Ein Zitat
"Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele. Der Himmel war weiss gefleckt; wenn man von der Sonne recht schön angebraten war, kam eine Wolke, ein leichter Wind lief daher…" Kurt Tucholsky (1890-1935)
Foto © Jörg Niederer
Entdeckt
Die einen legen sich kaum bekleidet bewusst an die pralle Sonne, die andere suchen den Schatten der Bäume. Die einen arbeiten in der Hitze des Sommertags, die andern geniessen in der Mittagszeit eine Siesta im klimatisierten Hotelzimmer. Die einen leben jenseits der 30 Grad Celsius auf, die andern kühlen sich so oft es geht in den Brunnen der Stadt ab.
Es ist Sommer. Die Anzeige des Thermometers erreicht fiebrige Höhen. Da suche ich die Schattenseite, schleiche entlang der Häuser, weiche der Einstrahlung der Sonne wo immer möglich aus. In Olten und auch in anderen Städten hängen Schirme über der Strasse. Sie zeichnen ein Muster aus Schatten und Licht. Wer darüber geht, wechselt in schneller Folge vom Licht in den Schatten, vom Licht in den Schatten, vom Licht in den Schatten. Licht und Schatten, immer ist beides da. Scheint die Sonne nun unbarmherzig auf die Erde herab? Sie, die Leben erst möglich macht auf diesem Planeten. Ist es unbarmherzig, dass die Sonne Leben schafft, aber auch nimmt. In diesen heissen Tagen nimmt die Sterblichkeit zu.
Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, während ich die Schattenspuren suche auf meinem Weg, während ich die Schatteninseln geniesse, um mir dazwischen im heissen grellen Licht den Schweiss aus den brennenden Augen und von der nässenden Stirn zu wischen.
Wie geht es dir an diesen Sommertagen?
Jörg Niederer





