Sonntag, 23. August 2026

Religionsfrieden

Ein Zitat

Zentrales Wandgemälde aus dem Kapellenanbau des Alters- und Pflegeheims Bethanien in Wabern bei Bern.
Foto © Jörg Niederer
"Und zwischen Israel und den Amoritern herrschte Frieden." Bibel, 1. Samuel 7,14c

Entdeckt

Es gibt da eine überraschende Notiz in der Bibel: Es wird berichtet, dass Israel mit den Amoritern in Frieden zusammen lebte. Damit sind Kanaanäer gemeint. Diese Aussage weicht von anderen Bibelstellen ab, nach denen Gott von Israel verlangte, die Bevölkerung Kanaans auszurotten (zum Beispiel Bibel: 5. Mose 7,1-4). Wie ist dieser Wiederspruch zu verstehen? Im Zusammenhang mit dem Bussgottesdienst in Mizpa, wie er in der Bibel in 1. Samuel 7 beschrieben wird, entledigte sich Israel zwar der kanaanäischen Götterbilder in den eigenen Reihen, aber vertrieb nicht die Kanaanäer und deren Glaubensausübung aus ihrem Gebiet. Vermutlich waren sie dazu gar nicht in der Lage gewesen. Es gab wohl so etwas wie eine Pattsituation. Oder beide Stammesverbände hatten in den Philistern einen gemeinsamen Feind. 

Ich verstehe diese Situation so: Es geht nicht darum, Menschen anderer Religionen zu vertreiben, sondern darum, am eigenen Glauben in einem multireligiösen Umfeld festzuhalten. Auf heute übertragen würde das heissen, in Frieden mit den Muslimen bei uns zusammenzuleben und zugleich allein an Christus als Begründer unseres Glaubens festzuhalten. Wenn wir sicher in unserem Glauben an Christus sind, müssen die Mitmenschen mit anderer Religionszugehörigkeit von uns Christinnen und Christen nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen werden. In Israel gab es jedenfalls eine Zeit, in der zwei unterschiedliche Religionen miteinander in Frieden zusammenleben konnten, und es scheint, dass der Gott Israels nichts dagegen gehabt hatte.

Zum Foto: Heute Sonntag feiert das Alters- und Pflegeheim Weyergut Bethanien in Wabern mit einem Fest sein 50-jähriges Bestehen. Das Weyergut wurde anfänglich von den methodistischen Bethanien-Diakonissen geführt. Bei der Einweihung war mit Bundesrat Gnägi einer der höchsten Schweizer Magistraten zugegen. Heute ist das Weyergut ein Werk der Diakonie Bethanien, nachdem es viele Jahre als selbständiges Werk geführt wurde. Auf Grund dieses besonderen Tages gibt es hier ein Foto vom zentralen Wandgemälde im Kapellenanbau des Alters- und Pflegeheims Weyergut Bethanien.

Jörg Niederer

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