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Sonntag, 20. September 2026

Genf, der Jet d'Eau und der Mont Blanc

Ein Zitat

Die Wasserfontäne des Jet d'Eau schiesst 140 Meter hoch. Dahinter sieht man von Genf aus den Mont Blanc, mit 4807,3 Metern der höchste Berg der Alpen.
Foto: © Jörg Niederer
"Der Mann brachte mich zum Eingang des Tempels. Unter der Türschwelle sprudelte Wasser hervor … Der Mann sagte zu mir: 'Das Wasser fließt in ein Gebiet im Osten und dann in den Jordangraben. Der Fluss mündet schließlich ins Tote Meer und macht das Wasser darin lebendig.'"  (Bibel: Ezechiel 47,1+8)

Entdeckt

Zur Auflösung des gestrigen Blogs: Genf ist die Stadt, in der ich mich gerade befinde. Heute gibt es nun das Gespräch nach dem Gottesdienst in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK). Und darum geht es: "Das öffentliche Zeugnis, die regionale Kontextualisierung und die Sozialen Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche im europäischen Kontext". Es wirken unter der Leitung von Pfarrer Dr. Liberato Bautista mit: Bischöfin Rosemarie Wenner, Dr. Thorsten Göbel, Pfarrerin Sarah Tiainen und dann noch meine Wenigkeit.

Seit der Generalkonferenz 2020/24 ist es den EMKs in den verschiedenen Regionen der Welt stärker möglich, auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst zu reagieren. Zudem gibt es seit besagter Generalkonferenz neu formulierte Soziale Grundsätze. Es geht also im Wesentlichen um die sozialethische und diakonische Praxis der Kirche. Da passt doch die folgende Besinnung zum Bibelzitat oben ganz gut, ist doch das Wasser kostbares Geschenk aus Gottes Hand.


Ezechiel sieht in einer Vision, wie am Tempel eine Wasserquelle entspringt. Anfänglich klein, wird aus dem Bach nach etwa 2 Kilometern ein Strom, durch den man nicht mehr gehen kann und schwimmen muss. Dieses Wasser fliesst ins Jordantal und dann ins Tote Meer. Die Ortsbezeichnung En Gedi in Ezechiel 47,10 weist deutlich darauf hin. Das Tote Meer, ein Salzsee ohne Abfluss – es ist sein Wasser, das nach Vers 8 lebendig gemacht und damit geheilt wird durch den Strom, der vom Tempel in Jerusalem ausgeht. Ein tiefsinnig symbolisches Hoffnungsbild.

Heute streitet man sich im Nahen Osten um das Wasser des Jordans. Immer weniger davon gelangt ins Tote Meer. Es droht auszutrocknen. Techniker beraten, wie man den Salzsee retten könnte; etwa durch eine Meerwasserpipeline vom Mittelmeer zum 400 Meter unter dem Meeresspiegel gelegenen Toten Meer. Doch so etwas würde den Charakter des Salzsee-Wassers massiv verändern. Wer von diesen Schwierigkeiten weiss, wünscht sich, dass Ezechiels Vision vom Wasserstrom Wirklichkeit wird. Gegenwärtig sieht es anders aus. Die Situation ist in den letzten kriegerischen Monaten nicht einfacher geworden. Realität und Wunsch klaffen weit auseinander.

Dann wäre da noch diese Frage: Wie viel trauen wir Gott zu? Wie viel Lebenswasser erwarten wir von Gott her? Wo sind die Ströme lebendigen Wassers (Bibel: Johannes 7,38) die von einem Menschen ausgehen, der Jesus Christus vertraut? Manchmal habe ich den Eindruck, als würde es mit all meinem Glauben nur gerade tröpfeln. Doch was sah Hesekiel? Auch beim Tempel Gottes war der Strom nur ein kleines Bächlein. Da kann noch viel geschehen mit unsern Lebenswasser-Tröpfchen.

Jörg Niederer

Samstag, 19. September 2026

Die Stadt am See

Ein Zitat

Die Stadt am See gemalt von Frauen mit Kopftüchern.
Foto: © Jörg Niederer
"Die beste Art sich zu wehren ist, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten."
Marc Aurel (121-180 n.Chr.)

Entdeckt

Heute reise ich für drei Tage in die Stadt, die auf dem Foto zu sehen ist. Dort werde ich an einem Podiumsgespräch mitwirken. Denn für einmal trifft sich das General Board of Church and Society (GBCS) der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche nicht in den USA, sondern an diesem geschichtsträchtigen Ort in Europa. Ich freue mich schon auf die Begegnungen mit Menschen, die ich lange nicht mehr gesehen habe.

Nun frage ich mich, ob jemand herausfindet, in welcher Stadt ich die nächste Zeit verbringen werde.

Jörg Niederer

Donnerstag, 18. September 2025

Aufzeichnung für den Holy Club

Ein Zitat

Gemeindeglieder und Pfarrpersonen nach dem Gottesdienstbesuch in einer Evangelisch-methodistischen Kirche in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo.
Foto © Jörg Niederer
"Indem wir unsere Aufgabe wahrnehmen, uns um die Schöpfung zu kümmern, ermöglichen wir allen anderen Teilen der Schöpfung, die ihnen zugedachten Rollen im Bund mit Gott zu erfüllen (Genesis 2,7-15)." Aus der Präambel zu den Sozialen Grundsätzen 2024 der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Hingesehen

Umwelt und Natur werden in den Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche prominent an erster Stelle behandelt. Der Weg zu den 2024 von der Generalkonferenz angenommenen neuen Fassung nahm seinen Anfang 2006 an einer Internationalen Konsultation in Wien und ging wesentlich von den europäischen Methodistenkirchen aus. Über die ganze Zeit war ich in diesen Prozess involviert.

Warum ich das schreibe? Heute wird eine Podcast-Folge mit mir für den Holy Club aufgenommen. Das ist der "Podcast von, mit und über Methodist*innen - und alle, die's noch werden wollen!". Darin geht es prominent auch um diesen zur Verfassung der weltweiten United Methodist Church gehörenden Text. Zugleich sind die Sozialen Grundsätze nicht verbindlich. Im Vorwort steht: "Die Sozialen Grundsätze gelten nicht als Kirchenrecht. Sie sind eine von Gebet und Ernsthaftigkeit getragene Bemühung der Generalkonferenz, von einer soliden biblischen und theologischen Grundlage aus auf Fragen der gegenwärtigen Welt einzugehen und dabei unsere guten methodistischen Traditionen zu bewahren. Sie sind ein Aufruf zu Treue und sozialem Engagement und sollen in gutem prophetischem Geist aufklären und überzeugen."

Auf dem Weg zu den neuen Sozialen Grundsätzen war ich das bisher einzige Mal auch in Afrika. In der Demokratischen Republik Kongo fand in dessen Hauptstadt Kinshasa im September 2014 ein Hearing mit Vertreter:innen aus einem grösseren Teil Afrikas statt. Ich durfte daran teilnehmen als europäischer Delegierter des General Board Church and Society (GBCS). Dabei besuchten wir am Sonntag auch einen eindrücklichen Gottesdienst in einer der Methodistenkirchen dieser Metropole. Ethische Fragen bekommen ein anderes, globaleres Gewicht, wenn man einmal an endlosen Slums vorbeigefahren ist, und dann die Menschen trifft, wie sie in ihren schönsten Kleidern den Gottesdienst in einer sehr bescheiden wirkenden Kirche besuchen, wie sie singen und beten, wie sie sich engagieren und ihr Leben mit andern teilen.

Damals bekam ich auch einen ersten Eindruck von einer Pandemie, war doch gerade Ebola ein grosses Thema, und am Flughafen wäre eine Ein- oder Ausreise mit Fieber unmöglich gewesen. 

Soviel einmal. Ich verspreche rechtzeitig an dieser Stelle mitzuteilen, wann der heute aufgezeichnete Podcast mit mir ausgestrahlt wird.

Jörg Niederer

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