Ein Zitat
"Auf, auf, ihr kleinen Bienen / Der Winter ist fürbei: / Schon gaffen jetzt und gienen / Die Blümlein allerlei." Friedrich Spee (1591-1635)
Fotos © Jörg Niederer
Hingesehen
Zwei verschiedene Pflanzen, eine Lebensstrategie. Links die Vogel-Nestwurz, eine Orchidee. Über diesen Holoparasiten im Pflanzenreich habe ich an anderer Stelle (Siehe Beitrag vom 19.05.2025) schon geschrieben. Rechts die Gewöhnliche Schuppenwurz. Bei genauem Hinsehen besteht keine Verwechslungsgefahr. Schon allein die rosa Farbe der Schuppenwurz-Blüten ist ein deutliches Merkmal. Sie ist keine Orchidee, sondern gehört zu den Schuppenwurzen (Lathraea). Auch die Gewöhnliche Schuppenwurz ist ein Holoparasit, also ein Vollschmarotzer. Sie bezieht ihre gesamte Nahrung von benachbarten Bäumen; vornehmlich von Haseln, Erlen, Pappeln, Weiden und Buchen. Durch eine Spezialisierung kann sie im Frühjahr direkt nach der Schneeschmelze blühen, indem sie die verholzten Baumteile anzapft, die in dieser Jahreszeit durch organische Verbindungen und Pflanzensäfte durchtränkt sind. Wie die Vogel-Nestwurz kann die Gewöhnliche Schuppenwurz sich durch unterirdische Blüten fortpflanzen. Diese werden dort ohne sich zu öffnen bestäubt (Kleistogamie).
Damit der Samen einer Gewöhnlichen Schuppenwurz auskeimen kann, muss er näher als 1 Zentimeter bei der Wirtswurzel liegen. Ihren deutschen Namen hat die Gewöhnliche Schuppenwurz von der schuppigen Struktur ihres bis 2 Meter langen, verzweigten Wurzelwerks. Dieses kann ein Gewicht von 5 Kilogramm erreichen.
Die Pflanze ist nicht essbar, ja sogar leicht giftig. Also Hände weg von dem wundersamen Gewächs!
Jörg Niederer
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