Ein Zitat
"Kraft der mir als Präsident der Vereinigten Staaten verliehenen Vollmachten begnadige ich hiermit diese beiden Truthähne." Wortlaut der traditionellen Begnadigung zweier Truthähne anlässlich des Erntedankfestes in den USA.
Foto: © Jörg Niederer
Entdeckt
Die Azteken waren es, welche die wilden Truthühner einst domestizierten. Ihnen verdanken wir also diese grössten Hühnervögel. Es sind zutrauliche und neugierige Tiere. Da wo ich ihnen am vergangenen Montag begegnete, kamen sie sogleich neugierig bis an den Zaun. In beiden Fällen waren es Tiere der Züchtung "Weisse Pute". Bis 20 Kilogramm schwer können sie werden. Interessant auch, dass sie die Färbung der Haut im Kopfbereich während der Brutzeit intensivieren können. Im Verlauf eines Jahres legen Puten zwischen 20 und 40 Eier. Diese müssen nicht einmal befruchtet sein, um daraus Nachwuchs zu erhalten. Das nennt man Parthenogenese, oder auf deutsch: Jungfrauengeburt. Allerdings führt die Fortpflanzung durch unbefruchtete Eier immer zu männlichen Truthähnen. Die Überlebensrate so entstandener Puter ist mit 0,16% jedoch ausgesprochen gering.
Auf dem Foto ist ein Puter und zwei Puten zu sehen. Der Hautlappen, der über den Schnabel fällt, verrät es. Er ist so etwas wie ein äusseres Merkmal von Potenz und Stärke. Dieser Hautlappen kann fast vollständig vom Vogel eingezogen werden.
Aggressive Truthähne gebe es auch. Das sei fütterungsabhängig. Wenn es bei den Menschen nur auch so einfach wäre. Das richtige Essen servieren, und unsereiner wird sanft und fein. Leider ist das nur ein frommer kulinarischer Wunsch. Aber bei den Truthähnen und Truthühnern soll es funktionieren.
Jörg Niederer
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