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Sonntag, 9. November 2025

Warum Gott mich nicht um Rat fragt…

Ein Zitat

Die Rosenbergkapelle der Evangelisch-methodistischen Kirche in Wädenswil liegt an einer stark von Passant:innen frequentierten Nebenstrasse.
Foto © Jörg Niederer
"Als sie auf Sodom hinuntersahen, dachte der Herr: 'Soll ich wirklich vor Abraham geheim halten, was ich vorhabe?'" Bibel, 1. Mose 18,16+17

Hingesehen

Abraham musste ein bemerkenswerter Mensch gewesen sein, dass Gott mit ihm seine Pläne besprach. (Siehe Bibel, 1. Mose 18,16-33!). Als Eingeweihter kam Abraham jedoch in Teufels Küche. Denn in Sodom lebte Lot, der Sohn seines Bruders mit dessen Familie. Gott aber wollte Sodom mit Mann und Maus vernichten.

Abraham begann zu feilschen. Wie wenn es um den Preis von Blumenkohl ginge, versuchte er das Leben seines Neffen und dessen Familie und der ganzen Stadt Sodom zu retten. Und Gott liess sich von 50 Gerechten auf 10 herunterhandeln, bei deren Vorfinden in Sodom er die Stadt verschonen würde. Abraham gelang es, Gott sehr gnädig zu stimmen. Es gelang ihm, weil Gott gnädig ist.

Gott!

Manchmal möchte ich, dass du mich um Rat fragst, bevor auf dieser Welt wieder irgendeine Katastrophe dir angelastet wird.

Manchmal möchte ich, dass du dich mit mir besprichst, bevor wieder einer unschuldig stirbt.

Manchmal möchte ich, dass du dich erst bei mir darüber erkundigst, was ich davon halte, bevor du mich irgendwo an irgendwelcher Menschen Seite stellst.

Manchmal möchte ich, dass du nicht alles allein bestimmst, und ich die Suppe auslöffeln muss, die du mir einbrockst.

Manchmal möchte ich, dass du mich zuerst fragst… 

Und dann höre ich Gott sagen: "Mensch, manchmal möchte ich, dass du dich bei mir erkundigst, und nicht einfach vor dich hin lebst, als müsse sich alles um dich drehen."

Und ich verstehe, warum Gott mich so selten zu Rat zieht; – aus lauter Güte zu mir und dieser Welt.

Amen

Jörg Niederer 

Samstag, 1. November 2025

Landmarke Säntis

Ein Zitat

Von Thalwil aus gesehen erhebt sich der Säntis über den Zürichseeorten Herrliberg und Meilen.
Foto © Jörg Niederer
"Selbst bei 200 km Fernsicht  fehlt einem manchmal der Durchblick." Hermann Lahm (*1948)

Hingesehen

Als ich am vergangenen Mittwoch zu meiner ersten Etappe der Kapellentour aufbrach, hatte man auf den Anhöhen über dem Zürichsee eine spektakuläre Weitsicht. Die frisch verschneiten Alpen zeigten sich am Horizont. Über Thalwil konnte man beobachten, wie die Fähren zwischen Horgen und Meilen hin- und herschipperten. Am Horizont über Mailen und Herrliberg erhob sich das Säntismassiv in seiner ganzen Pracht. Der Säntis gilt als Wetterberg. An 200 Tagen regnet oder schneit es auf dem Gipfel. 400 Blitze pro Jahr schlangen in den 124 Meter hohen Sendemast ein. Doch an diesem Tag zeigte sich diese Landmarke friedlich und erhaben.

Wer wie ich im östlichen Teil der Schweiz lebt, sieht in diesem überschaubaren Gebirge so etwas wie der Hausberg. Ob ich ihn allerdings auch heute sehen werde, ist noch ungewiss. Während meine erste Etappe auf etwas erhöhten Wegen von Wollishofen via Entlisberg nach Adliswil führte und von dort weiter nach Vorder Längimoos, Sihlhalden, Tällegg, Bergli, Spätz und Horgen, für die heutige zweite Etappe von Horgen dem Seeufer entlang nach Wädenswil und vielleicht weiter nach Richterswil. Da kann es an diesem Herbsttag auch neblig sein, befinden wir uns doch an der sogenannten Pfnüselküste des Zürichsees. Wir werden sehen. Jedenfalls zu sehen gibt es eine weitere methodistische Kapelle. Auch darauf freue ich mich.

Jörg Niederer

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