Ein Zitat
"Alle Projekte sind unweigerlich mit dem Wasser verbunden." Bodo Middelhoff
Foto © Jörg Niederer
Entdeckt
Für einmal ist das kein Foto zur Trockenheit in der Schweiz. Obwohl, die Trockenheit ist auch im Feuchtgebiet Gampen, an der Gemeindegrenze von Berg im Kanton Thurgau deutlich zu erkennen.
Es geht bei diesem bewaldeten Landstück um ein Pilotprojekt des Kanton Thurgaus. Dieser will mehrere einstige Feuchtgebiete wieder vernässen, um so der Trockenheit entgegenzuwirken. Diese Feuchtgebiete wirken auch als natürliche Rückhaltebecken bei heftigen Niederschlägen. Zudem sind sie ökologisch sehr wertvoll. Moore speichern etwa zwanzigmal so viel CO2 wie Wälder.
Das Feuchtgebiet Gampen gehört zu den ersten dieser neu vernässten Feuchtgebieten. Dabei wurde der Wasserstand durch eine Regulierung der Abflüsse deutlich angehoben, so dass das einstige Waldgebiet überschwemmt wurde. Zugleich kam der Biber, und hob den Wasserstand um weitere 30 Zentimeter an. Man habe mit dem Biber sozusagen Hand in Hand zusammengearbeitet, meinte ein Verantwortlicher. Herausgekommen ist das, was man auf dem Foto sieht. Bäume sterben ab, das Gebiet ist deutlich feuchter und lichter geworden als die weitere Umgebung. Seltene Tiere kommen zurück, zum Beispiel der Mittelspecht.
Da wo der Biber die Landschaft gestaltet, steigt die Artenvielfalt massiv an. Das konnten die Fachleute des Kantons auch im Feuchtgebiet Gampen feststellen.
Grund genug, den Ort nicht sehr weit entfernt von meinen Wohnort aufzusuchen. Es hat sich gelohnt. Erstmals fotografierte ich die Blutrote Heidelibelle, ein Reh huschte über die Waldstrasse, Vögel konzertierten in den Zweigen und dann trafen wir noch eine Frau im Tarnanzug, die genau hier ihre bevorzugte Fotostrecke findet.
Eine Frage aber bewegt uns nach dem Besuch dieses bemerkenswerten Orts. Wie haben die Biber die Trockenheit überstanden? Ist noch genug Wasser da, um den Unterwasserzugang zum Bau zu gewährleisten? Denn sichtbares Oberflächenwasser war vom Weg aus nur an wenigen Stellen zu erkennen.
Übrigens: Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Gebiet durch einen Beitrag im "Echo der Zeit" vom 9. August 2026.
Jörg Niederer





