Ein Zitat
"Bevor man etwas brennend begehrt, sollte man das Glück dessen prüfen, der es bereits besitzt." François de La Rochefoucauld (1613–1680)
Foto © Jörg Niederer
Hingesehen
Zweimal Glück. Einmal das Zufallsglück, die Lotterie, die Hoffnung auf Devisen in Millionenhöhe. Das andere Mal das Glück einer intakten Familie, der friedlichen Gemeinschaft von Menschen, der leuchtenden Kinderaugen.
So nebeneinander könnte es doppeltes Glück bedeuten. Wie viele Menschen haben bei diesem Bahnhofs-Christbaum auf das besondere Losglück gehofft? Die Hoffnung auf das grosse Geld hat ja mit Glauben so einiges zu tun. Da wurde wohl auch das eine oder andere Mal gebetet: "Du Gott gibst mit Losglück, und ich dir einen friedlichen Heiligen Abend."
So hat "mein" Kirchenvater John Wesley es nicht gemeint, wenn er "Holiness and Happiness" (Heiligkeit und Glück) in einem Atemzug nannte.
Baum und Automat stehen an einer etwas trostlos wirkenden Stelle. Kein doppeltes Glück, sondern doppelte Frustration ist wohl gar nicht so selten an diesem Ort, an dem viele vorübereilen.
Man sagt, am wenigsten gewinnt man, wenn man nicht mitspielt. Wo überall spiele ich mit? Wie spiele ich mit? Spiele ich andern übel mit, nehme ihnen das Glück? Spiele ich mir oder andern in die Tasche? Spiele ich Weihnachten, der Familie zuliebe. Werden mir in diesem Jahr all die Festtage glücken?
Bald sind wieder die Symbole des Glücks auf den Neujahrstorten zu finden. Marienkäfer und Kleeblätter und Fliegenpilze und Hufeisen und Glücksschweinchen und Kaminfeger. Wovon wir Menschen uns nicht immer wieder Glück erhoffen!
"Holiness an Happiness"; ob John Wesley recht hat, wenn er überzeugt ist, dass wahres Glück, wahre Freude nur in Christus zu finden sind?
Jörg Niederer
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