Ein Zitat
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| Foto © Jörg Niederer |
Hingesehen
Der Prophet Ezechiel sah in einer Vision den neuen Tempel, der ein untrügliches Zeichen einer neuen Gnadenzeit für Israel war. Indem er seinen Landsleuten im Exil von diesen Bildern erzählte, machte er ihnen Hoffnung und Mut.
Wie kann man ein klassisches Musikstück mit Worten beschreiben, dass jemand, der es absolut nicht kennt, wirklich auch hört? Wie kann man ein Bild so beschreiben, dass ein Leser es nicht nur in seiner Fantasie zu sehen glaubt, sondern es wirklich auch sieht?
Wie kann jemand ein Bauwerk so beschreiben, dass ein anderer, der seinen Worten lauscht, dieses Bauwerk auch wirklich sieht?
Es müssen grosse Künstler sein, die so beschreiben können. Und es müssen sehr aufmerksame Leserinnen und Hörer sein, welche das Beschriebene in ihrer Vorstellung richtig rekonstruieren können. Meine Vorstellungskraft reicht dafür nicht aus. Mir sagt ein Bild mehr als tausend Worte.
Ezechiel beschreibt nicht nur den Tempel. Er zeichnet ihn wie ein Architekt. Der Tempel wird vermasst. Das macht es relativ einfach, dieses Gebäude in seiner Form zu rekonstruieren. Und doch sehen verschiedene Menschen Unterschiedliches. Da gibt es Ufo-Gläubige, die den Tempel als Weltraumhafen sehen für das "Raumschiff", das in Ezechiel 1 beschrieben werde.
Und wir: Interpretieren wir die Verheissungen und Zukunftsbilder der Bibel richtig? Spielt unsere Fantasie mit uns, oder sehen wir in den Visionen der Bibel wirklich Gottes zukünftige Welt?
Jörg Niederer






