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Montag, 8. Juni 2026

Was ist nur mit den Pfirsichen los?

Ein Zitat

Apfel mit aufgeschnittenem Pfirsich. Der Steinkern des Pfirsichs ist dabei zerbrochen.
Foto © Jörg Niederer
"Ein Apfel ist eine ausgezeichnete Sache – bis Sie einen Pfirsich probiert haben." George du Maurier (1834-1896)

Entdeckt

Nebst Apfel, Feige, Aprikose und Walnuss ergänzte die letzten vier Tage auch eine Pfirsich mein Frühstück. Dabei ist mir etwas aufgefallen.

Früher konnte man die Pfirsich mit dem Messer rundherum bis auf den Kern einschneiden, und dann die beiden Hälften gegeneinander verdrehen. So löste sich die eine Pfirsichhälfte vom Steinkern sauber ab. Seit einiger Zeit aber geht das nicht mehr. Regelmässig zerbricht der Steinkern in zwei Hälften. Um diesen zerbrochen Kern aus dem Fruchtfleisch zu lösen braucht es ein Messer. Was ist da mit den Pfirsichen los? Sind die so gezüchtet? Will man das so? Oder mache ich etwas falsch?

Mich stört diese Eigenschaft heutiger Pfirsiche sehr. Naturlich könnte ich jetzt andere Sorten nehmen. Bei Plattpfirsichen funktioniert die Herauslösung des ganzen Steinkerns problemlos. Aber ich möchte auch ganz gewöhnliche Pfirsiche ohne grossen Aufwand essen.

Im Internet habe ich folgende Erklärung dazu gefunden: "Kerne von Steinobst können aufgrund von Wachstumsstress der Pflanze brechen, besonders zu Beginn der Saison. Temperaturschwankungen und zu wenig Wasser führen zu dieser Anomalie, erklärt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern." Gespaltene Steinkerne lassen sich offensichtlich nicht vermeiden. Man solle, so heisst es auf der Seite von Radio Bayern 1, Pfirsiche saisonal essen, also in der Zeit von Mitte Juli bis Ende August.

Mal schauen, ob es dann wirklich weniger gespaltene Steinkerne bei Pfirsichen gibt?

Jörg Niederer

Freitag, 26. Dezember 2025

Zwiespalt

Ein Zitat

Skulptur eines Engels mit gespaltenem Kopf in einem Vorgarten in Ennenda.
Foto © Jörg Niederer
"Das ist die Kirche, dass man nie allein sein muss, nicht allein in den Träumen, nicht allein in den Niederlagen." Zitat von Fulbert Steffensky am Anschlagbrett der Evangelisch-methodistischen Kirche Flawil 

Hingesehen

In diesen Tagen wird viel über gespaltene Gesellschaften lamentiert. Besonders die Vereinigten Staaten besteht aktuell aus zwei unvereinbar scheinenden Lagern. Zugleich sprechen bedeutende, mächtige Menschen mit gespaltener Zunge, in einer Weise, wie das zu meiner Lebzeit noch nie dagewesen ist. Einmal wird dies behauptet, dann wieder das total Entgegengesetzte. Lügen bestimmen einen Geschichtsverlauf, der Millionen von Menschen und die ganze Schöpfung gefährden.

Unlängst wanderten wir in Ennenda an dieser Skulptur vorbei. Vielleicht wurde sie von Jacky Orler geschnitzt, jene Bildhauerin, die auch den Kreisel-Fridolin gestaltet hat (Siehe Beitrag vom 4. Dezember!). Ob dabei der Spalt mitten durchs Gesicht ursprünglich ist oder erst durch Witterungseinflüsse entstand, weiss ich nicht. Diese Skulptur könnte einen Engel darstellen. Gibt es in sich gespaltene Engel? Ist das nicht eine durch und durch menschliche Eigenschaft und Unart?

Ich wünsche mir, dass so manch Zerrissenes wieder heil und ganz werden darf. Besonders in diesen Tagen kurz vor einem weiteren Jahreswechsel hoffe ich trotz aller zwiespältigen Gefühle.

Jörg Niederer

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