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Donnerstag, 3. September 2026

Methodistische Gastfreundschaft im Emmental

Ein Zitat

Oben: Die über hundertjährige Kapelle der Evangelisch-methodistischen Kirche in Langnau i. Emmental. Unten: Einblick ins Kafi Evergreen in der benachbarten Erweiterung aus dem Jahr 2005.
Fotos: © Jörg Niederer
"Rundum guet für ds Läbä." Der Slogan vom Kafi Evergreen findet sich auch auf dessen Bierdeckeln

Entdeckt

Ich habe diese Etappe der Kapellentour aufgespart, bis mit Ende der Schulferienzeit das Kafi Evergreen, ein Projekt der Evangelisch-methodistischen Kirche Oberemmental im Langnau wieder seine Tore öffnet. Gestern war es soweit. Wir spazierten kurze sieben Kilometer von Neumühle der Emme und dann der Ilfis entlang nach Langnau um rechtzeitig um 12.15 Uhr dort bei der alten, über hundertjährigen Kirche in einem modernen Erweiterungsbau herzlich begrüsst zu werden. In diesem Mehrzweckgebäude, entstanden 2005, spielt sich heute das gesamte Leben und Wirken der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Oberemmental ab. Langnau ist die noch einzige verbliebene EMK-Gemeinde im Emmental. Beim Zusammenschluss der Bezirke Signau und Langnau im Jahr 2012 zählte man in Langnau rund 60 Gottesdienstbesuchende. Heute besuchen noch so 20 Personen die Feiern. Es ist daher einleuchtend, dass etwas geschehen musste mit der Gemeinde, wenn sie weiter bestehen bleiben sollte. So entstand vor einem Jahr das Kafi Evergreeen. Wie liess sich Pfarrerin Claudia Haslebacher in einem Medienbericht doch zitieren: "Das 'Kafi Evergreen' ist ein mutiges Experiment einer kleinen, sich ihrer Endlichkeit bewussten Kirchgemeinde."

Seit 2025 gibt es das Kafi Evergreen. Finanziert durch ein Legat ist für deren Betrieb Seline Schaller zu 40% angestellt. Sie kocht, und weitere Mitarbeiterinnen helfen im Stundenlohn bei der Bewirtung und Betreuung der Gäste. Das Essen ist vorzüglich, das wir an diesem Mittwoch geniessen. Es gibt natürlich auch eine vegetarische Variante, die dem Fleischgericht in nichts nachsteht. Alles ist liebevoll angerichtet und mundet hervorragend. Selten, vielleicht noch gar nie, habe ich zu so einem günstigen Preis so ausgezeichnet gegessen. An diesem Mittwoch ist nicht besonders viel los. Etwa 10 Gäste sind zum Essen da, später kommen noch weitere dazu, die hier ihren Kaffee trinken. Ich komme mit Seline Schaller ins Gespräch: Sie erzählt davon, dass vor allem die Angebote für Eltern mit kleinen Kindern grossen Zulauf gehabt hätten. Anderes werde noch ausprobiert, müsse sich noch weiter entwickeln.

Gerne hätte ich mir auch wieder einmal die alte Kirche angeschaut, deren Türmchen weitherum sichtbar ist. Doch diese ist an die Heilpädagogischen Schule vermietet. So begnüge ich mich damit, um dieses alte Gemäuer herumzugehen, es von allen Seiten zu betrachten.

Wer das Kafi Evergreen besuchen will, beachte am besten die Öffnungszeiten und das Angebot auf der übersichtlichen Webseite. Wie es entstand, darüber gibt auch ein Medienbeitrag der EMK Schweiz Auskunft. Und dann wäre da noch die Webseite der EMK Oberemmental, auf der noch weitere Angebote der Oberemmentaler Kirche zu finden sind.

Jörg Niederer

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