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Sonntag, 1. November 2026

Aus den Augen…

Ein Zitat

Glasfenster in der Kirche von Vinelz mit Kreuzigungsszene und Taufe Jesu.
Foto: © Jörg Niederer
"Haltet vor allem mit Ausdauer an der Liebe zueinander fest! Denn die Liebe deckt viele Sünden zu." Bibel: 1- Petrus 4,8

Entdeckt

"Das Ende aller Dinge ist nahe." Das war die Überzeugung des Schreibers des 1. Petrusbriefs. Es geht nicht mehr lange. Bald wird diese Zeit enden. Das Ende aller Dinge war erwünscht. Denn die damaligen Christen litten unter den ersten systematischen Verfolgungen.

Heute liegt zwar viel im Argen, aber das Ende aller Dinge scheint fern. Doch auch heute wird zugedeckt. Nicht durch die Liebe. Viel vordergründiger. Wir Menschen produzieren Abfallberge wie noch nie. Damit diese Abfallberge nicht zum Himmel stinken und nicht das Landschaftsbild stören, deckt man sie mit einer Humusschicht zu, pflanz Bäume an und manchmal richtet man darauf Park- und Spielanlagen für die Kinder ein. Oder dann kippt man den Müll einfach ins Meer. Auf Nimmerwiedersehen, so hofft man. Und täuscht sich. Gemäss Bundesamt für Umwelt gibt es in der Schweiz ungefähr 38'000 belastete Standorte. Bei ca. 4000 handelt es sich um Altlasten, die vermutlich Mensch oder Umwelt gefährden und sanierungsbedürftig sind. Die Umweltsünden der Vergangenheit melden sich zurück.

Und die Liebe? Kann sie Sünden besser zudecken als etwa Erde den Müll? Oder ist sie nur brauchbar für eine kurze Zeit, weil das Ende aller Dinge ja sowieso nahe ist?

Ich glaube, es gibt nichts, was besser mit Sünde zurecht kommt, als die Liebe. Sünde, so wie die Bibel sie versteht, ist die Aufkündigung einer Beziehung. Sünde ist Abkehr von Gott. Sünde bedeutet, auf Kosten anderer zu leben.

Die Liebe ist die grosse Gegenbewegung. Sie verbindet Menschen. Sie ermöglicht eine neue Beziehung untereinander und mit Gott. Die Liebe ist die Gegenkraft zu den allzumenschlichen Altlasten.

Jörg Niederer

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