Ein Zitat

Fotos © Jörg Niederer
"Die grosse Schuld des Menschen sind nicht die Sünden, die er begeht - die Versuchung ist mächtig und seine Kraft gering. Die große Schuld des Menschen ist, dass er in jedem Augenblick die Umkehr tun kann und nicht tut." Martin Buber (1878–1965)
Entdeckt
Braunkehlchen sind Bodenbrüter. Das ist ihr grosses Handicap. Denn in der heutigen Landwirtschaft sind viele Wiesen ohne grosse Insektenvielfalt und werden auch viel zu früh gemäht, zu einer Zeit, in der die Jungen der Braunkehlchen noch nicht flügge sind. Das führt dazu, dass sie in der Schweiz in tieferen Lagen nur noch an wenigen Orten vorkommen. Es fehlen die Nahrung und die sicheren Brutstandorte.
In Saas-Fee gibt es sie noch. Dort werden einige Wiesen wohl erst nach dem 15. Juli gemäht. Genug Zeit, dass die Brut der Braunkehlchen ausfliegt.
Auch in der Allmend Frauenfeld wir mit dem Hinweis und Foto des Braunkehlchens darauf hingewiesen, dass die Wiesen nicht betreten werden dürfen. Dabei gibt es schon seit einiger Zeit im ältesten Naturschutzgebiet der Schweiz keine Braunkehlchen mehr. Sie kommen auch nicht mehr zurück. Denn Braunkehlchen sind extrem Standortgebunden. Sie lassen sich nicht an anderen Orte versetzen. Auch nicht, wenn man die Eier an einem solchen neuen Standort künstlich ausbrüten und die Jungen dann von Hand grossziehen würde. Denn der Standort ist genetisch bedingt. Auch die künstlich grossgezogenen Braunkehlchen würden nach ihrer Reise ins Winterquartier in Afrika wieder an den Standort ihrer Eltern zurückkehren.
Braunkehlchen zeigen: Es gibt irreversible Eingriffe in die Natur. Nicht alles kann wieder rückgängig gemacht werden.
In höheren Lagen über 1600 Metern kommt das Braunkehlchen noch häufiger vor. Doch auch hier verändert sich die landwirtschaftliche Nutzung zu Ungunsten des kleinen Vogel. Hoffen wir, dass die kleinen Vögel in der Schweiz noch lange brüten werden.
Jörg Niederer
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