Ein Zitat
"Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich. Er wählte zwölf von ihnen aus, die er auch Apostel nannte." Bibel: Lukas 6,13
Foto © Jörg Niederer
Entdeckt
Ich frage mich, welche Kriterien und welches Verfahren Jesus bei der Auswahl der Apostel angewandt hatte. Gab es ein Casting, bei dem sich die einen Jünger blamierten und andere das Publikum berührten? Hatte Jesus überhaupt die Wahl? Gab es mehr als 12 in Frage kommende Jünger? Musste sich Jesus als Headhunter in den Fischerhäfen und an den Zöllen herumtreiben, bis er fündig wurde? Mussten die Jünger Prüfungen bestehen oder Studien absolvieren, bevor sie als Botschafter für Jesus Christus ausgesandt wurden? Spielte das Alter eine Rolle? Warum waren es nur Männer und nicht auch Frauen? Und wer bitte ist dieser Bartholomäus, und hatte er einen Bart? Warum wählte Jesus auch politisch zwielichtige Typen aus wie etwa Simon den "Zeloten" (auf Deutsch "der Eiferer")? Bei Judas Iskariot, dem Verräter, hatte sich Jesus wohl vergriffen. Warum stellte er sich also diese kuriose Gruppe von Jüngern zusammen, um gerade sie zu lehren und zu beauftragen?
Warum? Da hätte es wohl bessere Dreamteams gegeben, eine schlagfähigere, gebildetere und homogenere Truppe.
Vielleicht liegt die Antwort in dem, was im Vers davor, in Lukas 6,12 steht: "Einmal in diesen Tagen stieg Jesus auf einen Berg, um zu beten. Die ganze Nacht betete er zu Gott." Eine ganze Nacht betend auf einem Berg. Intensive Zeit im Gespräch mit Gott. Keine Vernunfts- und keine Bauchentscheidung. Eine Gebetsentscheidung, geboren an einem speziellen Ort, unter dem Sternenhimmel des Abrahams, auf dem Gipfel des Fragens. Dort, bei Gott, findet Jesus die Antwort und seine zwölf Apostel.
Heute ist Sonntag. Sie könnten die kommende Nacht auf einen Berg gehen, um zu beten.
Jörg Niederer
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