Donnerstag, 12. Februar 2026

Kirchenfusion

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Oben: Einstige Kapelle der Bischöfliche Methodistenkirche in Aarau. Unten: Das moderne Gebäude der Evangelisch-methodistischen Kirche in Aarau mit Gottesdienst- und Nebenräumen, sowie der Pfarrwohnung.
Fotos © Jörg Niederer

"Man ist ewig das Opfer seiner eigenen Eitelkeiten."
Theodor Fontane (1819-1898)

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Auch bei grossen Kirchenfusionen kommt es zu den aus der Wirtschaft bekannten Begleiterscheinungen. Verschiedene Kulturen und Traditionen müssen zusammenfinden und sich im Laufe der Zeit einander angleichen. Am 23. April 1968 kam es zur Vereinigung der weltweit wirkenden Bischöflichen Methodistenkirche (The Methodist Church, MK) mit der ebenfalls weltweit präsenten Evangelischen Gemeinschaft (Evangelical United Bretheren Church, EG). Es entstand die Evangelisch-methodistische Kirche (The United Methodist Church).

In der Schweiz erfolgte die Vereinigung leicht verzögert um 1971/1972. Besonders in Städten gab es nun die Situation, dass zwei oder mehr Standorte der neu vereinten Kirche vorhanden waren. Es stellte sich die Frage, welche Kapelle aufgebeben und in welcher nun gemeinsam gefeiert werden soll. In Aarau befand sich das Gotteshaus der Bischöflichen Methodistenkirche an der Fehrstrasse 10. Eine viergeschossige Kapelle, erbaut von den Gebrüder Brändli im Heimatstil. Die Evangelische Gemeinschaft hatte ihre Kapelle am heutigen Standort der Evangelisch-methodistischen Kirche hinter dem Bahnhof Aarau. Um dem durch die Vereinigung höheren Raumbedarf gerecht zu werden, wurde die alte EG-Kapelle durch einen Neubau nach Plänen von Hans Roser ersetzt. Das war bestimmt ein kluger Zug. So mussten beide Traditionen ihre Kapellen aufgeben zugunsten einer gemeinsamen neuen, der Paulus-Kapelle. Es gab keine "Gewinner" oder "Verlierer". Wenigstens theoretisch. Denn noch jahrelang sprach man von den Unterschieden zwischen den beiden Traditionen: "Das ist eher EG-Stil!" hiess es, oder: "Die MK war schon immer politischer als die EG". Auch wurde noch jahrelang darauf geachtet, welche Pfarrpersonen aus welcher Tradition kamen und wer leitende Rollen in der Pfarrerschaft einnehmen konnte. Wohl erst meine Generation, die zur Zeit der Vereinigung im Teenageralter war, empfand sich nicht mehr der einen oder anderen Seite zugehörig. Wir waren also die ersten Evangelisch-methodistischen Christ:innen, ohne die Ballast der vergangenen Traditionen. So musste ich auch bei Altbischof Heinrich Bolleter nachfragen, zu welcher Tradition die einstige Kapelle an der Fehrstrasse gehörte.

Ein weiter Hinweis, dass eine andere Zeit in der Evangelisch-methodistischen Kirche angebrochen ist: Seit einigen Jahren spricht und schreibt man wieder unbefangen von der "Methodistenkirche"

Vereinigungen haben noch einen anderen nachteiligen Effekt. Sie führen in der Regel in der Wirtschaft zu Stellenabbau, beziehungsweise in Kirchen zu einem Verlust an Mitgliedern. Letzterer darum, weil es immer Gläubige gibt, die sich mit dieser "Zwangsheirat" nicht abfinden können oder dadurch eine Verwässerung des Glaubens befürchten. Zwar wächst die fusionierte Kirche insgesamt, doch nicht in dem Mass, wie die Zahlen beider Mitgliedskirchen zusammengenommen erwarten lassen. Statistisch bewegt sich dieser "Verlust" im 10%-Bereich beider Traditionen, wie man bei Untersuchungen in den USA festgestellt hat.

Wie auch immer: Heute ist die EMK in Aarau eine lebendige, vielfältige und multikulturelle Gemeinschaft in ökumenischer Offenheit. Sie ist ihren Weg gegangen. Auch Jugendliche sind dort zuhause, selbst wenn man zwischen Altersheim auf der einen Seite und  Freimaurerloge auf der anderen Seite "eingeklemmt" sei, wie einst ein Jugendarbeiter bedauerte.

Jörg Niederer


Mittwoch, 11. Februar 2026

Türkische Zeitkapsel

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Bahnhofszene aus der Türkei, aufgenommen um 1950 von meinem Vater Willi Niederer.
Foto © Willi Niederer/Jörg Niederer
"Wer sich am heissen Milchbrei den Mund verbrannt hat, isst sogar Joghurt, indem er es vorher anpustet." Türkisches Sprichwort

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Ein Foto meines Vaters, entstanden so um das Jahr 1950, als er für Bühler Uzwil in der Türkei Mühlen einrichtete. Es war die Zeit, als dort das Ein-Parteien-System endete, als die Gefahr eines Putsches in der Luft lag, als der von Kemal Atatürk errichtete laizistische Staat vorsichtig wieder dem Islam eine grössere Bedeutung einräumte und die Türkei ein Mitgliedsstaat der NATO wurde. Die Industrialisierung wurde vorangetrieben, die Türkei verschuldete sich im Ausland, die Inflation zog an. Es war auch eine Zeit, in der es unter der Regierung von Menderes 1955 zu einem Pogrom gegen orthodoxe Christen kam mit massiven Menschenrechtsverletzungen, Zerstörungen von Kirchen, christlichen Schulen und Friedhöfen.

Das war also die Zeit, in der mein Vater in der Türkei mehrere Monate arbeitete. Das Foto ist aus einem stehenden Zug heraus aufgenommen. Eine Tafel im Einstiegsbereich warnt auf Türkisch davor, bei fahrendem Zug die Tür zu öffnen. Soldaten sind am linken Bildrand zu erkennen, die meisten Männer tragen eine Schiebermütze, die Frauen und selbst kleine Kinder bedecken die Haare lose mit einem Tuch. Man trägt Stoffhose und Tschoopen, manche eine Krawatte. Möglich, dass der winkende Mann unten rechts im Bild ein Bekannter meines Vaters war. Wo sich dieser Bahnhof in der Türkei befand, weiss ich nicht. Mein Vater lebt nicht mehr, er kann es mir nicht mehr sagen.

Die Farbe täuscht. Das ursprünglich in Graustufen aufgenommene Foto wurde von einer AI coloriert. Vielleicht war an diesem Ort gar nicht blau und braun tonangebend.

Seit dieses Bild entstanden ist, sind nun schon 75 Jahre vergangen. Die Welt ist eine andere geworden. Die Menschen aber sind noch immer die Gleichen. Sie träumen, sie hoffen, sie suchen, sie arbeiten, sie reisen, sie lachen, sie weinen, sie freien, sie nörgeln, sie verachten, sie ermutigen, sie lassen sich fallen, sie stehen wieder auf, sie werden geboren und sie sterben. Und das schon seit Menschengedenken, überall, zu jeder Zeit. Heute ich, vor mir mein Vater, nach mir die Töchter und Söhne heutiger Kinder. Wird es so bleiben?

Jörg Niederer

Dienstag, 10. Februar 2026

Möwenchaos

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Links eine Steppenmöwe, rechts eine jugendliche Mittelmeermöwe im Flug über der Steinacher Bucht am Bodensee.
Fotos © Jörg Niederer
"Möwen sind nicht zu überhören. Ihre lauten, typischen Rufe zaubern sofort maritimes Flair. Im Sommer hört man sie überall – an Stränden und in Häfen." Aus einem Podcast-Beitrag aus Dornum von Marlene

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Möwen sehen alle gleich aus. Gut, da sind kleinere und grössere. Gelegentlich haben sie einen schwarzen oder braunen Kopf. Doch gerade im Winter gleichen sie sich sehr. Das ist genau die Zeit, in der sie bei uns in der Schweiz sind.

Ein Beispiel. Am Sonntag nahm ich an einer Wasservogelexkursion teil mit dem Möwenspezialisten Stephan Trösch. An einer Stelle am Steinacher Bodenseeufer sass in einiger Distanz vom Ufer eine Grossmöwe. Anhand dieser Möwe erklärte der Experte ausführlich, warum es sich um eine Steppenmöwe und nicht um eine Silbermöwe handelt. Zugleich meinte er, um sie wirklich sicher bestimmen zu können, müsse man die ausgebreiteten Flügel sehen können.

Einige Zeit später flog die Möwe auf, und liess ihren Ruf ertönen. Während sie das tat, meinte Stephan Trösch, nun habe er sich blamiert, es sei nun doch eine Silbermöwe.

Grund, dass die Bestimmung von Möwen hohe Kunst ist, liegt daran, dass manche Möwen im 2. Jahr erwachsen werden, andere erst im 3. oder gar 4. Jahr. Eine Vierjahresmöwe wechselt im Verlauf dieser vier Jahre achtmal ihr Aussehen. Dabei geht es um Nuancen. Hinzu kommen noch Unterschiede, je nach dem, woher eine Möwe ursprünglich kommt. Das nun ist Grund, dass viele Vogelkundler gar nicht erst versuchen, Möwen zu bestimmen.

Eine Steppenmöwe gab es dann doch noch zu bewundern, auch im Flug.

Grossmöwen sind heutzutage seltener geworden an den Seen der Schweiz. Durch die Klimaerwärmung finden sie weiter nördlich ihre Ruheplätze. An der Exkursion konnten wir aber doch fünf verschiedene Möwenarten beobachten. Nebst den schon erwähnten kamen noch die Mittelmeermöwe, die Lachmöwe und die Sturmmöwe hinzu. Auch zu entdecken, jedoch weit draussen auf dem See unter Trupps von Schwarzhalstauchern war noch ein Ohrentaucher und ein Rothalstaucher.

Auf der Webseite von Stephan Trösch finden sich einige Impressionen von der Exkursion.

Jörg Niederer

Montag, 9. Februar 2026

Schmucke Kapelle in Suhr

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In der Kapelle der Methodistenkirche in Suhr treffen sich Menschen unter der Woche.
Fotos © Jörg Niederer
"Bei uns geht es nicht nur um ein paar Tipps fürs Leben, sondern um die Begegnung mit Gott." Von der Webseite der EMK Aarau

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Am Samstag wanderten wir von Aarau via Suhr das Wynental hinauf bis kurz vor Teufenthal. Zwei Kapellen der Methodistenkirche finden sich auf dieser Strecke. Einmal die Evangelisch-methodistische Kirche Aarau und die dazu gehörende Kapelle in Suhr. In Aarau gehört auch ein Wohnhaus der Kirche.

Mir hat die schmucke Kapelle in Suhr ausgezeichnet gefallen. Sie ist modern beschriftet und sehr gepflegt. Vielleicht ist sie auch deshalb so im Schuss, weil dort Anlässe unter der Woche stattfinden, und weil ein Architekturbüro dort zu finden ist. Da braucht es eine ansprechende Visitenkarte. Wer traut schon einem Architekten, würde er in einer Bruchbude wohnen.

Ab Suhr klaft wieder eine "methodistische Lücke", die erst in Luzern endet. 50 Kilometer sind es, und doch nicht ganz methodistisches Niemandsland. Im Wynental gab es einst in Gränichen, Oberkulm, Gontenschwil und Reinach weitere Kapellen. Vor Jahren lebten wir als Pfarrfamilie selbst in Reinach. Es war eine gute Zeit mit lieben Menschen. Einige Jahre, nachdem wir weggezogen waren, wurde der Bezirk, bestehend aus Reinach, Gontenschwil, Oberkulm und Schmiedrued durch die Kirchenleitung geschlossen. Es war meines Wissens das erste Mal, das gleich ein ganzer seelsorglicher Arbeitszweig der Kirche beendet wurde. Alle Gemeinden waren finanziell und auch von der Zusammensetzung nicht mehr selbst tragend und lebensfähig. So jedenfalls die damalige Einschätzung der Verantwortlichen.

Der nächste Abschnitt meiner Kapellentour wird folglich zu einer sentimentalen Reise an frühere Wirkorte. Dann werde ich auf den Wegen den Passant:innen ganz besonders bewusst ins Gesicht schauen, und mich immer Fragen: Sollte ich diesen Menschen von früher her kennen?

Jörg Niederer

Sonntag, 8. Februar 2026

Erkennen

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Ausschnitt aus den Glasfenster von Ferdinand Gehr in der Kirche Heilig Geist in Suhr. Mutter Jesu und Apostel empfangen das Pfingstfeuer.
Fotos © Jörg Niederer
"Doch wer Gott liebt, der weiss: Ich bin von ihm erkannt und angenommen." Bibel: 1. Korinther 8,3

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Man könnte meinen, der Künstler Ferdinand Gehr (1896-1996) habe einen sehr weiblichen Jesus mit seinen Jüngern dargestellt auf den Glasfenstern in der Kirche Heilig Geist in Suhr. Doch es ist ganz anders. Hier werden die Apostel mit der Mutter Jesu vom verheissenen Pfingstfeuer erfüllt.

Nicht immer erkenne ich sofort, wie etwas gemeint ist und wer dargestellt wird. Dazu einige Gedanken.

Moderne Radaranlagen erfassen zu schnell fahrende Autos von vorn. Auf den Fotos erkennt man nicht nur die Nummernschilder, sondern auch wer hinter dem Steuer sitzt. Bei Google Maps kann man ganze Städte erkunden, als würde man gerade durch die Strassen fahren. In 99 Prozent der Fälle wurden dabei abgebildeten Menschen unkenntlich gemacht. Doch immer wieder versagt bei einzelnen Passanten die Anonymisierung. Man kann den Menschen ohne dessen Einwilligung erkennen. Menschen werden bei der Polizei erkennungsdienstlich behandelt. Prominente werden erbarmungslos von Paparazzi verfolgt, sobald sie gegen ihren Willen erkannt worden sind.

Ist es da wirklich so erstrebenswert, von Gott erkannt zu werden? Ich glaube schon, weil bei Gott Erkenntnis mit Liebe verknüpft ist.

Es gibt Erkenntnis und Erkenntnis. Es gibt, genauer gesagt, Erkenntnis und Liebe. "Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber baut auf." (1. Korinther 8,1).

Wenn in der Bibel gesagt wird, Adam habe Eva erkannt, dann ist damit der Liebesakt gemeint, die intimste Form der Vereinigung zweier Menschen.

Gottes Erkenntnis von dir schafft die Basis deiner Liebe zu Gott. Er hat dich erkannt. Er ist dir dabei sehr nahe gekommen. Er hat sich dir zu erkennen gegeben. Indem er dich angesehen hat, hast du ihn erkannt.

Gottes Handeln und Lieben geht menschlichem Handeln und Lieben voraus. Wäre er uns nicht so nahe gekommen (ohne uns dadurch in unserer Persönlichkeit und Intimsphäre zu verletzen), wir hätten von Gott nicht das Geringste erkannt. In Jesus Christus bekommt Gott ein Gesicht, wird erkennbar. Jesus Christus sagt: "Wenn ihr mich erkannt habt, dann werdet ihr auch meinen Vater erkennen." (Johannes 14,7). Das ist nicht nur Erkenntnistheorie. Das ist Anleitung zu erkennender, erfüllender Liebe. 

Jörg Niederer

Samstag, 7. Februar 2026

Eingeklemmte Natur

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Zwischen Rupperswil und Hunzenschwil, gerade noch auf Boden von Rupperswil, zwischen den Autobahnen, hat der Biber mit einem Damm im Dorfbach den Wald unter Wasser gesetzt.
Fotos © Jörg Niederer
"Die Achtung vor deinem eigenen Selbst ist nächst der Religion der stärkste Damm gegen alle Laster." Francis Bacon (1561-1626)

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Die Gemeinden Rupperswil und Hunzenschwil werden gleich von zwei Autobahnen voneinander getrennt. Jedes der Dörfer übernimmt dabei eine Autobahn auf seinem Gemeindegebiet. Der Lärm der Autos ist dort zwischen den beiden Nationalstrassen unüberhörbar. Keine gute Wohnlage, auch wenn ein kleiner Wald den Dorfbach in seiner Mitte birgt. Genau dort, auf dem Zozelächer, haben Biber den Dorfbach mit einem sehenswerten Damm aufgestaut, und damit den Wald auf einer beachtlichen Fläche überschwemmt. An diesem unwirtlichen Ort ist es den grössten einheimischen Nagern so richtig wohl. Wobei, das kleine Waldstück bietet nicht gerade Nahrung im Überfluss. Zudem mussten einige Bäume gefällt werden, um die Passant:innen auf dem dort durchführenden Weg zu schützen.

Auf meiner Wanderung von Kapelle zu Kapelle habe ich mich über diese überraschende Entdeckung in jener dicht besiedelten Region im Mittelland sehr gefreut. Ist der Damm nicht faszinierend und genial gebaut?

Jörg Niederer

Freitag, 6. Februar 2026

Schmerzensweg - Erinnerungsweg

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Eine der Kapellen der Evangelisch-methodistischen Kirche liegt in einem ruhigen Ortsteil der politischen Gemeinde Rupperswil.
Fotos © Jörg Niederer
"Es kann der Tag kommen, da all unser Gold nicht reicht, uns ein Bild von der entschwundenen Zeit zu formen." Inschrift von Unbekannt beim Dorfmuseum Rupperswil

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Rupperswil. Hier besitzt die Evangelisch-methodistische Kirche eine Kapelle. Aktuell wird sie als Wohnhaus und auch noch als Kirche benutzt. Jedoch besuchen die Methodist:innen, die hier einst in den Gottesdienst gingen, wie schon jene aus Bremgarten (Siehe Beitrag vom  1. Februar 2026!) und Lenzburg (Siehe Beitrag vom 4. Februar 2026!) die Anlässe der "3x3 EMK Region Lenzburg". Das ist naheliegend, im buchstäblichen Sinn. Eine Pfingstgemeinde ist heute in den Räumen in Rupperswil eingemietet.

Ich bin wieder in einer Region, in der sich die Präsenz der Methodistenkirche in verschiedenen Liegenschaften niederschlägt. Alleine auf der gestrigen Etappe der Kapellentour von Lenzburg via Rupperswil, Hunzenschwil und Rohr nach Aarau bin ich an drei methodistischen Gotteshäusern und an einer ehemaligen Kapelle vorbeigekommen.

Aber es ist auch eine Wanderung, an der mich trübe Gedanken begleiten. So steht doch Rupperswil für einen der brutalsten Morde in der Geschichte der Schweiz. Gerade lief auf SRF eine Dokumentation über dieses schreckliche Geschehen. Unter den Opfern war auch eine junge Frau, die in der 3x3-EMK-Gemeinde ein- und ausgegangen ist. Und dann bin ich auch wieder vor dem Haus in Rohr gestanden, in dem mein jüngster Bruder nicht mehr weiter leben konnte und wollte. Das war vor noch nicht einmal zwei Jahren.

Aber Rupperswil war auch ein Ort, an dem ich als etwas erfahrenerer Nachbarspfarrer einen Kollegen begleiten durfte, der eben seine ersten Schritte in dieser Aufgabe zu gehen versuchte. Heute wirken zwei seiner Brüder an massgeblichen Stellen in der Kirche mit. Er jedoch hat sich im Verlauf dieser Zeit als Pfarrervikar in Rupperswil für einen anderen Weg entschieden.

Rupperswil. Das ist auch der Standort der Zuckermühle. Da fühlt man sich als Bewohner von Frauenfeld und dessen Zuckerfabrik doch gleich irgendwie mit dem aargauischen Ort verbunden.

Ganz nebenbei konnte ich auf dieser Wanderung auch einige Dinge erledigen, die mit meinem weiteren Engagement in der Methodistenkirche zu tun haben. So besichtigte ich Lokalitäten für die kommende Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika in Hunzenschwil. Dazu aber etwas mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

Jörg Niederer

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