Samstag, 18. April 2026

Die Trauer-Rosenkäfer und die Pollen

Ein Zitat

Drei Trauer-Rosenkäfer auf einer Löwenzahnblüte sind ganz vertieft ins Fressen von Blütenpollen.
Foto © Jörg Niederer
"Möge die ganze Welt glücklich sein." Aus einem Hindugebet

Hingesehen

Sie sind vom Blütenstaub gelb überzuckert und in einem wahren Fressrausch, die drei Trauer-Rosenkäfer auf der Löwenzahnblüte. Es ist das zweite Mal, dass ich diesen potentiell gefährdeten Käfer fotografieren konnte. Das erste Mal fand ich ihn Mitte Mai 2024 auf einer Wildblumenwiese der Propstei Wislikofen (AG) (siehe Foto unter dem Beitrag vom 14.05.2024).

Fast einen Monat früher nun entdeckte ich etwa 20 Oxythyrea funesta auf einer lichten und stark sonnenbeschienenen Waldrandstelle direkt am Wanderweg bei Burgstelle nahe Pfaffnau (LU). Diese Käfer werden in den letzten 15 Jahren vermehrt bei uns und in Süddeutschland aufgefunden. Ihre eigentliche Heimat ist der Mittelmeerraum. Der Klimawandel begünstig offensichtlich ihre Ausbreitung auf die Alpennordseite. Die hübschen Trauer-Rosenkäfer sind ausgewachsen unverwechselbar. Mit ihren weissen Punkten auf schwarzem Grund sehen sie recht hübsch aus. In der Form gleichen sie dem häufigeren Goldglänzenden Rosenkäfer. Das Larvenstadium verbringen sie als bis zu 3 cm lange Engerlinge im Boden. In diesem Stadium kann man sie mit anderen Engerlingen verwechseln. Dann fressen sie Wurzelwerk. Als Käfer lieben sie Blütenpollen. Auf dem Foto sieht man beim Trauer-Rosenkäfer ganz rechts im Bild auch die starke Behaarung. Diese wird im Verlauf der weiteren Nahrungssuche und beim Kriechen durch enge Spalten abgeschabt und geht verloren. Bei den anderen beiden Käfer hat die "Rasur" bereits lichte Stellen hinterlassen.

Trauer-Rosenkäfer fliegen von Mai bis Juli und können folglich noch einige Zeit beobachtet werden. Dass sie bereits Mitte April anzutreffen sind, deutet darauf hin, dass sie sich den wärmeren Umständen im Schweizer Mittelland angepasst haben. Nahrung ist mit der Löwenzahn- und Rapsblüte jedenfalls im Überfluss vorhanden.

Leider ist der Käfer in der Schweiz nicht geschützt und gilt des Pollenfrasses wegen als Schädling in Obstbau. Besonders aber die Larven gelten als sehr schädlich für die Landwirtschaft. Für viele Vögel sind sie aber lebenswichtige Grundlage bei der Aufzucht der Jungen.

Jörg Niederer

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Empfohlen

Die Trauer-Rosenkäfer und die Pollen

Ein Zitat Foto © Jörg Niederer "Möge die ganze Welt glücklich sein." Aus einem Hindugebet Hingesehen Sie sind vom Blütenstaub gel...