Ein Zitat
"Joschija war acht Jahre alt, als er König wurde. 31 Jahre regierte er in Jerusalem. Er tat, was dem Herrn gefiel, und folgte ganz dem Vorbild seines Vorfahren David." Bibel, 2. Chronik 34,1+2
Foto © Jörg Niederer
Hingesehen
Zuerst in eigener Sache. Heute Abend bin ich Gastredner im Abendgottesdienst von EMK Young Züri Oberland. Um 19.00 Uhr gibt es Worship in der Evangelisch-methodistischen Kirche an der Bahnstrasse 31 in Uster. Ich werde über die Sozialen Grundsätze aus autobiografischer Perspektive reden. Nach 27 Jahren Mitwirkung an diesem bedeutenden ethisch-kirchlichen Grundlagentext traue ich mir zu, dazu Wesentliches sagen zu können.
Nun wieder die üblichen sonntäglichen Gedanken zum obigen Bibelvers.
Ein Achtjähriger auf dem Königsthron. Wenn da nicht auch noch andere im Hintergrund die Fäden gezogen haben. In der damaligen Zeit waren etwa die Königsmütter bedeutende Persönlichkeiten und hatten viel zu sagen.
Wie auch immer: Joschija war sehr jung, als er zu regieren begann. Ein Kind, das Massstäbe setzte. Das Urteil des Chronikschreibers über ihn war: "Er tat, was dem Herrn gefiel". Im Folgenden wird präzisiert, wann Joschija den Glauben seiner Väter bewusst angenommen hatte: "Im achten Jahr seiner Königsherrschaft... fing er an, nach dem Gott seines Vorfahren David zu fragen." (2. Chronik 34,3). Von da an soll er alles getan haben, um diesem einen Glauben zum Durchbruch zu verhelfen.
Was Joschija tat bei der religiösen Säuberung seines und der angrenzenden Länder widerspricht den heutigen Vorstellungen von Religionsfreiheit. Die Sprengung der Buddhastatuen im Bamiyantal (Afghanistan) durch die Taliban oder die Zerstörung der Marabu-Mausoleen durch die Ansar al Islam in Mali sind Beispiele aus jüngerer Zeit.
Wären die Babylonier bei der Eroberung von Joschijas Königreich Juda später ebenso radikal gegen den ihnen fremden Glauben der Israeliten vorgegangen, gäbe es heute kein Israel und hätte es nie ein Christentum gegeben.
Das sollte uns nachdenklich machen. Mein persönlicher Glaube mag so sein, wie das Land nach der Säuberung des Joschija. Da hat kein fremder Gott Raum in meinem Denken und Glauben. Christus allein soll mein Leben prägen.
Aber in der Gesellschaft darf es keine Vertreibung von Andersgläubigen geben. Vielmehr sollen wir ihnen Zeugnis sein für Gottes Liebe. Das kann man nicht tun, indem man die Ausdrucksformen ihres Glaubens verbietet oder zerstört. Oder würden Sie den Menschen vertrauen, die Sie in der Ausübung Ihres Glaubens behindern?
Jörg Niederer
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