Montag, 10. August 2026

Street Parade

Ein Zitat

Die Scheibe im Abteil eines Zugs von Bern nach Zürich war wohl von Besuchenden der Street Parade in arge Mitleidenschaft gezogen worden.
Foto © Jörg Niederer
"Together We Move" Motto der diesjährigen Street Parade

Entdeckt

Wer seine Ruhe haben möchte, fährt besser nicht während der Street Parade von Bern nach Zürich. Nicht nur, dass manche Fahrgäste allen andern im Zug ihre Songs vorführen wollten, dabei lauthals mitsangen und alkoholbedingt ihre sprachlichen Lautäusserungen nicht mehr ganz auf Zimmerlautstäre einpegeln konnten. Nein, auch der Abfall häufte sich an den unmöglichsten Orten. Von unserem Abteil aus war auch die Aussicht, wohl aufgrund von Zusammenstössen irgendwelcher harter Körperteile mit der Scheibe, doch sehr fragmentiert. Vielleicht hatte aber auch jemand nun endlich diese Hämmerchen ausprobiert, das in den Zügen die Möglichkeit des Notausstiegs sicher soll. Falls ja, so hat alles wunderbar funktioniert. 

Die zerbrochene Scheibe ergab eine ganz neue Sicht der Dinge. Oder müsste man sagen: Zum ersten Mal sah man, wie zersplittert die Welt wirklich ist. Zusammengehalten wurde die Bruchscheibe von einer dünne aufgeklebten Plastikfolie. Diese sorgte dafür, dass auch bei Druckaufbau durch entgegenkommende Züge die Scheibe nicht kollabierte. Wie ist das mit unserer Gesellschaft? Was hält diese noch zusammen?

Jörg Niederer

Sonntag, 9. August 2026

Nachtragend

Ein Zitat

Taufstein in der Reformierten Kirche Wynigen.
Foto © Jörg Niederer
Jesus spricht: "Seid barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist. Ihr sollt andere nicht verurteilen, dann wird Gott auch euch nicht verurteilen. Sitzt über niemanden zu Gericht, dann wird Gott auch über euch nicht zu Gericht sitzen. Vergebt anderen, dann wird Gott auch euch vergeben." (Bibel: Lukas 6,36+37)

Entdeckt

Im Buch "Der Friedhof in Prag" erzählt Umberto Eco die Geschichte eines Anwalts, der mit Urkundenfälschung und Falschaussagen Menschen begünstigt und andere ins Gefängnis gebracht hatte. Dann stellte er einen jungen Advokaten ein. Dieser hatte den Anwalt in Verdacht, ihn um sein Erbe gebracht zu haben. Der junge Advokat lernte die üblen Machenschaften seines Chefs, bis er ihn mit eben diesen Mitteln hinter Gitter und die Anwaltskanzlei in seinen Besitz gebracht hatte.

Was der Mensch sät, das wird er ernten. Jesus sagt es so: "Denn der Maßstab, den ihr an andere anlegt, wird auch für euch gelten." (Bibel: Lukas 6,38)

Als Menschen hinterlassen wir unablässig unsere Spuren. Wir produzieren Altlasten. Sie erzählen von uns. Vielleicht, wie wir rücksichtslos den eigenen Vorteil gesucht haben auf Kosten anderer. Oder sie erzählen von der Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft unseres Lebens.

Lasten, die ich anderen Aufbürde, lasten schwer auf meinem Leben. Erleichterung, die ich anderen Menschen verschaffe, erfüllt mein Leben mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit.

Das Prinzip, das Jesus benennt, ist hinlänglich bekannt. Wie wir austeilen, so werden wir einstecken.

Manchmal bin ich jemandem gegenüber "nachtragend". Stelle dir das bildlich vor. Voraus derjenige, dem du etwas nachträgst, und dahinter keuchst du, beladen wie ein Page mit dem Übergepäck einer Diva. Du bist es, der von dieser Last schwer zusammengestaucht wird, nicht derjenige, dem du nicht vergeben kannst. Darum_ Lade deine Last ab, setze dich und den anderen frei!

Jörg Niederer

Samstag, 8. August 2026

Abschottung und Neutralität

Ein Zitat

Ein mit einem Graffiti zur Flüchtlingsthematik versehener Güterwagon steht ausgerechnet am 1. August 2026, dem Schweizer Nationalfeiertag, auf dem Bahnhof Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Hab Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Immanuel Kant (1724-1804)

Entdeckt

1. August 2026. Morgens auf dem Bahnhof Frauenfeld steht ein Wagon. Jemand hatte ihn besprayt mit einer Botschaft zur Flüchtlingspolitik der Schweiz. Da gibt es Bührle-Waffen und Öl das durch Pipelines in die Schweiz fliesst, dahin, wohin Afrikaner auf dem Rücken eines Delfins auf dem Weg sind. Wirtschaftliche Interessen und eine Abschottungspolitik gegenüber Menschen aus ärmeren Ländern. Was für ein unwürdiges Theater. Vielleicht deshalb auch Ines Torelli und Jörg Schneider, die Darsteller:innen von Kasperli und Kompagnie.

Ob an diesem schweizerischen Nationalfeiertag auch wieder aufgerufen wurde, die Grenzen dichter zu machen für Migrant:innen? Es sind die Rechtsparteien, die sich so immer wieder der internationalen Solidarität entziehen wollen, sobald es die Schweiz etwas kostet.

Gerade ist wieder eine SVP-Initative am Start. Auf Bahnhöfen kann man die plakative Werbung zur sogenannten Neutralitätsinitiative kaum übersehen. Sie passt in diese Politik der Selbstgenügsamkeit und der Entsolidarisierung. Gefordert wird eine schweizerische Neutralität, die z.B. nicht mehr die Boykotte gegenüber dem kriegsführenden Russland mittragen könnte. Auch eine Koordinerung bei Rüstungsfragen mit den umliegenden Ländern wäre bei Annahme dieser Initiative nicht mehr möglich.

Der Slogan dazu spielt einmal mehr mit Ängsten: "Kein Krieg. Ja zur Schweizer Neutralität".

Die Schweiz gehört schon zu den neutralen Staaten. Eine Zustimmung zu dieser Initiative vermindert in keiner Weise, dass die Schweiz in kriegerische Händel hineingezogen oder angegriffen werden könnte. Ich habe nachgeschaut, wie viele neutrale Staaten schon von feindlichen Mächten angegriffen und/oder erobert wurden in den letzten rund hundert Jahren. Dazu gehören Belgien, Luxemburg, Holland, Estland, Lettland und Litauen, Norwegen und Dänemark, Monaco und San Marino und auch Island. Dies geschah im 1. und 2. Weltkrieg. Das neutrale Tibet wurde 1950 gar von China annektiert.

Selbst wenn nicht alle diese Staaten die gleich Art der Neutralität besitzen oder besassen wie die Schweiz, so zeigt die Aufzählung deutlich: Neutralität kann nicht davor schützen, in eine kriegerische Auseinandersetzung verwickelt zu werden.

War die Schweiz neutral im 2. Weltkrieg? War der Umgang mit der jüdischen Bevölkerung und jüdischen Flüchtlingen in jener Zeit neutral? Ich denke nicht. Waren die Waffentransporte und die finanziellen Verflechtungen mit Nati-Deutschland neutral? Auch das kann so nicht behauptet werden. Dabei konnte das kriegsführenden Deutschland das Territorium der Schweiz für ihre Kriegszwecke (die Waffentransporte durch die Schweiz) nutzen. Das war nach den geltenden Neutralitätsverträgen eine Verletzung der Schweizer Neutralität.

Dieses opportunistische Vorgehen der Schweiz zeigt deutlich auf, dass es gerade nicht die Neutralität war, welche uns vor einem kriegerischen Angriff schützte.

Darum stimmt es einfach nicht, was die Initianten behaupten. Die Neutralitätsinitiative schützt nicht vor Krieg. Vielmehr geht es einmal mehr um Opportunismus und eine Entsolidarisierung mit unsern friedlichen Nachbarn oder den in Kriege verwickelten Ländern wie der Ukraine.

Es lohnt sich, das Argumentarium zu dieser Initiative gut durchzulesen. Denn wir brauchen die Forderungen dieser unsolidarische Neutralitätsinitiative nicht.

Jörg Niederer


Freitag, 7. August 2026

Die Dürre und das liebe Vieh

Ein Zitat

Dreimal Dürre. Einmal bei Burgdorf, dann bei Wynigen und ganz unten bei Hasle-Rüegsau.
Fotos © Jörg Niederer
"Überhaupt: Das Leben ist kurz; man muss die Gegenwart mit Vernunft und Gerechtigkeit nutzen. Sei nüchtern und entspannt." Marc Aurel (121-180 n. Chr.)

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Dreimal Dürre in der weiteren Region um Burgdorf herum. Ich erinnere mich an ein Gespräch. Es war im Frühjahr. Im Zug sass ich einem Flüchtling aus Afghanistan gegenüber. Der Bauernsohn lobte die grünen Wiesen und Matten in der Schweiz. Hier hätte es das Vieh noch besser als manche Menschen in seinem kriegsversehrten Land. Gerne würde er hier Bauer sein.

Das war, als die Dürre sich noch nicht abgezeichnet hatte. Gestern bei der Weiterwanderung auf der Kapellentour von Krauchthal zum Bahnhof Hasle-Rüegsau trafen wir in der Schwändi den Altbauern an, wie er auf einem alten Elektrovelo neben uns hoch flitzte und vor einem Wasserreservoir anhielt, um dort nach dem Wasserstand zu schauen. Ich fragte ihn, ob er noch genug Wasser habe. Er verneinte: "Eben ist es zu wenig. Die Quelle gibt noch einen Liter pro Minute." Jetzt füllte er das Reservoir mit dem teuren Wasser der Gemeinde etwas auf. Ich verstand nun, warum der Wasserschlauch von weiter oben zum Wasserspeicher des Bauern führte. Er erzählte. Sein Sohn, der nun den Hof führe, habe auch nicht mehr ausreichend Futter. Die Händler seien ausverkauft, sie könnten nicht mehr liefern, auch nicht aus Frankreich oder Deutschland, von wo sie in anderen Jahren Futter einführen konnten. Die Bauern der Nachbarsländer hätten selbst zu wenig Futter für ihre Tiere. Es habe zwar auch 2003 schon eine grosse Trockenheit gegeben, die sei aber nicht schon so früh gekommen. "So etwas habe ich noch nie erlebt", meint er. "Wir müssen wohl Kühe verkaufen."

An einer anderen Stelle sahen wir von Weitem eine Prozession von Kühen und Kälbern, wie sie über eine grosse, trockene Weide hinweg zum weit entfernten Zaun zogen. Dort hatte es angrenzend noch grüne Wiesen. Dort frassen sie dann unter dem Zaun hindurch. Andere Rinder hatten es besser, an denen wir vorbeiwanderten. Sie liessen sich nicht ablenken von dem relativ kleinen, von grünem Klee deutlich anders gefärbten Weideland. Es müsste wohl gerade gereichen haben für diesen einen Tag. Was aber dann?

Ich überlegte mir: Sieht es jetzt bei uns so aus, wie auf den Weiden des Bauernsohns in Afghanistan?

Jörg Niederer

Donnerstag, 6. August 2026

Der Kunstschatz in der kantonalbernischen Provinz

Ein Zitat

Das Langhans-Grab in der Reformierten Kirche Hindelbank wurde von Johann August Nahl dem Älteren geschaffen.
Foto © Jörg Niederer
"Kein Werk der Kunst hat jemals einen so mächtigen Eindruck auf mich gemacht als dieser Grabstein, den ich für das erhabenste Denkmal halten muss, das in der Welt irgend der Art besteht. Es ist das Grab, das seine Toten wiedergibt." James Fenimore Cooper (1789-1851)

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Da stand also der Autor des "Lederstrumpfs" vor dem Grabmal der Maria Magdalena Langhans in der Reformierten Kirche von Hindelbank, und war tief bewegt. Geschaffen wurde es von einer damaligen Berühmtheit, vom Bildhauer Johann August Nahl dem Älteren (1710-1781). Es war im Jahr 1751, als er dabei war, die Grabplatte für den berühmtesten Mann des Orts zu erstellen, für Hieronymus von Erlach. Dieser erbaute das Schloss Hindelbank, wirkte als bernischer Gesandter in Paris, war Schultheis von Bern und auch sonst ein Wohltäter bis zu seinem Tod 1748. In jener Zeit wohnte Nahl beim Pfarrer von Hindelbank in dessen Wohnung, um täglich schnell am Ort seiner Auftragsarbeit zu sein. Dabei lernte er auch die mit dem ersten Kind schwangere Frau des Pfarrers kennen. Maria Magdalena Langhans war eine einnehmende Persönlichkeit. Doch am Vorabend des Osterfests verstarb sie im Alter von erst 28 Jahren bei der Geburt eines Knaben, der seine Geburt ebenfalls nicht lange überlebte.

Nahl, der selbst den Tod von 12 seiner 15 Kindern miterleben musste, war tief betroffen und aufgewühlt. So schuf er auch das Grabmal für Maria Magdalena Langhans und ihren kleinen Sohn. "Eine Grabplatte, von Todessymbolen und den Wappen der Pfarrfamilie eingefasst, trägt die Inschrift: 'Herr, hier bin ich und das Kind, so du mir gegeben hast'!, sowie die Worte aus einem Gedicht des Berner Arztes und Naturforschers Albrecht von Haller: 'Horch! Die Trompete ruft, sie schallet durch das Grab / Wach' auf, mein Schmerzenskind, leg deine Hülle ab / Eil deinem Heiland zu, vor ihm flieht Tod und Zeit / Und in ein ewig Heil verschwindet alles Leid'. Der Stein, aus einem einzigen Block gehauen, scheint von unten herauf geborsten und in drei Stücke zerbrochen. Im entstandenen Riss wird die Pfarrfrau mit dem Kind sichtbar, die, zu ewigem Leben erweckt, ins Licht empor drängt." So wird das Grab auf der Webseite der Reformierten Kirche Hindelbank beschrieben.

Das Grab wurde bald von verschiedensten Menschen besucht und bewundert, darunter auch Johann Wolfgang von Goethe, Arthur Schopenhauer und Albert Anker. Bei "vermögenden Leuten und Kunstkennern des 18. Jahrhunderts" war das Langhans-Grab besonders angesehen. Manche erstanden Kopien aus Gips, Ton oder Porzellan. Kupferstiche davon wurden als Souvenir von Kutschenreisenden mit nach Hause genommen.

Ich muss zugeben, auch mir macht diese Grabplatte Eindruck. Und noch mehr diese tragische Geschichte, die damit verbunden ist.

Jörg Niederer

Mittwoch, 5. August 2026

Eine Gülle namens Bodensee

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Ein Teichfrosch sitzt auf einem Seerosenblatt im Naturschutzgebiet Hurst bei Hindelbank.
Foto © Jörg Niederer
"Die Badewanne prahlte sehr. / Sie hielt sich für das Mittelmeer / Und ihre eine Seitenwand / Für Helgoländer Küstenland." Joachim Ringelnatz (1883-1934)

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Am vergangenen Samstag besuchte ich, wie so viele, das Schweizertreffen 2026 der Jungscharen der Evangelisch-methodistischen Kirche. Gestern um 17 Uhr zog ein Gewitter über das Camp-Gelände bei Brittnau hinweg. Glücklicherweise konnte bald schon Entwarnung gegeben werden. Alle Personen sind wohlauf. Einige kleinere Sachschäden sind aber an Zelten entstanden.

Doch eigentlich will ich von etwas anderem schreiben. Auf dem Nachhauseweg bin ich über die Fröschegüllenallmend zum Bahnhof Zofingen gewandert und habe mich gewundert über diese wunderliche Ortsbezeichnung: "Fröschegülle". Als würden sich Frösche in Jauche wohlfühlen.

An diesem Wort lässt sich wieder einmal schön der Bedeutungswandel feststellen. Denn früher wurde mit Gülle auch die Wasserlache oder der Tümpel bezeichnet, auch ein Loch, in dem nach Regenfällen das Wasser einige Zeit stehen bleibt. Zugleich konnte mit "Gülle" auch Kotlache, Sumpf und die Jauche bezeichnet werden. Vielleich hängt dies auch damit zusammen, dass stehende Gewässer einst alles andere als sauberes Trinkwasser enthielten.

Spasseshalber konnte dann auch schon einmal der Bodensee als Gülle bezeichnet werden. Belegt ist der Satz: "… d'Gülle, wo d'Schwiz vo Tütschland scheidt". Wenn jemand damals davon sprach, er werde "über die Gülle fahren", war damit das Auswandern nach Amerika gemeint.

Mit diesem Wissen ist nun auch klar, wie die heute seltsam klingende Bezeichnung "Fröschegülle" zustande kam. Wir würden einfach von einem Froschtümpel sprechen. Mit der stinkenden Gülle oder auch nur schon der Jauche hat das nur ganz entfernt zu tun.

Jörg Niederer

Dienstag, 4. August 2026

Alterssitz unweit der Frauenstrafanstalt

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In und vor dem Alters- und Pflegeheim Jurablick in der Berner Gemeinde Hindelbank.
Fotos © Jörg Niederer
"In der Jugend sollte man Weisheit lernen; im Alter sollte man weise handeln." Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)

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Auf meiner Kapellentour zu methodistischen Liegenschaften kommen wir nicht nur an Kapellen vorbei, sondern auch an diversen sozialen Einrichtungen. Das letzte Mal, als wir vor einem der Alters- und Pflegeheimen der Bethesda Alterszentren AG standen, war es Winter und wir waren in der Stadt Zürich unterwegs (Siehe Beitrag von 10. Januar 2026!). Nun, fast sieben Monate später besuchten wir auch das Alters- und Pflegeheim Jurablick in Hindelbank. Bekannt ist der Ort schon eher wegen der Frauen-Justizvollzugsanstalt. Sie findet sich direkt neben dem Schloss Hindelbank auf einer Anhöhe etwas ausserhalb des Dorfes. Auch daran sind wir vorbeigekommen. Doch nach Hindelbank führte mich genau dieses Alters- und Pflegeheim. Aufgewachsen in Wanderdistanz zu Jurahöhen gefällt mir natürlich dessen Namen "Jurablick". Im Beschrieb auf der Webseite heisst es: "Das Alters- und Pflegeheim Jurablick liegt mitten im Dorfzentrum von Hindelbank. Es verfügt über 60 moderne Alterswohnungen und 31 Pflegeplätze, die als individuell möblierte Einzelzimmer bewohnt werden. In einer geschützten Wohngruppe bieten wir zehn Menschen mit Demenzerkrankung ein Zuhause." Weiter gibt es ein Restaurant, einen kleinen Tierpark und noch vieles mehr. Da zur Philosophie der Bethesda Alterszentren AG eine gute seelsorgliche Begleitung gehört, suchte ich auch nach der hier angestellten Pfarrperson, wurde aber auf der Webseite nicht fündig. Dagegen gibt es natürlich auch in dieser Einrichtung regelmässige Andachten.

Meine Begleiterin meinte nach unserer kurzen Besichtigung, sie könnte sich vorstellen, im Alter hier zu wohnen. Was mir aufgefallen ist: Das dazugehörige Restaurant Vista war an diesem Morgen um 10.00 Uhr gut besucht. Das ist in solchen Häusern keine Selbstverständlichkeit und durchaus ein Qualitätsmerkmal.

Jörg Niederer

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