelibelle, ein Reh huschte über die Waldstrasse, Vögel konzertierten in den Zweigen und dann trafen wir noch eine Frau im Tarnanzug, die genau hier ihre bevorzugte Fotostrecke findet.

Eine Frage aber bewegt uns nach dem Besuch dieses bemerkenswerten Orts. Wie haben die Biber die Trockenheit überstanden? Ist noch genug Wasser da, um den Unterwasserzugang zum Bau zu gewährleisten? Denn sichtbares Oberflächenwasser war vom Weg aus nur an wenigen Stellen zu erkennen.

Übrigens: Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Gebiet durch einen Beitrag im "Echo der Zeit" vom 9. August 2026.

Jörg Niederer

Mittwoch, 19. August 2026

Fake Hupverbot

Ein Zitat

Das Hupverbots-Strassenverkehrsschild ist fake. In der Schweiz ist das Hupen so restriktiv geregelt, dass ein Verkehrsschild dazu keinen Sinn macht.
Foto © Jörg Niederer
"Wenn du eine Diät machen willst, ersetze das Licht in deinem Kühlschrank durch eine Hupe." nach wordgag.de

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In der Schweiz wird nur ganz selten gehupt. Das hat Gründe. Denn die Verkehrsregelnverordnung (VRV) erlaubt Hupen (und auch Lichthupen) nur bei Gefahr und in sehr unübersichtlichen Kurven ausserorts. Hupen aus Freude über ein gewonnenes Fussballspiel kann teuer werden. Erst recht nachts. Ein Kollege von mir verlor wegen Hupens in der Nacht seinen Führerschein für einige Monate.

Im Artikel 29 der VRV steht: 

"1 Der Fahrzeugführer hat sich so zu verhalten, dass akustische Warnsignale oder Lichtsignale möglichst nicht notwendig sind. Er darf solche Signale nur geben, wo die Sicherheit des Verkehrs es erfordert; dies gilt auch für Gefahrenlichter (...).

2 Der Fahrzeugführer hat akustische Warnsignale zu geben, wenn Kinder im Bereich der Strasse nicht auf den Verkehr achten und vor unübersichtlichen, engen Kurven ausserorts.

3 Nach Eintritt der Dunkelheit dürfen nur Lichtsignale gegeben werden. Akustische Warnsignale sind nur in Notfällen zulässig."

Diese Verordnung bedeutet, dass ein Verkehrsschild für ein Hupverbot unnötig ist. Doch in Bern habe ich es entdeckt, aufgeklebt auf der Rückseite einer weiteren Verkehrstafel. Allein schon diese inoffizielle Anbringungsweise entlarvt das Hupverbotsschild als Fake.

Könnte das Schild etwas anderes bedeuten? Z.B. "Platzkonzerte von Bläsergruppen verboten", oder "Postautos verboten", oder "Kein Jagdrevier"? Andere Vorschläge bitte in die Kommentare.

Jörg Niederer

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