Freitag, 3. Juli 2026

Haariger, fliegender Parasit

Ein Zitat

Ein Grosser Wollschweber fliegt die Blüten des Alpen-Thymians an.
Foto © Jörg Niederer
"Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt? Ich mag dem Gedanken nicht weiter nachgehen." Georg Büchner (1813-1837)

Entdeckt

Wollschweber vermehren sich parasitär. Die Leidtragenden sind in der Regel solitär lebende Wespen- und Bienenarten. Manche Wollschweber schiessen ihre Eier aus dem Flug in die Legeröhren der Wespen und Bienen. Andere, wie dieser Grosse Wollschweber, legen die einzelnen Eier beim Eingang der Legeröhre ab und tarnen diese mit Sandkörnern. Schlüpfen die Larven, besitzen sie kleine Beine, so dass sie in die Legeröhre ihres Wirts eindringen können. Dort ernähren sie sich von den Wirtslarven. Nach der ersten Häutung haben die Larven dann keine Beine mehr und gleichen so stärker den Larven der Wirtstiere. Es gibt Wollschweber, die auf diese Weise 2000-3000 Eier ablegen.

Auf dem Foto ist schön der haarige Pelz zu sehen, der den gesamten Leib des Wollschwebers umgibt. Ebenfalls ist der lange Rüssel gut zu erkennen. Mit ihm saugt der Grosse Wollschweber im Flug an den Blüten, fast wie ein kleiner Kolibri. Auf dem Foto tut sich das Insekt am Nektar des Alpen-Thymians gütlich.

Jörg Niederer

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