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Mittwoch, 15. April 2026

Fangbaum

Ein Zitat

Ein blühender Baum, überwachsen von Efeu, steht am Osthang des Born bei Olten.
Foto © Jörg Niederer

"Ein Zeisig, der sein Nest nur eben angelegt, / Versang an einem heitern Morgen / Den Schlaf, die Bau- und Nahrungssorgen. / Ihm wuchs sein kleines Herz, / durch West und Lust erregt."
Friedrich von Hagedorn (1708-1754)

Hingesehen

Ich hätte gesagt, es ist ein Kirschbaum. Google meint, es sei ein wilder Birnbaum. Es kann aber auch ein Apfelbaum sein. Auf dem Foto ist es nicht mehr sicher zu erkennen. Gut zu sehen ist der Efeu, der den Ästen entlang dreiviertel des Baums überwuchert hat. Nun gleicht er einem dieser riesigen Fanghandschuhe des Eishockey-Torwarts, oder auch eines Baseballspielers. Ein Biodiversitäts-Fanghandschuh. Auch als Palmwedel erscheint mir der weiss blühende Baum am Osthang des Born zwischen Olten und Aarburg. Ich stelle mir vor, dass er mir zuwinkt, während ich dem Wanderweg zum Höfli folge. In Gedanken winke ich zurück.

Jörg Niederer

Donnerstag, 4. September 2025

Nützlicher Gemeiner Efeu

Ein Zitat

Efeudolde im Gegenlicht.
Foto © Jörg Niederer
"Pläne die Luft und das Wasser, die Wildnis und Natur zu beschützen, sind auch Pläne, den Menschen zu beschützen." Stewart Udall (1920-2010)

Hingesehen

Der Zitronenfalter überwintert gerne im Innern eines Efeudickichts. Dort verharrt er in Kältestarre mit geschlossenen Flügeln. Dabei gleich er einem Efeublatt, das entlang des Stils gefaltet wurde. Seine leicht grünliche Flügelaussenfläche macht die Illusion perfekt. Der Falter ist bestens getarnt und mit Frostschutzmittel im Blut zudem winterhart.

Efeu ist eine ideale Versteck- und Futterpflanze. Da der Efeu erst im Herbst blüht, sind diese Pflanzen bei allerlei Insekten sehr beliebt. Die dunkelblauen Beeren sind ab Januar bis April in einer Zeit mit wenig Vogelnahrung besonders wichtig. Efeu schadet entgegen landläufiger Meinung den Bäumen, an denen er hochwächst, nicht. Auch ist er kein Schmarotzergewächs. Daher sollte er nicht entfernt werden. Wird er trotzdem abgetötet, kann an zuvor durch den Efeu beschatteten Stämmen die Rinde Sonnenbrand bekommen.

In der christlichen Symbolik steht Efeu für die Unsterblichkeit und spiritueller Widerstandskraft. Er wechselt über die Jahre seine Blattform. Sie wird herzförmig. Da wünscht man sich, dass auch die Menschheit sich über die Jahre verändert, so dass Herz und Liebe eine immer grössere Rolle spielen.

Übrigens: Wer auf dem Laufenden bleiben will über die Beiträge in diesem Blog, kann sich in die WhatsApp-Gruppe NichtNurNatur eintragen.

Jörg Niederer

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