Donnerstag, 25. Dezember 2025

Von der Wiege...

Ein Zitat

Ausschnitt aus dem Altarbild von Alois Schenk (1888-1949), Kirchenmaler aus Schwäbisch Gmünd in der 1935 geweihten Dreikönigskirche von Netstal. Die Geburt Jesu und seine Kreuzigung in einem Bild.
Foto © Jörg Niederer
"Es gibt für einen Starken, für einen Grossen dieser Welt nur zwei Orte, an denen ihn sein Mut verlässt, vor denen er sich in tiefster Seele fürchtet, denen er scheu ausweicht. Das ist die Krippe und das Kreuz Jesu Christi." Dietrich Bonhoeffer (London 1933-1935, DBW Band 13, Seite 342f) 

Hingesehen

Da gibt es diese Redensart, die ein ganzes Leben in sechs Worten zusammenfasst: "Von der Wiege bis zur Bahre". Genau das ist auch dargestellt auf dem Altarbild von Alois Schenk in der 1935 eingeweihten römisch-katholischen Dreikönigskirche von Netstal. Auf den ersten Blick ist da diese idyllische Darstellung der Heiligen Familie, versammelt um das Jesuskind in der Krippe. Doch darüber steht das übergrosse Kreuz, an dem der Gekreuzigte hängt. Auf dem Bildausschnitt sind die angenagelten Füsse zu sehen.

Ein Leben lässt sich nicht denken ohne Geburt und Tod. Die Weihnachts- und die Passionsgeschichte gehören zusammen. Der Geburtsschmerz der Maria und der Schmerzensmann am Kreuz. Die Erlösung, angekündigt von den Engeln, der Tod als gnädige Erlösung von der Folter.

Wer nur Weihnachten feiert, wird der ganzen Tragweite dieses Geschehens nicht gerecht.

Dreht man sich dort beim Altar in der Dreikönigskirche um 180 Grad und schaut zum Glasfenster über der Orgel hoch, ist der König David zu sehen in friedlicher Pose mit der Harfe in der Hand. Eine Anspielung auf den Christus, den König über Himmel und Erde? Die Geschichte ist nicht in Bethlehem zu Ende erzählt, auch nicht auf Golgatha. Die Geschichte geht weiter.

Jörg Niederer

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