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Dienstag, 6. Januar 2026

So war mein Tag in der Wiborada-Zelle

Ein Zitat

Die Durchreiche von der Wiborada-Zelle zur St.Mangen-Kirche wurde an historischer Stelle wieder geöffnet.
Foto © Jörg Niederer
"Die Zelle ist für mich ein inspirierender Ort unserer Stadt und ich freue mich auf neue Begegnungen." St.Laurenzen-Pfarrerin Kathrin Bolt (Sie wird am 19. Januar in der Wiboradazelle sein.)

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So war mein gestriger Tag in der Wiborada-Zelle: Ich bekam von 12 Menschen Besuch, davon gehörten einige Frauen selbst zu den Tages-Inklusinnen. Mit sieben Gäst:innen waren überdurchschnittlich viele Pfarrpersonen vertreten. Am weitesten angereist war mein Pfarrkollege und Schlagerpfarrer Stefan Moll. Die Zeit verging wie im Flug. Auch gab es ein Fotoshooting. Als Tagesgast hatte ich die Aufgabe, auf einer halbe Tagebuchseite meine Eindrücke zu verfassen. Dieses Gemeinschaftswerk kommt später in den Fundus der Stiftsbibliothek. Nun ist also bald auch meine Handschrift an diesem geschichtsträchtigen Ort hinterlegt.

Das habe ich hineingeschrieben:

"Ich sehe die Äste der Eibe. Ich höre das Summen der Elektroöfen. Ich schaue hinaus und warte.

Einen Moment lang zieht die Kälte unter meine Jacke. Ich lese von einem Sterbehelfer. Wie die meisten, die er begleitet, so denkt er. Jene mit infausten Prognosen, sie hoffen oder fürchten sich davor, dass nach dem Tod nichts mehr kommt. Dann lese ich vom Verlust der Unsterblichkeitshoffnung.

PfarrkollegInnen kommen zu Besuch. Sie bringen den Krieg, die Not, den Wahnsinn mit in die Zelle. Auch das Lachen – das trotzige Lachen.

die Zeit vergeht im Flug. Nein, sie vergeht im Warten, im Sein, im Hoffen. Dann wird es Nacht. Friede sei mit uns!"

Es hat noch Termine frei in der Wiboradazelle. Hier kann man sich eintragen! Auch kann man schauen, wer in der Folge an diesem Ort an welchem Tag da-sein wird. Darunter sind spannende Persönlichkeiten. Etwa die CEO der Olma Messen Christine Bolt, Stadtrat Mathias Gabathuler, Alt-Stadtrat Fredy Brunner, die Stadtparlamentarierin Eva Crottogini, die CEO der CSP AG Michèle Mégroz, der pensionierte Grossmünsterpfarrer Christof Siegrist oder der Musiker Marius Tschirky.

Bei der Vielfalt an Persönlichkeiten lohnt es sich jeden Tag, in der Wiborada-Zelle vorbeizuschauen.

Jörg Niederer


Montag, 5. Januar 2026

Idyll

Ein Zitat

Die riesigen, ausladenden Bäume am Platzspitz spiegeln sich in der Limmat.
Foto © Jörg Niederer
"Die größten Ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden." Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844–1900)

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Ein ruhig fliessender Fluss. Darin spiegeln sich riesige Parkbäume. Menschen flanieren durch dieses Idyll. Wir befinden uns mitten in der Stadt Zürich. Der Platzspitz war einige Jahre lang bis 1992 international bekannt für die dort befindliche offene Drogenszene. Damals kam es auf der Platzpromenade nördlich vom Landesmuseum immer wieder zu dramatischen Szenen. Ein Hilfsprojekt musste in dieser Zeit rund 3600 mal Menschen wegen Heroinüberdosen wiederbeleben.

Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Seit 2021 wird der Park nachts auch nicht mehr abgeschlossen.

Noch früher, ab dem 15. Jahrhundert, befand sich auf diesem Landstück zwischen Sihl und Limmat ein Schützenhaus und ein Schiessplatz. Im 17. Jahrhundert wurden dort monatelange Schützenfeste gefeiert. Das traditionelle Knabenschiessen hat seinen Ursprung ebenfalls an diesem Ort.

Das für mich Eindrücklichste an diesem Park sind die gewaltigen Bäume. Allein dafür besuche ich diesen Platz beim Hauptbahnhof Zürich gerne.

Heute bin ich an einem anderen Ort. Man kann mich von 10-13 Uhr und 14-18 Uhr in der Wiborada-Zelle bei der Kirche St. Mangen an der Kirchgasse 17 [Wegbeschreibung] in der Stadt St. Gallen besuchen [mehr dazu im Blogbeitrag von 3. Januar 2026!]. Über Besuche freue ich mich sehr.

Jörg Niederer

Samstag, 3. Januar 2026

Mein Tag in der Wiboradazelle

Ein Zitat

Steintafel zu Ehren der Heiligen Wiborada von St. Gallen an der Kirche St. Nikolaus in Wil, SG.
Foto © Jörg Niederer
"Sie wurde zur Gesprächspartnerin für die Bevölkerung, für die Mönche des Klosters, den Abt, für Ratsuchende, Arme, aber auch für Reiche und Einflussreiche, Durchreisende, Neugierige. Wiborada war einfach jeden Tag da." Webseite zum Wiborada-Jubiläum

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Seit dem 1. Januar 2026 läuft eine Aktion zu Ehren der Heiligen Wiborada. Ihr Tod als Märtyrerin jährt sich in diesem Jahr zum 1100. Mal. Sie lebte von 916 bis 926 als Inklusin in ihrer Zelle bei der Kirche St. Mangen in der Stadt St. Gallen. Aus diesem Anlass wird an jedem Tag des Jahres 2026 eine Person die am Originalschauplatz nachgebaute Zelle von 10.00 - 18.00 Uhr bewohnen. Ausgehend davon, dass Wiboradas Kennzeichen ihr bedingungsloses Da-Sein war, heisst diese Jubiläumsaktion "Da-Sein". Da-Sein war Wiboradas Superkraft. Sie war die Person in der Stadt, von der alle wussten, dass sie da ist. Sie war jederzeit erreichbar, das damalige Pendant zur heutigen Google-Suche, mit dem Vorteil, dass ihre Ratschläge mit Gott abgesprochen waren.

Am nächsten Montag, dem 5. Januar 2026, ist mein Tag in der Wiboradazelle. Ich darf auch Besuch empfangen, sogar in der Zelle selbst, oder dann am Fenster. Ideal dafür sind die Zeiten von 10-13 Uhr und von 14-18 Uhr. Über Besuch würde ich mich sehr freuen. Mitgebracht muss nichts werden. Für einen Tag kann ich auf vieles Verzichten.

Für alle, die von weiter her anreisen: St. Gallen hat noch bedeutendere Sehenswürdigkeiten als meine temporäre Anwesenheit :-). Etwa die weltberühmte Stiftsbibliothek oder die Kathedrale. Ein Besuch lohnt sich folglich immer.

Zum Hintergrund der Aktion "Da-Sein" erfährt man mehr auf der Webseite. Dort kann man sich auch immer noch für einzelne, noch freie Tage in der Wiboradazelle eintragen.

Selbst habe ich auch schon einiges über Wiborada geschrieben. Zusammengefasst sind es die hier verlinkten Artikel.

Sehen wir uns am kommenden Montag bei Wiborada (Kirchgasse 17) in St. Gallen?

Jörg Niederer

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