Ein Zitat
"Die Zelle ist für mich ein inspirierender Ort unserer Stadt und ich freue mich auf neue Begegnungen." St.Laurenzen-Pfarrerin Kathrin Bolt (Sie wird am 19. Januar in der Wiboradazelle sein.)
Foto © Jörg Niederer
Hingesehen
So war mein gestriger Tag in der Wiborada-Zelle: Ich bekam von 12 Menschen Besuch, davon gehörten einige Frauen selbst zu den Tages-Inklusinnen. Mit sieben Gäst:innen waren überdurchschnittlich viele Pfarrpersonen vertreten. Am weitesten angereist war mein Pfarrkollege und Schlagerpfarrer Stefan Moll. Die Zeit verging wie im Flug. Auch gab es ein Fotoshooting. Als Tagesgast hatte ich die Aufgabe, auf einer halbe Tagebuchseite meine Eindrücke zu verfassen. Dieses Gemeinschaftswerk kommt später in den Fundus der Stiftsbibliothek. Nun ist also bald auch meine Handschrift an diesem geschichtsträchtigen Ort hinterlegt.
Das habe ich hineingeschrieben:
"Ich sehe die Äste der Eibe. Ich höre das Summen der Elektroöfen. Ich schaue hinaus und warte.
Einen Moment lang zieht die Kälte unter meine Jacke. Ich lese von einem Sterbehelfer. Wie die meisten, die er begleitet, so denkt er. Jene mit infausten Prognosen, sie hoffen oder fürchten sich davor, dass nach dem Tod nichts mehr kommt. Dann lese ich vom Verlust der Unsterblichkeitshoffnung.
PfarrkollegInnen kommen zu Besuch. Sie bringen den Krieg, die Not, den Wahnsinn mit in die Zelle. Auch das Lachen – das trotzige Lachen.
die Zeit vergeht im Flug. Nein, sie vergeht im Warten, im Sein, im Hoffen. Dann wird es Nacht. Friede sei mit uns!"
Es hat noch Termine frei in der Wiboradazelle. Hier kann man sich eintragen! Auch kann man schauen, wer in der Folge an diesem Ort an welchem Tag da-sein wird. Darunter sind spannende Persönlichkeiten. Etwa die CEO der Olma Messen Christine Bolt, Stadtrat Mathias Gabathuler, Alt-Stadtrat Fredy Brunner, die Stadtparlamentarierin Eva Crottogini, die CEO der CSP AG Michèle Mégroz, der pensionierte Grossmünsterpfarrer Christof Siegrist oder der Musiker Marius Tschirky.
Bei der Vielfalt an Persönlichkeiten lohnt es sich jeden Tag, in der Wiborada-Zelle vorbeizuschauen.
Jörg Niederer




