Posts mit dem Label Fest werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fest werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 12. Juni 2026

Mitsommerfest, nicht Mittsommerfest!

Ein Zitat

Ab heute bis Sonntag findet das Mitsommerfest in Frauenfeld statt. Es setzt sich in diesem Jahr speziell für Chancengerechtigkeit ein.
Foto © Jörg Niederer
"Singen ist die schönste Kunst und Übung. Wer singt, hat nicht zu tun mit der Welt." Martin Luther (1483-1546) 

Entdeckt

Seit einigen Tagen steht der Oktopus aus Dachlatten an der Promenadenstrasse in Frauenfeld und wirft die Schatten voraus auf ein besonderes Fest. Mittsommerfest schreibt man mit dreimal T. Die Bezeichnung nimmt Bezug auf die Mitte des Sommers. In Frauenfeld ist es aber anders. Das heute um 17 Uhr startenden Fest wird nur mit zweimal T geschrieben, also: "Mitsommerfest". Das macht Sinn, sind doch möglichst alle eingeladen, mitzufeiern. Nachdem beim letzten Mitsommerfest vor vier Jahren die ökologische Verantwortung im Zentrum stand, ist es in diesem Jahr die Chancengleichheit. So wirken verschiedenste Sozialinstitutionen und Vereine mit. Entsprechende Anpassungen wurden vorgenommen: Da gibt es einen barrierearmen Weg durch das Festgelände, die Signalisation wurde angepasst, Ruhezonen und Rückzugsorte sind ausgeschieden, es gibt eine Familienzone und eine Tribüne für Menschen mit Mobilitätseinschränkung. Ich finde, das ist eine gute Sache.

Der Anlass für alle dauert bis Sonntag. Es gibt Programmpunkte, da will man einfach dabei sein. Wie wäre es mit dem Frauenfelder Stuhlkarussell, oder dem Auftritt des COMEDYexpress?

Seit einiger Zeit bin ich Mitglied des NVV (Natur und Vogelschutzverein Frauenfeld). Auch dieser ist am Mitsommerfest dabei und mit seinem Angebot im Botanischen Garten stationiert.

Über das gesamte Programm kann man sich auf der Webseite zum Mitsommerfest (mit zwei T) informieren. Ich werde bestimmt vorbeischauen!

Jörg Niederer

Montag, 10. November 2025

Amtseinsetzung

Beata Laszli wird von Kirchenratspräsidentin Martina Tapernoux anlässlich der Amtseinsetzung als Pfarrerin in der Kirche Reute gesegnet.
Foto © Jörg Niederer

Ein Zitat

"Will nun noch jemand zwischen uns und das Apéro-Buffet treten?" Pfarrerin Beata Laszli nach all den Grussworten zu ihrer Amtseinsetzung im Restaurant Schützenhaus Reute AR.

Hingesehen

Reute im Kanton Appenzell Ausserrhoden weist gleich zwei Dreikantonsecken zu den Kantonen Appenzell Innerrhoden und St. Gallen auf. Das sichelförmig angelegte Dorf mit rund 700 Einwohner:innen liegt an diesem Sonntagabend um 16.30 Uhr verlassen da. Nur Gelegentlich steigen Leute aus Autos aus und verschwinden gleich wieder in Häusern oder in Richtung der markanten Evangelisch-reformierten Kirche. Dorthin bin auch ich unterwegs. Denn an diesem Sonntag wird eine neue Pfarrerin eingesetzt, die im Osten auch bei den Methodist:innen bekannt ist. Die aus Ungarn stammende Beata Laszli war einst als Gemeindemitarbeiterin in der Evangelisch-methodistischen Kirche Sevelen tätig. In Sevelen wohnt sie immer noch mit ihrer Familie. Im August wurde sie in St. Gallen durch die Verantwortlichen der Evangelisch-reformierten Kirche ordiniert. Auch dort hätte sie eine Anstellung als Pfarrerin oder Seelsorgerin gefunden. Sie entschied sich für die Kirchgemeinde Reute-Oberegg, weil sie die Menschen auf dem Land mit ihrer Mentalität gern habe.

Den Gottesdienst über die Geschichte von Petrus, der versucht, wie Jesus auf dem Wasser zu gehen, gestaltete sie zusammen mit Jugendlichen und weiteren Gemeindegliedern und natürlich dem Organisten Kaspar Wagner weitgehend eigenverantwortlich. Ihre seelsorglich feinfühlige Predigt berührte. Auch Kirchenratspräsidentin Martina Tapernoux griff anschliessend in ihrer Einleitung zur eigentlich Amtseinsetzung auf diesen Text zurück. Davon, dass sich Menschen in Kirchgemeinden und in der Welt immer wieder die Hand reichen und Hände halten. Auch, dass es nicht darum gehen könne, es als Pfarrerin allen recht zu machen. Denn an erster Stelle sei man Christus verpflichtet.

Nach dem Gottesdienst wechselte die Festgemeinde zum Apéro ins Restaurant Schützenhaus, wo es weitere Reden und Geschenke von Frauen aus den angrenzenden Kirchgemeinden und aus der Pfarrerschaft der Region gab.

Dort traf ich nebenbei auch einige mir gut von meiner Zeit als Pfarrer in St. Gallen bekannte Menschen.

Für Beata Laszli, sie wollte immer schon Pfarrerin sein, bedeutete dieser Abend wohl, dass sie endlich angekommen ist. Nun hat sie den Ort gefunden, an dem sie ihre Berufung leben kann.

Jörg Niederer

Empfohlen

Zürich HB

Ein Zitat Foto © Jörg Niederer "Der richtige Spaziergänger ist wie ein Leser, der ein Buch wirklich nur zu seinem Zeitvertreib und verg...