Ein Zitat
"Backen ist Liebe, die man riechen, sehen und vor allem schmecken kann." Herkunft unbekannt
Foto © Jörg Niederer
Hingesehen
Es riecht in der Wohnung noch immer verbrannt. Dabei sind schon einige Vorkehrungen dagegen ergriffen worden. Die Räume haben wir mehrfach durchlüftet und die Brandstelle ist auch schon längst geputzt.
Am Anfang stand die Lust. Die Lust auf Marmor-Gugelhopf. Ich weiss, kein besonders schwierig zu backender Kuchen. Auch wenn ich einen solchen noch nie selbst hergestellt hatte, war es keine grosse Sache, die Bestandteile richtig anzumischen und weiter zu verarbeiten. Wie man auf dem Foto sieht, ist das Gebäck auch ganz ordentlich herausgekommen. Nur gab es da ein kleines Problem. Im Verlauf des Backvorgangs erwies sich die Silikonform als undicht. Aus einem klaffenden Riss tropfte Kuchenmasse auf die Heizspirale des Ofens herunter und verwandelte dessen Inneres in einen Räucherraum. Mit dem Öffnen des Backofens erweiterte der Rauch sein Tätigkeitfeld auf Küche und Stube, so dass für einen kurzen Moment sogar die Sichtweite deutlich eingeschränkt wurde und das Olfaktorische stark zu wünschen übrig liess.
Noch immer riecht es in der Wohnung. So kann es gehen, wenn die Lust einen übermannt, und sei es auch nur auf Marmor-Gugelhopf.
Übrigens: Meine Heimatstadt Olten wurde einst vor langer Zeit von Guglern, also englischen und französischen Söldner belagert. Genannt wurden diese Soldaten so wegen ihrer speziellen Kopfbedeckung, dem sogenannten Hundsgugel. Auch der Gugelhopf hat seine Namensherkunft wohl von einer Kopfbedeckung, dem Gugel. Beim Kuchenbacken hüpft nun der aufgehende Teig aus diesem Gugel raus. Das eben ist der Gugelhupf, oder wie wir heute sagen: "Gugelhopf".
Jörg Niederer






