Ein Zitat
"Wenn es plötzlich im Auto nach gebratenem Speck riecht Sitzheizung ausschalten!" Herkunft unbekannt
Foto: © Jörg Niederer
Entdeckt
Ich weiss, Fahrradfahrer haben keinen guten Ruf bei den Automobilist:innen. Doch was soll ich als Fussgänger von den Autofahrenden halten? Sie parkieren auf Fusswegen, halten sich nicht an Parkzeiten, blockieren private Hauszufahrten, röhren hochtourig durch die Strassen, und wenn sie nicht im Stau stehen, fahren sie zu schnell. Sie gewähren den Stadtbussen keinen Vortritt und manchmal muss ich ganz schnell wieder vom Fussgängerstreifen zurück aufs Trottoire springen, weil ein Autofahrer am Telefon hängt und darum weder Fuss noch Kopf frei hat für die Betätigung der Bremse.
Fahrradfahrende werden von Autos haarscharf überholt und dann geschnitten. Oder Autofahrende machen eine sauren Miene, weil sie am Fussgängerstreifen anhalten mussten. Wegen der Autos muss ich an lichtsignal-regulierten Strassenübergängen oft minutenlang am Fussgängerstreifen die Beine in den Asphalt treten. Zudem landen immer wieder diese plastifizierten Werbe-Visitenkarten der Autoschieber in meinem "autofreien" Briefkasten, natürlich auch dann, wenn am Briefschlitz "Werbung nein danke" steht. Ach ja, selbst die Stauzeiten gehen nicht ganz schmerzlos an mir als eingefleischtem ÖV-Benutzer vorbei. Immer wieder kommt es vor, dass der Trolleybus oder das Postauto selbst zum Opfer des Staus derjenigen wird, die allesamt allein oder maximal zu zweit in einem Van zur Arbeit oder zur Migros fahren.
Also hört mir auf mit den Radfahrer:innen. Dank ihrer sparsamen Strassenraumnutzung muss ich mich nicht noch mehr über die Unvernunft der Automobilist:innen ärgern.
Jörg Niederer
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