Donnerstag, 26. März 2026

Was ist hier falsch?

Ein Zitat

Bei der Kiesgrube Kulmerauer Allmend ist die Dampffahne des Atomkraftwerks Gösgen-Däniken gut zu sehen.
Foto © Jörg Niederer
"Die Antwort für Energiesouveränität, Verlässlichkeit, Wertschöpfung vor Ort und günstige Strompreise ist längst erfunden und heißt erneuerbare Energien – das weiß jedes Kind." Julia Verlinden, deutsche Umweltwissenschaftlerin und Politikerin (*1979)

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Ich stehe unweit der Kiesgrube Kulmerauer Allmend. Hoch über Walde und Bohler, an einem Ort, an dem man erwartet, dass sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, fährt so alle drei Minuten ein Kipper die steile Betonstrasse hinauf oder hinunter. Kies aus der Grube wird ins Werkareal Bohler transportiert und dort zu Beton verarbeitet. Bei der Kiesgrube handelt es sich um eine wandernde Baustelle. Auf der einen Seite wird sie erweitert, auf der anderen Seite wird renaturiert. Es entsteht eine grossräumige Sekundärlandschaft. 

Von meinem Standort ist weder die Kiesgrube noch die Creabeton auf dem Bohler zu sehen. Zu sehen ist etwas anderes, das die letzten Monate weg war: Die Dampffahne aus dem Kühlturm des Atomkraftwerks Gösgen-Däniken. Zehn Monate stand das AKW still. Doch seit zwei Tagen ist es wieder in Betrieb. Es mag nun Menschen geben, die sagen: Daran ist nichts falsch, ausser dass der Betriebsstop so lange gedauert hat. Offensichtlich reichten Teile des Speisewassersystems nicht aus für einen sicheren Betrieb, und das schon viele Jahre. Es brauchte neue Ventile. Damit fielen 12% der schweizerischen Stromerzeugung ausgerechnet über die Wintermonate weg. Der Stromausfall kostet nun die Aktionäre insgesamt 500 Millionen Schweizerfranken.

Vor neun Jahren beschloss das Stimmvolk der Schweiz den Ausstieg aus der Kernenergie. Nun scheint der Wind zu drehen. Es wird wieder über neue Kernkraftwerke spekuliert. Scheinbar sei eine Mehrheit der Schweizer:innen dafür. Dahinter steht die Frage, ob es beim Ausbau der erneuerbaren Energien schnell genug vorangehe. In der Abstimmung von 2017 wurde nicht die Abschaltung der bestehenden Atomkraftwerke beschlossen, solange diese sicher betrieben werden können, sondern nur der Bau von neuen Werken verboten. Neue AKWs machen für die Erreichung der Klimaziele auch keinen Sinn, dauert die Bauzeit doch viel zu lange und die Wirkung auf die Verringerung des CO2-Ausstosses der Schweiz käme zu spät. Zudem zeigen Bauprojekte im Ausland, dass neuen AKWs kaum zu finanzieren sind. Das sind die wirtschaftlichen Gründe gegen einen Ausbau der Kernenergie. Nach wie vor ungeklärt ist die Entsorgung radioaktiver Abfälle und die zwar geringe, aber nicht ganz auszuschliessende Gefahr eines schweren Unglücks in der dichtbesiedelten Schweiz. An all dem ändert auch die Hoffnung auf neue Kleinreaktoren und weitere Technologiefortschritte nicht viel. Bei der Kernkraft wird, so könnte man sagen, der Teufel mit dem Beelzebul ausgetrieben. Das eine Übel ersetzt das andere.

Vielleicht ist es nicht falsch, dass die verbliebenen vier Kernkraftwerke noch länger in Betrieb bleiben. Das überbrückt die Zeit bis ins Jahr 2050. Bis dann sollte die Schweiz klimaneutral sein und ihren Energiebedarf ausschliesslich aus erneuerbarer, CO2-freier Energie decken. Ich werde das wohl nicht mehr erleben genauso wenig wie den Bau eines sicheren Atomendlagers. Versprochen hat man letzteres vor einem Menschenleben. Damit ist die Atomsicherheit so etwas wie eine Lebenslüge. Was also ist hier falsch?

Mittwoch, 25. März 2026

Der Flugsaurier im Ruedertal

Ein Zitat

Die ehemalige Evangelisch-methodistische Kirche in der Heggelen Schmiedrued. Einmal von oben, einmal mit Jörg Niederer von unten.
Foto © Jörg Niederer
"Der Pfarrer, der aus städtischen Landen kommt und zuständig ist für seine freie Kirche im Bezirk Kulm, lacht viel. Die Gemeinde weniger." Zitat aus einer Reportage im Tagi-Magazin 40/1995 über die Evangelisch-methodistische Kirche Schmiedrued

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Gestern ging es auf der Kapellentour weiter, von Schlierbach via Schmiedrued nach Moosleerau. In Schmiedrued steht in der Heggelen die ehemalige Kapelle der Evangelisch-methodistischen Kirche. Das ist in jenem Tal, in dem der Schriftsteller Hermann Burger wirkte. Es ist eine sehr ländlich geprägte Region. Hier geschah es, dass ein Journalistenduo vom "Das Magazin", der Beilage des Tagesanzeigers, sich ein Bild machen wollte von der ländlich-konservativen Talschaft. Peer Teuwsen (Text) und Reto Klink (Fotos) erkundeten "Das Hinterland des Mittellands" – so der Titel der Reportage – eine gute Woche lang. Nebst vielen Ortsansässigen wollten die beiden auch einen Gottesdienst einer Freikirche miterleben. Wir Methodisten wurden ausgewählt. Es war im Sommer. Die Gemeinde war informiert über den Besuch. Ich hatte das Vergnügen, die Predigt zu halten, und natürlich wollte ich die Erwartungen und klischeehaften Vorstellungen der beiden Journalisten nicht erfüllen. Also predigte ich so, wie ich glaubte, dass sie es nicht erwarten würden. Später stand dann über diesen Gottesdienst folgendes in der Reportage (Das Magazin 40/1995): "Das gute Dutzend Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes zieht, die Drohungen des Alters im Rücken, mit scheuem Seitenblick an der Tafel [der Kranken und Betagten] vorbei. Pfarrer Niederer, gewandet in einem roten Veston, sagt, diese seine Gemeinde im Ruedertal sei am Aussterben. Aber schon füllt das Harmonium die Kapelle der evangelisch-methodistischen Kirche zu Schmiedrued mit Schwerem: 'Und in ew'gen Lichtgewanden der Verklärung wandelt er.' Der Chor ist schwach, aber der junge Pfarrer singt für zehn. So gestärkt hebt er an für die Predigt. Der Pfarrer erzählt die Geschichte vom Flugsaurier, der kürzlich in seinem Garten stand und sich das Grün des Rasens einverleibte. Wie vom Himmel geworfen, aus einer anderen Zeit. Ungläubige Gesichter. Und dann spricht er in die Mitte seiner Gemeinde: 'Aber wenn ihr mir diese Geschichte nicht glaubt, warum glaubt ihr denn an die Auferstehung Jesu Christi?'"

Im weiteren Verlauf habe ich dann meine Antwort auf diese Frage zu geben versucht.

Ich kann mich gut daran erinnern, wie nach dem Gottesdienst der Fotojournalist unglaublich nervös war, als er mit zitternden Händen die Grossformatkamera aufstellte, und dann das Schwarzweissfoto aufnahm, das im besagten Artikel abgedruckt ist. Die meisten Menschen, die darauf zu sehen sind, leben nicht mehr. In fast jedem ihrer Häuser im Ruedertal war ich. Eine dieser Frauen hat mir vor diesem Gottesdienst gesagt: "Die Journalisten wollen uns Frommen doch nur in die Pfanne hauen".

Die Gemeindearbeit wurde später wirklich beendet. Doch die Kapelle steht immer noch. Sie ist auch noch mit "Evangelisch-methodistische Kirche" angeschrieben. Gekauft hat sie ein Harmonium-Liebhaber. Er wollte zuerst nur die drei Harmonien erstehen, die dort herumstanden. Doch dann entschloss er sich, hier ein Harmonium-Museum einzurichten, und kaufte das Haus gleich mit. Ob es das Museum wirklich auch gegeben hat, weiss ich nicht. Viel mit dem Haus anfangen konnte er nicht. Es steht ausserhalb der Bauzone. Abreissen kommt nicht in Frage. Seit meinem letzten Besuch vor einigen Jahren wurde die Eingangspartie neu gestrichen. Sonst sieht es noch so aus wie damals, vor 30 Jahren. An manchen Orten bleibt die Zeit halt stehen. Fast könnte man hier auf den Flugsaurier warten. Oder auf die Auferstehung.

Jörg Niederer

Dienstag, 24. März 2026

Schlammbach im Luzernischen

Ein Zitat

Altes Gemäuer im Zentrum der Gemeinde Schlierbach, Kanton Luzern.
Foto © Jörg Niederer
"Cool, der nächste Bus kommt in 2 Stunden!"

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Schlierbach, Kanton Luzern grenzt an Schmiedrued, Kanton Aargau. In Schmiedrued war ich einst als Pfarrer tätig. Schlierbach war mir dennoch bis vor drei Tagen absolut unbekannt. Heute werde ich von hier aus auf meiner Kapellentour weiterwandern. Das geht, weil das Postauto den kleinen Ort auf dem Hügelzug östlich des Surentals (erst!) seit dem Jahr 1979 erschliesst. Sehenswürdigkeiten gibt es da nicht gerade viele. Da wäre die Sägerei und eine in römische Zeit datierende Fundstelle. Das wäre es dann auch schon gewesen. Was es mit dem alten Gemäuer auf dem Foto auf sich hat, es steht im Zentrum des Dorfs, habe ich nicht herausgefunden. Ein Schulhaus gibt es seit 1809. Die Gemeinde selbst besteht erst seit 1844. Damals wurden die Orte Schlierbach, Etzelwil und Wetzwil zur Gemeinde Schlierbach zusammengefasst. Telefonieren kann man in Schlierbach seit 1907, mit Elektrizität erschlossen ist der Ort seit 1912. Es gibt auch ein Restaurant mit prächtiger Aussicht.

Solche Orte wie Schlierbach finden sich einige in der Schweiz. Orte, die für die Menschen, die dort leben, von Bedeutung sind. Alle anderen fragen sich, wie man an so einem Ort überhaupt lange bleiben kann. Wenigstens hat es einen Volg-Einkaufsladen. Neben seiner auffälligen Front muss man den Zugang zur Gemeindeverwaltung, sie befindet sich im selben Gebäude, richtiggehend suchen.

Für Wandernde wichtig: Sind das Gemeindehaus und das Restaurant zu, sieht es schlecht aus mit öffentlichen Toiletten. Warum ich das weiss? Dreimal darfst du raten.

Der frühere Schlierbach heisst heute Weierbach und fliesst im Risitobel ums Dorf herum. Schlierbach bedeutet: "Schlammbach". Das Dorf erbte später diesen etwas unvorteilhaften Namen. Auch das ist irgendwie überraschend.

Jörg Niederer


Montag, 23. März 2026

Schlechtes für Gutes

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Der unverlangt zugesandte, 85 Gramm schwere, aus Kunststoff bestehende Multifunktionsöffner, der mich zum Spenden motivieren soll.
Foto © Jörg Niederer
"Wenigstens unser Plastikmüll reist auch dieses Jahr wieder ans Meer!" Aurel Mertz (*1989)

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Ich habe mir eine Woche Bedenkzeit genommen um abzuklären, ob ich diesen Blogbeitrag schreiben will. Denn ich finde es wichtig, was ZEWO-zertifizierte Vereine und Verbände wie der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) für Menschen tun, die Hilfe benötigen. Das gilt erst recht, da ich selbst eine fast blinde Mutter habe.

Doch was ich auf den Tod nicht ausstehen kann, ist, wenn mir mit der Spendenaufforderung irgendwelches Zeugs zugesandt wird, das ich gar nicht brauche. Und da hat der SBV mit der letzten Aussendung den Vogel abgeschossen.

Im Couvert befand sich der auf dem Foto zu sehende "praktische Multifunktionsöffner". 85 Gramm nicht genauer deklarierten Kunststoffs.

Da versuche ich im Alltag möglichst auf Kunststoffverpackungen zu verzichten, habe immer eine Tasche dabei, damit ich nicht jedes Mal im Laden einen neuen Plastikbeutel nehmen muss, verzichte weitgehend auf Autofahrten wegen des dadurch anfallenden Mikroplastiks von den Autoreifen (und auch wegen des CO2-Ausstosses), und dann dies! Vielleicht ist dieses Ding praktisch, aber ich brauche es einfach nicht und ich möchte es auch nicht zugesandt erhalten.

Wenn ich mir vorstelle, dass dieser Multifunktionsöffner vielleicht an 100'000 Adressen versandt wurde (vermutlich sind es aber noch weit mehr), dann sind das 8,5 Tonnen Kunststoff, produziert wohl irgendwo in China. Wenn ich annehme, dass mehr als die Hälfte der Haushalte, die das Ding zugesandt bekommen haben, damit nichts anfangen können, dann wurden wohl 5 Tonnen Kunststoff für die Müllhalde produziert. Weiter gehe ich nicht davon aus, dass dieses Teil, wenn es von mir auf eigene Kosten zum SVB zurückgesandt wird, dort in anderem Zusammenhang verwendet werden kann. Solche Restbestände wandern früher oder später auch in den Abfall.

Weiter mag ich es gar nicht, dass man mich mit solchen Geschenken zu ködern versucht. "Die haben mir etwas geschenkt, dann muss ich doch auch etwas spenden." Wie gesagt, diese Praxis verfolgt nicht nur der BVB, sondern unzählige Verbände und Organisationen. Aber das Zugesandte mag noch so nützlich sein, ich möchte es nicht und brauche es meist auch nicht. Was nützen mir 300 Kugelschreiber, die austrocknen, während ich den einen zum Schreiben verwende? Auch Schlüsselanhänger habe ich schon genug, und seien sie noch so schillernd. Post-It-Blöckchen reichen mir für den Rest meines Lebens, genauso wie die Glückwunsch- und Trauerkarten mit Couverts.

Ab sofort werde ich keiner Spendenaufforderung mehr nachkommen, die begleitet wird von irgend einem unverlangt zugesandten materiellen Geschenk. Ich mache bei diesem üblen, Ressourcen verschwendenden Spiel nicht mehr mit.

Und nun die Frage an euch: Wie habt ihr es so mit den Bettelbriefen und diesen "Geschenken"?

Jörg Niederer

Sonntag, 22. März 2026

Der Buchstabe des Gesetzes

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Die Pfarrkirche Bruder Klaus in Emmenbrücke gleicht in ihrer Formgebung mitunter der Silhouette des Luzerner Hausbergs Pilatus.
Foto © Jörg Niederer
"Jetzt aber sind wir frei geworden vom Gesetz, dem gestorben, woran wir gebunden waren, sodass wir in der neuen Wirklichkeit des Geistes dienen, nicht mehr in der alten Wirklichkeit des Buchstabens." (Bibel, Römer 7,6)

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Zum Foto: Die Pfarreikirche Bruder Klaus in Emmenbrücke ist als schützenswert eingestuft. Der Baustil folgt der Formensprache des Dekonstruktivismus. Architekt Hans Zwimpfer (1930-2017) schuf mit Hilfe von gefalteten Dachelementen auf Stahlstützen einen Bau, der in seinen Formen mitunter an die Silhouette des Luzerner Hausbergs Pilatus erinnert.

Zum Bibelvers: Wenn ich hier das Wort "Buchstabe" – auf griechisch "gramma" – lese, erinnere ich mich daran, wie schwer ich mich früher in der Schule mit der Grammatik, mit den Regeln und Geboten der Sprache getan habe. Zwar erschlossen mir die Buchstaben die Welt der Literatur, doch zugleich zwängten sie mich ein in das Korsett von Rechtschreibung, Syntax und Sprachlehre.

Diese doppelte – negative und positive – Erfahrung ist auch dem Gesetz eigen. Gedacht, um das Leben der Menschen miteinander zu ermöglichen, wurde es zu einer einengenden, beschneidenden Instanz. Einleuchtendes wurde zur Pflicht gemacht.

Peter Bichsel beschreibt in einer Kolumne, wie er enttäuscht war darüber, dass in den USA der selbstverständliche Umgang mit Behinderten begründet wurde mit der Aussage: "Es ist Gesetz". Das Gute kann doch nicht befohlen werden. Das Gute ist nur gut, wenn der Geist uns dazu anleitet.

Heinrich Böll erzählt in der Geschichte "Mein trauriges Gesicht", wie ein Mann, der betrübt in die Welt blickte, verhaftet wurde. Auf die Frage, was er verbrochen habe, wurde ihm geantwortet: "Es gibt ein Gesetz, das verlangt, dass sie glücklich zu sein haben". Bei der Einvernahme stellt sich der Verhaftete als Vorbestrafter heraus, der nach fünfjähriger Haft gerade entlassen worden war. Gefragt nach seinem damaligen Delikt antwortete er: "Glückliches Gesicht". Das war in einer Zeit, als per Gesetz Trauer befohlen gewesen war. (Heinrich Böll, Romane und Erzählungen 1, 1947-1951, Köln S. 269-275)

Es ist schon so: Der Buchstabe des Gesetzes steht nicht im Alphabet. Schon gar nichts zu tun hat er mit der frohen, geistgewirkten Botschaft der Bibel.

Jörg Niederer

Samstag, 21. März 2026

Caribbean Village in 6207

Ein Zitat

Ein Gebäude des Caribbean Village direkt an der Bahnlinie in Nottwil leuchtet unwirklich farbig über dem Thujahag.
Foto © Jörg Niederer
"Der Zustand der gesamten menschlichen Moral lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: We ought to. But we don't." Kurt Tucholsky (1890-1935)

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Postleitzahl 6207. Diese Zahl ist vielen auf Rollstühle angewiesenen Menschen gut bekannt. Hier in 6207 Nottwil befindet sich das Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Gestern kam ich auf einer Überführungsetappe der Kapellentour daran vorbei. Zuvor viel mir aber dieses bunte Haus auf, das direkt an der Bahnlinie über die Thujahecke hervorlugt. Es gehört zum Caribbean Village. Das scheint ein beliebte Ausgehmeile am Sempachersee zu sein. Noch ist dort für 6 Tage Winterpause. Durchgehend rollstuhlgängig scheint das Caribbean Village nicht zu sein. Und das an einem Ort, an dem das Rollstuhlaufkommen schweizweit sehr hoch (wenn nicht am Höchsten) ist.

Jörg Niederer

Freitag, 20. März 2026

Der Schatten der Platane

Ein Zitat

Eine Platane wirft ihren Schatten auf den Autoparkplatz des Denners in Frauenfeld.
Foto © Jörg Niederer
"Der morgendliche Auto-Stau: Man muss immer früher starten, um zu spät zu kommen!" Willy Meurer (1934 - 2018)

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Jahr für Jahr werden sie bis auf die Stümpfe zurechtgestutzt: die Platanen. Nur wenige Jahrestriebe lässt man ihnen. So entstehen diese an die Arme der Oktopusse erinnernden Schattengebilde. Erstaunlich, dass die Bäume das mit sich machen lassen.

Mir wäre es lieber, man würde den motorisierten Individualverkehr, diese Flut an Privatautos, zusammenstutzen, statt diese armen Bäume. Das Leben wäre ruhiger, sicherer, natürlicher. Aktuell wäre die perfekte Gelegenheit bei der massiven kriegsbedingten Ölknappheit, statt über die steigenden Benzinpreise zu lamentieren, Entscheide zu treffen, durch die Autofahren unattraktiver gemacht wird.

Ja, ich gebe es zu: Jeder Autostau freut mich. Man sollte sie künstlich herbeiführen. Ich bin ein Autohasser. Ich glaube, es gibt Schlimmeres. Etwa extrem zurechtgestutzte Platanen auf einem Autoparkplatz.

Jörg Niederer

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