Ein Zitat
 |
| Foto © Jörg Niederer |
"Gestern bin ich von meiner 6-wöchigen Wanderung von Sigmaringen/Donau nach London zurückgekehrt und bin voller Begeisterung von meinem cart4go 4all. Mit Rucksack hätte ich (70-Jähriger Rentner) die 1200 km niemals geschafft, ging es doch u.a. über 3 Mittelgebirge: Schwäbische Alb, Schwarzwald und Vogesen." Kommentar von Dr.M.S. auf der Webseite von cart4go
Entdeckt
Nun bin ich also 72 Kilometer mehr oder weniger hinter meinem Wanderkollegen René Moor und seinem Wanderwagen hergetrottet. Auf meinem Rücken lasteten wohl so 15 Kilogramm Rucksackgewicht mit Inhalt. Die Folge: Verspannte Schulter am 3. und 4. Tag. Mein Vorauswanderer hatte diesbezüglich keine Schwierigkeiten. Seine Wanderausrüstung rollte auf dem von ihm meist wie ein Karette gestossenen Wanderwagen. Ging es steil bergauf, dann wurde er auch schon einmal gezogen. Hinunter, etwa über eine Treppe, liess sich der Wagen leichter steuern, wenn er dem Wanderer vorausrollte.
Der Wanderwagen ist schon seit 2017 in Besitz von René Moor. Seither ist viel gegangen beim Produzenten. Der Wanderwagen cart4go wurde weiterentwickelt. Es gibt schon vier Modelle. Auch kann man ihn sich nun auch in die Schweiz liefern lassen. Zugriemen gab es schon beim Modell von 2017, doch René Moor verzichtet darauf. Mit einer Breite von 52 Zentimeter kommt es auch mit Singletrails zurecht. Den Bianco- oder auch Lägerngrat sollten es dann aber doch nicht sein. So will der Schrittler, wie sich Moor auch nennt, mit dem Wanderwagen vor allem die flacheren Passagen begehen. Begonnen am Bodensee durfte ich ihn also bei seiner zweiten Serie von Weinfelden entlang von Thur und Rhein bis nach Kaiserstuhl begleiten. Weiter soll es bis an den Genfersee gehen. Die vier zurückgelegten Etappen boten viele flache Wegabschnitte, aber auch den einen oder andern steilen Auf- und Abstieg auf typischem Wanderterrain. Der Wagen erfüllte klaglos seinen Dienst. Was man von mir nicht sagen konnte. Gelegentlich habe ich schon geklagt, meist leise und heimlich. Denn zweifellos bietet so ein Wanderwagen neue Möglichkeiten, sich auf zwei Beinen unbelasteter fortzubewegen.
Noch einige Details zum Gefährt. Es wird ohne Packtasche geliefert. Alle Teile sind mit einem einzigen Inbusschlüssel montier- und zerlegbar. Die Reifen sind PU-pannengesichert. Je nach Grösse kann zwischen 17 und 25 Kilogramm zugeladen werden bei einem Eigengewicht von unter 3 bis 6 Kilogramm. Die Kosten sind überschaubar, spart man sich doch so früher oder später teure Rückenoperationen. Von 270 Euro geht es je nach Modell hoch bis 400 Euro.
Also mich hat der Wanderwagen überzeugt. Vielleicht werde ich bald auch so unterwegs sein. Das selbst dann, wenn ich gelegentlich etwas dumm angeglotzt werden sollte. Gerade auch mit Blick auf die teure Kameraausrüstung, die schnell einmal ins Gewicht gehen kann, ist ein Wanderwagen Balsam für den lastengeplagten fotografierenden Fernwanderer.
Jörg Niederer