Montag, 21. September 2026

Begegnungen der besonderen Art

Ein Zitat

Wichtige Persönlichkeiten: Vordere Reihe von links nach rechts: Levi Bautista, Pfarrerin Allison Mark, Bischof Julius C. Trimble und Dr. Humberto Martín Shikiya.
Foto: © Jörg Niederer
"Frieden ist kein Ziel, sondern eine Verantwortung." Dr. Humberto Martín Shikiya, Methodistischer Friedenspreisträger 2026

Entdeckt

Internationale Konferenzen sind ideale Orte, um interessanten Menschen begegnen zu können. Aktuell tagt das "General Boards of Church and Society" (GBCS) der Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) in Genf. Auf dem Foto von der gestrigen Sitzung sind gleich vier herausragende Persönlichkeiten methodistischer Prägung zu sehen. Von links nach rechts in der vordersten Reihe sind dies:   

Levi Bautista, Stellvertretender Generalsekretär des GBCS für den Bereich "United Nations" und Internationale Angelegenheiten.

Pfarrerin Allison Mark, Präsidentin des "Boards of Directors", dem Aufsichtsorgan des GBCS.

Bishop Julius C. Trimble, Generalsekretär des GBCS

Dr. Humberto Martín Shikiya Von der autonomen Evangelisch Methodistischen Kirche in Argentinien. Er ist der Preisträger des Methodistischen Friedenspreises 2026. Ausgezeichnet wurde er für seine Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit in Kolumbien.

Heute steht eine Führung durch die Gebäude der UNO auf dem Programm. Ich bin gespannt, was ich da Neues erfahre.

Jörg Niederer

Sonntag, 20. September 2026

Genf, der Jet d'Eau und der Mont Blanc

Ein Zitat

Die Wasserfontäne des Jet d'Eau schiesst 140 Meter hoch. Dahinter sieht man von Genf aus den Mont Blanc, mit 4807,3 Metern der höchste Berg der Alpen.
Foto: © Jörg Niederer
"Der Mann brachte mich zum Eingang des Tempels. Unter der Türschwelle sprudelte Wasser hervor … Der Mann sagte zu mir: 'Das Wasser fließt in ein Gebiet im Osten und dann in den Jordangraben. Der Fluss mündet schließlich ins Tote Meer und macht das Wasser darin lebendig.'"  (Bibel: Ezechiel 47,1+8)

Entdeckt

Zur Auflösung des gestrigen Blogs: Genf ist die Stadt, in der ich mich gerade befinde. Heute gibt es nun das Gespräch nach dem Gottesdienst in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK). Und darum geht es: "Das öffentliche Zeugnis, die regionale Kontextualisierung und die Sozialen Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche im europäischen Kontext". Es wirken unter der Leitung von Pfarrer Dr. Liberato Bautista mit: Bischöfin Rosemarie Wenner, Dr. Thorsten Göbel, Pfarrerin Sarah Tiainen und dann noch meine Wenigkeit.

Seit der Generalkonferenz 2020/24 ist es den EMKs in den verschiedenen Regionen der Welt stärker möglich, auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst zu reagieren. Zudem gibt es seit besagter Generalkonferenz neu formulierte Soziale Grundsätze. Es geht also im Wesentlichen um die sozialethische und diakonische Praxis der Kirche. Da passt doch die folgende Besinnung zum Bibelzitat oben ganz gut, ist doch das Wasser kostbares Geschenk aus Gottes Hand.


Ezechiel sieht in einer Vision, wie am Tempel eine Wasserquelle entspringt. Anfänglich klein, wird aus dem Bach nach etwa 2 Kilometern ein Strom, durch den man nicht mehr gehen kann und schwimmen muss. Dieses Wasser fliesst ins Jordantal und dann ins Tote Meer. Die Ortsbezeichnung En Gedi in Ezechiel 47,10 weist deutlich darauf hin. Das Tote Meer, ein Salzsee ohne Abfluss – es ist sein Wasser, das nach Vers 8 lebendig gemacht und damit geheilt wird durch den Strom, der vom Tempel in Jerusalem ausgeht. Ein tiefsinnig symbolisches Hoffnungsbild.

Heute streitet man sich im Nahen Osten um das Wasser des Jordans. Immer weniger davon gelangt ins Tote Meer. Es droht auszutrocknen. Techniker beraten, wie man den Salzsee retten könnte; etwa durch eine Meerwasserpipeline vom Mittelmeer zum 400 Meter unter dem Meeresspiegel gelegenen Toten Meer. Doch so etwas würde den Charakter des Salzsee-Wassers massiv verändern. Wer von diesen Schwierigkeiten weiss, wünscht sich, dass Ezechiels Vision vom Wasserstrom Wirklichkeit wird. Gegenwärtig sieht es anders aus. Die Situation ist in den letzten kriegerischen Monaten nicht einfacher geworden. Realität und Wunsch klaffen weit auseinander.

Dann wäre da noch diese Frage: Wie viel trauen wir Gott zu? Wie viel Lebenswasser erwarten wir von Gott her? Wo sind die Ströme lebendigen Wassers (Bibel: Johannes 7,38) die von einem Menschen ausgehen, der Jesus Christus vertraut? Manchmal habe ich den Eindruck, als würde es mit all meinem Glauben nur gerade tröpfeln. Doch was sah Hesekiel? Auch beim Tempel Gottes war der Strom nur ein kleines Bächlein. Da kann noch viel geschehen mit unsern Lebenswasser-Tröpfchen.

Jörg Niederer

Samstag, 19. September 2026

Die Stadt am See

Ein Zitat

Die Stadt am See gemalt von Frauen mit Kopftüchern.
Foto: © Jörg Niederer
"Die beste Art sich zu wehren ist, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten."
Marc Aurel (121-180 n.Chr.)

Entdeckt

Heute reise ich für drei Tage in die Stadt, die auf dem Foto zu sehen ist. Dort werde ich an einem Podiumsgespräch mitwirken. Denn für einmal trifft sich das General Board of Church and Society (GBCS) der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche nicht in den USA, sondern an diesem geschichtsträchtigen Ort in Europa. Ich freue mich schon auf die Begegnungen mit Menschen, die ich lange nicht mehr gesehen habe.

Nun frage ich mich, ob jemand herausfindet, in welcher Stadt ich die nächste Zeit verbringen werde.

Jörg Niederer

Freitag, 18. September 2026

Traktor- und andere Relikte

Ein Zitat

Ein dahinrostender Traktor der Marke Fordson Mayor E27N, geschmückt mit einem Kuhschädel.
Foto: © Jörg Niederer
"Die Waage gleicht der grossen Welt: Das Leichte steigt, das Schwere fällt." Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)

Entdeckt

Auf dem Wanderweg vom Chuderhüsi nach Bowil hinunter steht bei einem Hof bei Buchen dieser alte Fordson-Traktor, vermutlich Model Mayor E27N. Diese Traktoren wurde von 1940-1952 gebaut. Fordson ist die Marke von Autopionier Henri Ford, der mittels Fliessbandfertigung Autos und später auch Traktoren besonders günstig auf den Markt bringen konnte. Das Leergewicht des Fordson Mayor E27N betrug 2367 Kilogramm. Heute wiegen grosse Reihenkulturtraktoren bis 12 Tonnen. Mit voluminöseren, breiteren Reifen wird der Druck auf den Boden pro Quadratzentimeter zwar deutlich reduziert. Aber es liegt auf der Hand, dass die Bodenverdichtung durch die Traktoren heute höher ist als damals, als mit dem Fordson-Traktor gewirtschaftet wurde.

Nun, die Fordson-Traktoren sind Geschichte und einer von ihnen rostet bei Buchen dahin. Um den morbiden Charakter des ausrangierten Fahrzeugs noch zu verstärken wurde er mit einem Kuhschädel geschmückt. Vielleicht soll das auch daran erinnern, dass einst Kühe und Ochsen als Zugtiere auf den Äckern ihre Dienste versehen mussten. Damals, als Tiere die Pflüge zogen, war die Bodenverdichtung noch gar kein Thema und damit auch nicht deren Folgen: Bis 20% weniger Ertrag und deutlich weniger Bodenlebewesen.

Jörg Niederer

Donnerstag, 17. September 2026

Charakterkopf

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Ein neugieriger Esel sucht den Kontakt zu uns.
Foto: © Jörg Niederer
"Einen Esel zu Grabe läuten." Redensart dafür, wenn sitzende Kinder mit dem Beinen baumeln wie ein tonloses und damit unnützes Geläut.

Entdeckt

Esel haben Charakter. Esel sind – entgegen landläufiger Meinung – nicht dumm. Esel sind sanft und meist zutraulich. Esel gehören zu den absoluten Lieblingstieren meiner Frau, und ich mag sie auch (meine Frau und die Esel!). Ohne Esel wäre die Welt ärmer. So gesehen ist es ein Kompliment, als Esel bezeichnet zu werden. Gerade werde ich nicht als Esel bezeichnet. Eigentlich irgendwie schade.

Jörg Niederer

Mittwoch, 16. September 2026

Pinkelnde Pilze

Ein Zitat

Rotrandige Baumschwämme. Beim linken Pilz kann man anhand der Tropfen die als Guttation bezeichnete Absonderung von überschüssigem Wasser gut erkennen.
Foto: © Jörg Niederer
"Mit Menschen ist es wie mit Pilzen. Zuerst sieht man die Auffälligen. Aber die sind meistens giftig. Die Guten muss man länger suchen." Autor:in unbekannt

Entdeckt

Google sagt, bei den Pilzen auf dem Foto handle es sich um Rotrandige Baumschwämme. Ob es stimmt, kann ich nicht beurteilen. Dagegen bin ich sicher, dass der eine Pilz Wasser absondert. Man nennt diesen Vorgang, der nebst den Pilzen auch bei Pflanzen vorkommt, "Guttation".

"Gutta" ist ein lateinisches Wort und bedeutet "Tropfen" oder "Tröpfchen", auch "kleiner Fleck".

Bei bestimmten klimatischen Bedingungen, etwa wenn hohe Luftfeuchtigkeit vorliegt, es zugleich heiss ist oder dann um Null Grad Celsius, sondern einige Pilzarten überschüssiges Wasser ab. Das geschieht besonders auch zu Zeiten, in denen der Pilz stark wächst und daher mit dem Wasser auch viele Nährstoffe über das Myzel aus dem Holz gewinnen muss. Bei der Guttation handelt es sich also nicht um ein Schwitzen. Mit Schwitzen wird ja die Körpertemperatur reguliert. Eher könnte man sagen: der Pilz pinkelt. Denn die abgesonderten Tröpfchen bestehen nicht nur aus Wasser, sondern auch aus organischen Stoffen, etwa Aminosäuren. Pflanzen bei der Guttation geben so unter anderem auch zuvor aufgenommene Pflanzenschutzmittel ab (was für Insekten, die davon trinken, tödlich enden kann). Nebst der Regulierung des Wasserhaushalts entsorgen Pilze auf diese Weise Abfallprodukte. Es empfiehlt sich also nicht, diese Wassertropfen an den Pilzen zu trinken. Sie können für den Menschen schädliche Substanzen enthalten. Bei Giftpilzen kann deren Gift auch in den Guttationstropfen enthalten sein. Zudem sind diese Tropfen, auch wenn sie von ungiftigen Pilzen stammen, geschmacklich weit entfernt von reinem Wasser.

Jörg Niederer

Dienstag, 15. September 2026

Atemberaubend

Links: Aussicht vom Chuderhüsi-Turm: V.l.n.r. Wetterhorn, Schreckhorn, Finsteraarhorn Gross Fiescherhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau. Davor sieben Hengste und Guggisgrat. Recht: der Chuderhüsi-Turm.
Foto: © Jörg Niederer

Ein Zitat

"Da liegt a junger Schrofndottl, / Er hat a Bergtour gmacht im Mai: / Gar langsam ist er aufikommen, / Aber untn g'wosn glei." Tiroler Marterl für einen abgestürzten Bergsteiger

Entdeckt

186 besteigbare Türme gibt es in der Schweiz. Erstaunlich, bedenkt man, dass viele von ihnen für nichts anderes gut sind, als um die Aussicht zu betrachten. Einer davon ist der Chuderhüsiturm. 195 Treppenstufen führen auf eine Höhe von 37 Metern. Diese Höhe braucht es auch, um über die mächtigen Tannen hinweg die Aussicht zu geniessen. Die ist dann auch bemerkenswert. Besonders der Blick zu den Berner Alpen ist atemberaubend. So sagt man zumindest, denn der Aussicht wegen hat noch niemand aufgehört zu atmen.

Auf dem Foto sind von links nach rechst die folgenden Alpengipfel zu sehen: Wetterhorn (3692 m ü. M.), Schreckhorn (4078 m ü. M.), Finsteraarhorn (4274 m ü. M.), Gross Fiescherhorn (4049 m ü. M. Der etwas niedrigere, schneebedeckte Gipfel rechts hinter dem Finsteraarhorn.), Eiger (3.967 m ü. M.), Mönch (4.110 m ü. M.) und Jungfrau (4.158 m ü. M.). Auf keinem bin ich je gestanden und werde es wohl auch nie. Dafür sieht man bei der Bergkette direkt vor den Alpenriesen die Sieben Hengste und den Guggisgrat. Die Sieben Hengste bestieg ich eins in jugendlichen Jahren von Beatenberg aus. Damals verbrachte ich Zeit in einem Sonntagschullager und durfte einige der Leitenden begleiten in diese atemberaubende (schon wieder!) Karstlandschaft. Es war meine erste grosse Bergtour. Da möchte ich unbedingt noch einmal hin. Vorerst aber bleibt das Schauen aus Distanz.

Jörg Niederer

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