Ein Zitat
"Sie brachte einen Sohn zur Welt. Den nannte Mose Gerschom, das heißt: Fremder-dort. Denn er sagte: 'Ich bin ein Fremder im fremden Land.'" (Bibel: 2. Mose 2,22)
Foto © Jörg Niederer
Entdeckt
Mose war ein Flüchtling. Fluchtgrund: Entzug vor einer gerechten Bestrafung als Mörder. Nach heutigem Asylrecht hätte Mose keine Chance. Er wäre sogleich ins Herkunftsland zurückgeschafft worden, es sei denn, ihm hätte dort die Todesstrafe oder Folter gedroht.
Der entlaufene Mörder Mose fand ein neues Zuhause. In der Fremde half er den sieben Töchtern des Reguël. Es kam zu einer Art Solidargemeinschaft. Die Frauen und der entlaufene Mörder und Flüchtling. Mose schenkte den Frauen Achtung und Würde, und dafür erhielt er Würde, Familie und Gastfreundschaft in einem fremden Land. (Siehe Bibel: 2. Mose 2,15-22!)
Beim Spielen mit Pfeil und Bogen schoss das neunjährige Mädchen aus Benin City, Nigeria der Freundin das Auge aus. So wurde ihre Familie weit über die Möglichkeiten hinaus schadenersatzpflichtig. Das Mädchen war an allem Schuld. Es wurde von den Brüdern der Freundin verprügelt, es wurde vom Vater verprügelt, "immer auf die Augen", und dann kam es zum Onkel. Auch der verprügelte sie, wollte mit ihr schlafen, zerschnitt ihr die Kleider. "In Afrika dürfen Männer tun, was sie wollen, fremdgehen, prügeln, Männer dürfen alles." Irgendeinmal kam Onko, ein junger Mann und schenkte ihr Schuhe. Er lud sie ein nach Deutschland, und sie ging mit. Dort gab Onko ihr die Arbeitskleidung, Unterwäsche und BHs. Dann kamen die Männer, einer nach dem anderen. Heute lebt die Frau untergetaucht in Deutschland. Aus dem Milieu herausgeholfen hat ihr Schwester Lea Ackermann und die Leute von Solwodi, einer Organisation, die Zwangsprostituierten hilft. Aufgeschrieben hat die Geschichte Klaus Brinkbäumer im Buch: "Der Traum vom Leben".
Jörg Niederer





