Ein Zitat
"Länger konnte sie ihn (Baby Mose) nicht verborgen halten. Deshalb nahm sie ein Kästchen aus Papyrus und dichtete es mit Asphalt und Pech ab. Dann legte sie das Kind hinein und versteckte es im Schilf am Ufer des Nil." Bibel: 2. Mose 2,3 
Foto © Jörg Niederer
Entdeckt
Im Film "Prinz von Ägypten" oder einem anderen Streifen über Mose wird die Geschichte des kleinen Knaben auf dem Nil dramatisch dargestellt. Die wilde Strömung, die das Bastkörbchen umher wirft, Wellen die es zu verschlingen drohen... Ist da nicht auch noch ein Krokodil irgendwo auf der Lauer. Ein Wunder, dass dieses Kind überlebt und dann geradewegs via Pharaonentochter in höchste Kreise aufsteigt. Mutterinstinkt und Weiblichkeit retteten Mose vor dem sicheren Tod. In die falschen Arme getrieben, etwa in die eines ägyptischen Hofberaters, wäre Mose eines der weiteren ermordeten Kinder auf dieser Welt geworden.
Es sind die stärksten jungen Menschen, die von ihren Familien auf die Reise gesandt werden. Junge Afrikaner, sie reisen aus dem Sudan, aus Eritrea, Nigeria und Kamerun via Niger nach Algerien oder Marokko, um dort in hochseeuntauglichen Booten die Strasse von Gibraltar zu überqueren. Andere nehmen die Route über Mauretanien und Westsahara an die Küste, um dort auf die Kanarischen Inseln überzusetzen. Jedes Jahr ertrinken in der Strasse von Gibraltar 1000 und mehr Emigrant:innen. Weitere hunderte Hoffnungslose verschwinden spurlos vor den Kanaren. Die Frontex beobachtet die Flüchtenden mit Infrarotsichtgeräten und schickt sie in der Regel wieder zurück. Und dann kommen einige der Flüchtenden an, und da ist keine ägyptische Pharaonentochter, und niemand kommt auf die Idee, dass diese Menschen gerade dem Tod entronnen sind. Bis auf wenige, z.B. die Mütter mit kleinen Kindern, werden sie einfach wieder zurückverfrachtet, und manchmal werden sie auch irgendwo in der algerischen Wüste ausgesetzt. In Italien beschlagnahmt die Behörde widerrechtlich die Boote der private Rettungskräfte auf Monate hinaus und strengt Gerichtsverfahren gegen die an, welche lediglich das tun, wozu wir alle moralisch verpflichtet sind: Leben zu retten, ohne Ansehen der Person.
Wird Gott uns einmal fragen, was wir für diese aus dem Wasser Geretteten gewesen sind?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen