Ein Zitat
"Der Mensch von heute: das dümmste Lebewesen, das die Erde hervorgebracht hat: Er kriecht mit seinem Auto in der Großstadt wie eine Schnecke, nimmt die Umweltgifte in sich auf wie ein Staubsauger und ist obendrein noch stolz auf das, was er zustande gebracht hat." John B. Priestley (1894-1984)
Foto © Jörg Niederer
Entdeckt
Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, Gehäuseschnecken von exponierten Stellen auf Trottoirs und Strassen vorsichtig aufzuheben und in Sicherheit zu bringen. Dabei ist es wichtig, die Tiere anzuklopfen, damit sie sich vom Boden lösen, denn anders können sie schwer verletzt werden. Beim fotografierten Schneckenhaus sah ich jedoch sogleich, dass es wohl leer war, lag es doch auf dem Rücken. Indem ich es umdrehte, entdeckte ich zu meiner Überraschung ein raupenartiges Wesen, das sich später als Larve des Gelben Schneckenhauskäfers herausstellte. Nebst diesem Gelben gibt es bei uns nur noch eine weitere Variante des Schneckenhauskäfers. Alle ernähren sich im Larvenstadium von Gehäuseschnecken, die sie mittels Giftbiss töten. Dabei bohren sie ein Loch in das Kalkgehäuse der Schnecke, fressen die Schnecke auf und bleiben bis nach der Häutung geschützt im nun leeren Schneckenhaus. Danach verlassen sie es wieder durch ein weiteres, von ihnen gebohrtes Loch im Gehäuse. Warum sie nicht durch die natürliche Öffnung des Schneckenhauses ein- und ausgehen? Wohl, weil die Schecke diese Öffnung immer einmal wieder fest mit dem Untergrund verankert und verschliesst. Es ist unsicher, wie oft sich die Larve des Schneckenhauskäfers häutet. Beobachten wurden 3-8 Zyklen, wobei jedes Mal eine Schnecke dran glauben muss.
Interessant ist bei dieser Käferart auch der Geschlechterdimorphismus. Während das ausgewachsene Männchen wie ein hübscher kleiner Käfer mit Flügeln ausschaut, gleicht das Weibchen einer unförmigen Made ohne Flügel (Siehe Foto bei Wikipedia!). Da kann man wohl schon sagen: (In diesem Fall äusserliche) Gegensätze ziehen sich an.
Jörg Niederer





