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Donnerstag, 30. Oktober 2025

Alte Kapelle im Tal der Sihl

Ein Zitat

Eine der ältesten Kapellen der Bischöflichen Methodistenkirche steht in Adliswil, erbaut im Jahr 1885.
Foto © Jörg Niederer
"Wir möchten das Leben feiern, fördern und miteinander teilen." Motto auf der Webseite der Evangelisch-methodistischen Kirche Adliswil

Hingesehen

"KAPELLE DER BISCH. METHODISTENGEMEINDE / Dem DIENST DES HERRN GFEWEIHT 29. SEPT. 1885" ist an der Fassade links und rechts des leicht erhöhten Eingangs der Kapelle in zwei Aussparungen zu lesen. Tatsächlich war das Gotteshaus eines der ersten Gebäuden im Adliswiler Stadtteil Grund. Die markante Sichtbacksteinkirche steht da, wo die Grundstrasse einen rechtwinkligen Knick macht. Besonders eindrücklich ist es, ihr vom der Kilchbergstrasse entgegenzugehen. Schon von weitem ist die Kapelle am Strassenende auszumachen.

Die Sihl windet sich bei Adliswil.
Foto © Jörg Niederer
Auf dem Parkplatz daneben steht ein Camper. Ich weiss, er gehört dem Pfarrer. Bei ihm im Pfarrhaus klingle ich und werde von Daniel Eschbach herzlich empfangen und mit einem Espresso verwöhnt. Nur eine Viertelstunde dauert der Aufenthalt. Dabei erinnern wir uns wieder daran, wie wir, er war damals noch Pfarrer in Bülach, rund 500 schwere Flanellbilder von einem Lager in Bülach nach Adliswil in die Kapelle zügelten. Gesammelt wurden diese Bilder (hier sind einige Beispiele zu sehen) von der verstorbenen Diakonisse und Pfarrerin Elisabeth Russenberger. Eingesetzt wurden sie in den Sonntagschulen der Methodistenkirchen. Die Sonntagschulen waren lange Zeit der Importschlager und ein Alleinstellungsmerkmal der Methodist:innen, bis die Landeskirchen nachzogen.

Dann geht meine Fussreise weiter Richtung Horgen, nicht ohne der Sihl Adieu zu sagen. Diesem eindrücklichen Fliessgewässer, das teilweise noch unverbaut seinen Lauf sucht, bin ich vor Jahren zusammen mit meiner Frau von der Mündung in Zürich hinauf zum Sihlsee und weiter gefolgt. Ganz fertig bin ich mit dem Fluss noch nicht. Es fehlt noch der Aufstieg zur Quelle, dem Sihlseeli auf 1895 m.ü.M.; Es liegt unweit des Pragelpasses. Vielleicht im nächsten Jahr, mal schauen. Vorerst geht es weiter auf meiner methodistischen Kapellentour.

Jörg Niederer

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Das neue Wanderprojekt

Ein Zitat

Selfie vor der Wesley Kapelle in Wollishofen. Dort trifft sich aktuell die Regenbogenkirche.
Foto © Jörg Niederer
"Wir wollen Kirche sein mit allen und für alle – auch und speziell für Menschen, die in anderen Kirchen zum Beispiel infolge ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt werden. Bei uns sind alle Anlässe offen für alle." Webseite der Regenbogenkirche

Hingesehen

Statt sich immer wieder mühsam für ein neues Wanderziel zu entscheiden habe ich mir ein neues Projekt vorgenommen. Es knüpft an eine frühere Erfahrung an. In der Zeit, als ich für die Methodistenkirche als Distriktsvorsteher wirkte, bin ich der Reihe nach zu allen kirchlichen Liegenschaften "meines" Distrikts Nordostschweiz hingewandert. Dies führte mich auf interessante Wege, die ich anders wohl nie begangen hätte. Gestern startete ich in eine Fortsetzung. Nun werde ich die kirchlichen Liegenschaften in Distrikt Nordwestschweiz erwandern. Das wird mich vom Raum Zürich bis in die Region Biel führen und von Glarus (Gehört eigentlich zum Distrikt Nordostschweiz, war aber zu meiner Zeit noch beim Distrikt Nordwestschweiz) bis Basel.

Gestern startete ich eine erste Etappe bei der Regenbogenkirche in Wollishofen. Die Regenbogenkirche ist die wohl schweizweit erste Kirche für wirklich alle Menschen, ganz besonders für Personen, die sich zur LGBTQI+-Community zählen. Diese methodistische Gemeinde feiert ihre Gottesdienste aktuell in der denkmalgeschützten Wesley Kapelle an der Mutschellenstrasse 188 in Zürich-Wollishofen. Am Sonntag zuvor habe ich dort an einem berührenden Salbungs- und Segnungsgottesdienst teilgenommen und lernte einige neue Menschen kennen, aber auch mir bekannte Personen waren dabei. 

Der Ort, an dem sich die Regenbogenkirche trifft, wird im Verlauf der Zeit, in dem ich wandernd im Distrikt Nordwestschweiz unterwegs sein werde, ändern. In etwa einem Jahr muss die Gemeinde umziehen. Wohin steht aktuell noch nicht endgültig fest. Ich werde meine Tour so legen, dass ich an diesem neuen Ort dann als Abschluss meiner Wanderrunde wieder einen Gottesdienst feiern kann.

Gestern erwanderte ich mir gleich noch drei weitere "methodistische" Liegenschaften. Da wäre einmal die wunderschöne Sichtbackstein-Kapelle in Adliswil. Auf sie werde ich morgen zu sprechen kommen. Den Abschluss dieser ersten Etappe feierte ich in der Kapelle Horgen, die heute eingebettet ist in das ebenfalls auf methodistische Wurzeln zurückgehende Alterszentrum Haus Tabea. Ideal, dass dort die Tür zur Kapelle offen stand und ich in der Stille Zeit verbringen konnte.

Rückblickend war es ein prächtiger Wandertag mit Fernsicht zu den frisch eingeschneiten Bergen. Auch gäbe es noch viel mehr zu sagen, vom geretteten Tigerschneggel in Wollishofen bis zur schneeweisen Katze in Horgen. Vielleicht komme ich später darauf zurück.

Jörg Niederer

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