Donnerstag, 23. Juli 2026

Trockengelegt

Ein Zitat

Der ausgetrocknete Churzeneibach in Wasen i. E. am 20. Juli 2026.
Foto © Jörg Niederer
"Es war die Zeit, da die Bäume in der Stadt welk sind ohne Herbst, da die glühenden Gassen, ausgedehnt von der Wärme, nicht enden wollen und man durch Gerüche geht wie durch viele traurige Zimmer." Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Entdeckt

Er gilt als gutes Forellengewässer: der nicht einmal 9 Kilometer lange Churzeneibach. Am Montag, 20. Juli 2026 morgens um 10.30 Uhr sah er in Wasen i. Emmental so aus wie auf dem Foto. Total trockengelegt. Von der Töss weiss ich, dass sie im Sonner teilweise unterirdisch fliesst. Ob das beim Churzeneibach auch so sein könnte? Auch weiss ich nicht, ob der Bach weiter oben doch noch Wasser führt. So genau habe ich nicht nachgeforscht. Jedenfalls fliesst kurz vor dem Zusammenfluss mit dem Hornbach – gemeinsam bilden sie in der Folge die Grüene – oberflächlich gar nichts mehr.

Der Hornbach dagegen führt noch Wasser, wie wir dann anhand des Wasserstands in der Grüene feststellen konnten. Das ist erstaunlich, da beide Bäche ihr Quellgebiet unterhalb vom Farnli-Esel haben. Allerdings fliesst der Hornbach durch Regionen, die mit ihren Namen "Wässerig" oder "Badgraben" auf einen gewissen Wasserreichtum schliessen lassen, was für den Churzeneibach nicht in gleicher Weise gilt. 

Noch etwas fällt auf unseren Wanderungen auf. Viele Brunnen sind versiegt, oder spenden gerade einmal ein paar Tropfen pro Minute.

Gestern nun meldeten die Newsportale, dass wegen der Hitze die Kühe bis 25% weniger Milch geben. Ausgiebiger Regen ist gerade auch nicht in Sicht. Klimatisch werden uns ganz neue Erfahrungen geboten. Erfahrungen, die uns nicht sehr optimistisch in die Zukunft blicken lassen.

Jörg Niederer

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