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Sonntag, 10. Mai 2026

Lieben heisst...

Ein Zitat

Ein Herz aus Brennholz steht auf einem Feld im Zürcher Weinland.
Foto © Jörg Niederer
"Was – was ist? / Ach so. Heute ist Sonntag. / Da kann ich noch liegen. / Mit den Schultern kuscheln. /Mich ans Kopfkissen schmiegen –" Kurt Tucholsky (1890-1935)

Hingesehen

Zum heutigen Sonntag gibt es das gleichnamige Gedicht von Ludwig Rott,(1931-2023), aus dem vergriffenen Büchlein "Lieben heisst, dem andern leben helfen", das 2006 erschienen ist und Gedichte der Nachkriegszeit von 1947-1957 enthält. Der Methodist Dr. Ludwig Ott unterrichtete an verschiedenen Theologischen Einrichtungen. So von 1969 bis 1974 am Theologischen Seminar in Bukuru/Nordnigeria, von 1988 bis 1993 am Theologischen Seminar der Methodistischen Kirche in Fidschi, und einige Jahre in Deutschland an der Bibelschule Wiedenest. Lange Jahr war er im Auftrag der Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche Deutschland unterwegs.


"Lieben heisst, dem andern leben helfen!


Lieben heisst, dem andern leben helfen,

Dass er deine Kraft in seiner Seele spürt.

Allerwege treulich ihn begleiten; 

Wenn der Pfad auch durch manch Dunkel führt.


Lieben heisst, dem andern Heimat geben,

Wann und wo er immer Zuflucht braucht.

Warm und treu für ihn ein Plätzchen hüten,

Wo des Herdes Esse nie verlöschend raucht.


Liebe heisst, des andern Herz erschliessen,

Bis zur letzten Tiefe mit dem eignen Sein;

Alles opfern, ihm ein Reich zu bauen,

Dankbar für des Glückes kleinsten Widerschein.


Lieben heisst, des andern Herzschlag fühlen

In der Freude oder sorgenvollem Harm;

Frieden bringen seine Wunden kühlen;

Ihn zum Himmel tragen mit ganz starkem Arm!"


5. Juni 1957

Jörg Niederer 


Donnerstag, 4. September 2025

Nützlicher Gemeiner Efeu

Ein Zitat

Efeudolde im Gegenlicht.
Foto © Jörg Niederer
"Pläne die Luft und das Wasser, die Wildnis und Natur zu beschützen, sind auch Pläne, den Menschen zu beschützen." Stewart Udall (1920-2010)

Hingesehen

Der Zitronenfalter überwintert gerne im Innern eines Efeudickichts. Dort verharrt er in Kältestarre mit geschlossenen Flügeln. Dabei gleich er einem Efeublatt, das entlang des Stils gefaltet wurde. Seine leicht grünliche Flügelaussenfläche macht die Illusion perfekt. Der Falter ist bestens getarnt und mit Frostschutzmittel im Blut zudem winterhart.

Efeu ist eine ideale Versteck- und Futterpflanze. Da der Efeu erst im Herbst blüht, sind diese Pflanzen bei allerlei Insekten sehr beliebt. Die dunkelblauen Beeren sind ab Januar bis April in einer Zeit mit wenig Vogelnahrung besonders wichtig. Efeu schadet entgegen landläufiger Meinung den Bäumen, an denen er hochwächst, nicht. Auch ist er kein Schmarotzergewächs. Daher sollte er nicht entfernt werden. Wird er trotzdem abgetötet, kann an zuvor durch den Efeu beschatteten Stämmen die Rinde Sonnenbrand bekommen.

In der christlichen Symbolik steht Efeu für die Unsterblichkeit und spiritueller Widerstandskraft. Er wechselt über die Jahre seine Blattform. Sie wird herzförmig. Da wünscht man sich, dass auch die Menschheit sich über die Jahre verändert, so dass Herz und Liebe eine immer grössere Rolle spielen.

Übrigens: Wer auf dem Laufenden bleiben will über die Beiträge in diesem Blog, kann sich in die WhatsApp-Gruppe NichtNurNatur eintragen.

Jörg Niederer

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