Posts mit dem Label CO2 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label CO2 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 6. Juli 2026

Heiss-Gas

Ein Zitat

Abkühlung an der Limmat in Baden AG.
Foto © Jörg Niederer
"Ach, dass der Mensch so häufig irrt / Und nicht recht weiss, was kommen wird!" Wilhelm Busch (1832-1908)

Entdeckt

Es ist heiss geworden bei uns. 1,5-1,7 Grad wärmer. In Zukunft wird es wohl noch wärmer. Der menschgemachte Klimawandel ist in vollem Gang und wird uns wohl noch viel kosten.

Heute las ich in der Sonntagszeitung, dass der grösste Erdölkonzern Saudi Aramco seit 1988 "unbezahlte Abfallrechnungen" in der Höhe von 3 Billionen US-Dollar angehäuft hat. So hoch ist der "Unrat", den der eine Konzern, es gibt noch viele von ihnen, in die Luft gelassen hat. Die Folgen kennen wir: Durch die Menschheit verursachter Klimawandel. Noch 1990 ging man davon aus, dass die Konsequenzen des Klimawandels für die Weltwirtschaft mit nur -1% nicht sonderlich hoch zu veranschlagen seien. So hat man denn auch lange nichts Konkretes unternommen. Heute zeigen neue Berechnungen: Der globale Anstieg der Erwärmung um 1 Grad Celsius verringert den Wohlstand um 20%.

Weiter hat ein Team ausgerechnet, dass der Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energiesysteme bis ins Jahr 2050 zwischen 5 und 12 Billionen US-Dollar günstiger kommt, als wenn wir weiter auf Erdöl und Erdgas setzen. Noch nicht berücksichtigt dabei sind die Klimaschäden durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe. Auch nicht berücksichtig ist das Artensterben. Was das mit uns machen wird, bleibt wohl ein unkalkulierbares Risiko. Wer jetzt nicht auf die erneuerbaren Energieträger setzt und für eine intaktere Natur sorgt, handelt wirtschaftlich kurzsichtig und unvernünftig.

Mir scheint, das ist in vielen Köpfen von Politiker:innen noch nicht angekommen. Aber auch wir Konsument:innen und Wählende habe da noch einige Korrekturen an unserem (Wahl-)Verhalten vorzunehmen.

Den ganzen Artikel aus der Sonntagszeitung gibt es (kostenpflichtig) hier!

Jörg Niederer

Samstag, 15. November 2025

Erde am Boden

Ein Zitat

Eine künstliche Erde wird für dem Zauberpark beim Flughafen Zürich aufgeblasen. Noch liegt der Erdballon zur Hälfte am Boden.
Foto © Jörg Niederer
"Der heutige Mensch ist der Natur gefährlicher geworden, als sie ihm jemals war." Hans Jonas (1903-1993)

Hingesehen

Hinter dem Circle beim Flughafen Zürich entsteht gerade der Zauberpark. Ab dem 19. November bis zum 7. Dezember können dort Lichtinstallationen bewundert werden und man kann Konzerten beiwohnen. Gestern spazierten wir über das Gelände. An einer Stelle werden Sonne, Mond und Erde aufleuchten. Dafür wurde gerade Luft in die Erde hineingepumpt. Langsam füllte sich der Planet.

Dieser Anblick einer darniederliegenden Erde erinnert daran, dass es ihr schlecht geht. Das Gasgemisch der Atmosphäre verändert sich zu Ungunsten von Luft atmenden Lebensformen. Die CO2-Konzentration steigt an, über ein Mass an Sicherheit, das wir Menschen fürs Leben auf der Erde brauchen. Diese gefährliche Situation führt immer wieder zu Verhandlungen auf beinahe höchster Ebene. Gerade tagt die 30. Weltklimakonferenz in der brasilianischen Amazonas-Stadt Belém. Es sollen neue Klimaschutzpläne verabschiedet werden, so dass die Erderwärmung bis 2035 auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann.

Es ist zu erwarten, dass dieses Ziel zu ambitioniert ist, angesichts einer in sich gespaltenen Weltgemeinschaft. Immer mehr Wissenschaftler:innen warnen immer deutlicher. Aber in einer je auf den eigenen Vorteil bedachten Ländergemeinschaft, und einer Wirtschaft, die auf Wachstum ausgerichtet ist, neutralisiert man sich gegenseitig. Dazu haben viele Länder mit autoritären oder totalitären Regierungen sich von den Klimazielen abgewendet und setzen wieder unverfroren (welch ein Wort in diesem Zusammenhang!) auf fossile Energieträger.

Im Zauberpark am Flughafen Zürich sieht es heute wohl besser aus für die Erde. Zwischenzeitlich wird sie rund und schön zu sehen sein. Doch für die wirkliche Erde und vor allem für ihre Bewohner:innen sieht es nicht gut aus.

Jörg Niederer

Montag, 8. September 2025

Flugshow

Ein Zitat

Ein Kiebitz in elegantem Vorbeiflug.
Foto © Jörg Niederer
"Mit dem Fliegen warte, bis dir Flügel wachsen!" Sorbisches Sprichwort

Hingesehen

Es gab so einiges an Vögeln zu beobachten im Neeracherried. Nebst den obligaten Störchen, Stockenten, Löffelenten, Gänsesägern, Silberreiher, Graureiher, Kormoranen, Turmfalken, Milanen, Mäusebussarden, Kiebitzen (im Bild) und Bekassinen sah ich Dunkelwasserläufer, Grünschenkel, Kampfläufer, Bruchwasserläufer, einen Neuntöter, einen seltenen Flussregenpfeifer sowie einen noch selteneren Zwergstrandläufer. Ein ganzer Trupp Baumfalken jagte nach Libellen und kleinen Vögeln. Immer wieder gab es Interaktionen zwischen den Tieren. Da ein kurzer Kampf zwischen Storch und Graureiher, dort verjagte ein Kiebitz den anderen. Der Kampfläufer wollte den Bruchwasserläufer nicht neben sich und die Baumfalken frassen ihre Beute gleich fliegend. Ein, zweimal rauschte es und an die 60-80 Kiebitze, wohl aufgeschreckt von einem Raubvogel, flogen auf, um sich nach und nach wieder zu beruhigen und in elegantem Flug auf einer Sandbank zu landen.

Es ist erstaunlich, was in einem intakten Ried alles geschieht und zu sehen ist. Davon bräuchten wir noch mehr, und nicht nur dort, wo Flugzeug- und Autolärm das Leben für Menschen nicht besonders attraktiv machen. Solche Ried- und Moorflächen helfen auch bei der Reduktion und Speicherung von CO2, mehr noch als Waldflächen. Aktuell wird im Kanton Zürich beim Katzensee ein solches Flachmoor wieder hergestellt. Dieses Gebiet wurde einst für die Abfallentsorgung genutzt. Nun wird der Müll auf einer weiteren Fläche abgetragen und das Gebiet naturnah modelliert. Der Katzensee, ein Naherholungsgebiet der Stadt Zürich, ist bekannt für die grosse Zahl an Zwergdommeln, die dort brüten. Noch häufiger sind die Spaziergänger:innen. Es ist eben attraktiv, Natur von der Haustür zu erleben.

Jörg Niederer

Empfohlen

Glockengeschichten

Ein Zitat Fotos © Jörg Niederer "Im taussd sib hundert eilfften Jahr / ich ganz von new gegossen war, / weil d'Kilchen-Gmeind erset...