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Montag, 5. Oktober 2026

Morgentau-Bad

Ein Zitat

Eine späte Raupe des Schwalbenschwanz-Schmetterlings sitzt zuoberst auf einem Fenchelzweig, bekleidet mit vielen kleinen, herbstlichen Tautropfen.
Foto: © Jörg Niederer
"Wer klein genug ist, kann im Tautropfen baden." Sprichwort

Entdeckt

In einem wunderschönen Mischkulturen-Garten eines Bauern aus dem Thurgauer Ort Wolfikon sitzt am frühen Morgen, ganz von winzigen Tautropfen überzogen, eine späte Raupe des Schwalbenschwanz-Schmetterlings. Die letzte Raupengeneration eines Kalenderjahrs von diesem Schmetterling überwintert in der Regel als Puppe. Doch nun ist es schon Oktober, und die Raupe ist gerade erst knapp zwei Zentimeter lang. Bis spätestens im November muss sie noch auf 4,5 bis 5 Zentimeter Länge heranwachsen, um sich dann als Puppe durch den Winter zu bringen.

Ob diese Raupe dazu noch in der Lage sein wird? Ich würde es ihr wünschen. Auf dass aus ihr dann einer der ersten Schwalbenschwanz-Schmetterlinge wird, der im Frühjahr unser Herz mit seinen Flugkünsten erfreut.

Jörg Niederer

Freitag, 31. Juli 2026

Schönheit

Ein Zitat

Raupe des Schwalbenschwanzes an einer Fenchelstaude.
Foto © Jörg Niederer
"Die Mittagssonne brütet auf der Heide, / Im Süden droht ein schwarzer Ring. / Verdurstet hängt das magere Getreide, / Behaglich treibt ein Schmetterling." Detlev von Liliencron (1844-1909)

Entdeckt

Der Schwalbenschwanz (Siehe auch Beitrag vom 1. September 2025!) stielt vielen anderen Schmetterlingen sowohl als Raupe wie auch als Tagfalter die Show. Das führt dazu, dass die grossen Schmetterling gern zuhause gezüchtet werden. Aktuell fliegt bereits die zweite Generation des Jahres. Das Raupenstadium dauert 2-3 Wochen, dann folgt die Verwandlung in eine Gürtelpuppe und nach wiederum 2-3 Wochen schlüpft der fertige Schmetterling.

Es gibt eine Phase als Raupe, in der die Schönheit unwichtig ist. Junge Schwalbenschwanzraupen gleichen Vogelkot. So tarnen sie sich vor Fressfeinden. Auch haben sie eine chemische Waffe, mit der sie Schlupfwespen und andere Insekten vertreiben können.

Gesehen haben wir diese Raupe an einer Fenchelpflanze vor einem schönen Berner Bauernhaus. Mal schauen, was der heutige Tag an Schönheit und Überraschung bereit hält.

Jörg Niederer

Montag, 1. September 2025

Kultur und Sommerflieder

Zitat

Ein Schwalbenschwanz besucht die Blüten eines Sommerflieders.
Foto © Jörg Niederer
"Der klarste Weg ins Universum führt durch einen wilden Wald." John Muir (1838-1914)

Hingesehen

Herzlich willkommen auf meiner Blogseite NichtNurNatur. Der Titel ist Programm. Es geht nicht nur um Natur, aber natürlich auch und immer wieder genau darum: um die Natur. Aktuell interessieren mich Vögel und Insekten besonders. Aber eben nicht nur. Natur hat immer auch viel zu tun mit Kultur. Das ist gleich auch bei dieser ersten Naturbeobachtung so.

Ein Schwalbenschwanz, eine bekannte einheimische Schmetterlingsart, besucht den blühenden Sommerflieder. Sommerflieder ziehen viele Insekten an, auch viele Schmetterlinge. Darum findet er sich häufig in gepflegten und ungepflegten Gärten. Jedoch darf der Sommerflieder in der Schweiz seit 2024 nicht mehr verkauft und auch nicht mehr vermehrt oder weitergegeben werden. Der Schmetterlingsflieder, wie diese Zierpflanze auch genannt wird, gehört zu den invasiven, gebietsfremden Neophyten, also den Pflanzen, die sich ausgesprochen leicht vermehren und dabei einheimische Pflanzen verdrängen.

Nun könnte man sagen, dass der ursprünglich auch China und dem Tibet stammende Sommerflieder doch von unseren einheimischen Insekten und Faltern geschätzt wird. Warum soll er dann bei uns ausgemerzt werden. Es ist richtig, dass er vor allem langrüssligen Insekten als wertvolle Nahrungsquelle dient. Allerdings produziert diese Zierpflanze jährlich bis zu 3 Millionen Samen, die sehr leicht sind und bis zu 40 Kilometer weit verfrachtet werden. Deshalb findet man mitten auf Lichtungen in Wäldern wild wuchernde Ansammlungen vom Sommerflieder. Dort können heimische Wildpflanzen nicht mehr wachsen. Das möchte man unterbinden.

Wie sagte ich doch: Kultur und Natur haben viel miteinander zu tun. Indem wir artfremde Pflanzen bei uns kultivieren, verändern wir die Natur. Nicht immer ist das gut oder erwünscht. Beim Sommerflieder hat man sich gegen ihn entschieden.

Jörg Niederer

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