Ein Zitat
"Jede Generation ist ein bisschen weiter weg von der Kirche. Das hat mit den Sozialisierungsmechanismen zu tun, die nicht mehr funktionieren wie früher. In den Familien mit kirchlich distanzierten Eltern ist eine religiöse Erziehung nicht mehr automatisch gegeben, und in den Kirchen gibt es Sozialisierungsangebote, die nicht mehr nachgefragt werden." Eva Baumann-Neuhaus, Wissenschaftliche Projektleiterin am Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI) in St. Gallen.
Foto © Jörg Niederer
Hingesehen
Auf meiner Kapellen-Wandertour zu Lokalitäten in der Tradition der Methodistenkirchen war die Evangelisch-methodistische Kirche von Zürich-Altstetten die letzte in den Grenzen der Stadt Zürich. Sie ist eine dieser Bauten, die mit Wohnraum kombiniert ist und wenig Charme aufweisen. Neben dem Wohnhaus wirkt der Kirchenanbau fast schon provinziell. Anders als die methodistischen Vereinshäuser von Zürich 4 oder Zürich Zelthof gibt der Bau in einem Wohnquartier an der Friedhofstrasse wenig her. Lieb gemeint würde man von Understatement sprechen.
Die methodistische Kirchenlandschaft in der Stadt Zürich ist im Umbruch. Verschiedene Kirchengebäude dienen heute primär einem anderen als dem gottesdienstlichen Zweck. Zwar finden christlich-spirituelle Anlässe nach wie vor statt, doch der Gottesdienstbesuch und das Gemeindeleben ist teils stark zurückgegangen. Im Jahr 1980 zählte man in den Stadtzürcher Methodistenkirchen insgesamt noch 1445 Mitglieder und einen Freundeskreis von 503 Personen. Heute sind es noch 256 Mitglieder und der Freundeskreis umfasst lediglich 138 Personen. Wie wird wohl die methodistische Kirche in der Stadt Zürich nach weiteren 50 Jahren aufgestellt sein? Wird es gelingen, wieder relevanter für die Menschen vor Ort zu werden?
Jörg Niederer
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