Ein Zitat
"Durch den Ungehorsam eines einzigen Menschen gerieten alle in die Gewalt der Sünde. Ebenso werden auch durch den Gehorsam eines Einzigen alle vor Gott gerecht sein." Bibel: Römer 5,19
Foto © Jörg Niederer
Hingesehen
Niemand ist für sich allein schuldig. Das Unrecht ist immer kollektiv. Im besten Fall betrifft unser Versagen die nächste Umgebung, im schlimmsten Fall die ganze Welt. Vielleicht kennst du den Kinderreim "Joggeli söll ga Birli schüttle". Weil Joggeli die Birnen nicht schütteln will, werden der Reihe nach Hund Stock, Feuer Wasser Kalb und Metzger ausgesandt. Doch alle lassen sich vom Ungehorsam Joggelis anstecken. erst als der Meister eingreift, kommt die Sache ins Rollen, so dass schlussendlich sogar die Birnen fallen wollen.
Noch eindrücklicher illustriert Mani Matter die Kettenreaktion des Versagens mit dem Lied: "I han es Zündhölzli azündt". Ein brennendes Streichholz, das auf den Boden fällt, lässt Mani Matter darüber nachdenken, was hätte geschehen können. Über den Wohnungsbrand zum Stadtbrand, über den daraus folgenden Bürgerkrieg zum Weltkrieg wäre alles denkbar. Immer mehr Menschen würden in das Versehen oder die Schuld dessen verwickelt, der ein Streichholz hat fallen lassen. Immer mehr – am Schluss alle – währen mitbetroffen.
Niemand kann für sich allein gut sein und werden. Es gilt auch dabei das Prinzip der Kettenreaktion oder Solidarität. Stell dir vor, der Meister hätte bei der Joggeli-Geschichte nicht mit Fusstritten losgelegt, sondern indem er selbst mit gutem Beispiel vorangegangen wäre und mit Joggeli zusammen die Birnen geerntet hätte. Paulus nun ist überzeugt, dass irgendeinmal das Vorbild und die Aufopferung von Jesus das Wesen aller Menschen erfassen wir, so dass sie sich dem Guten zuwenden.
Nun, aktuell ist es wohl noch nicht so weit.
Jörg Niederer
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen