Ein Zitat
"Was mein Herz wach hält, ist die bunte Stille." Claude Monet (1840–1926)
Foto © Jörg Niederer
Hingesehen
Früher, wenn der See so ruhig dalag und zum Meditieren und Flanieren einlud, machte mich diese Szenerie nicht gerade unglücklich, aber sie interessierte mich auch nicht. Ich liebte den Wind, das Surfen und die Wellen. Da versprach ein flacher, ruhiger See schlichtweg Langweile, zu wenig Action.
Heute sehe ich die Farbenpracht, hervorgezaubert vom einer winterlich tiefstehenden Sonne. Ich bewundere die Braun- und Blautöne, sehe das feine Kräuseln auf der Wasseroberfläche, die gerade Linie des Horizonts, die fernen Schneeberge, rieche den leicht modrigen Duft des Wassers, lasse mich blenden von den hellen Steinen der Kiesbänke.
Mein heutiger Zugang zur Natur ist ein anderer als der von früher. Das muss am fortgeschrittenen Alter liegen, am Lebensrhythmus. Die Stille, die Inaktivität erschrecken mich nicht mehr.
Jörg Niederer
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