Ein Zitat
"Ein echter Bauer ist, wenn ihm die Scholle wichtiger ist als der Traktor." Stefan M. Gergely (*1950)
Foto: © Jörg Niederer
Entdeckt
Das Grosse Moos war einst das grösste Flachmoor der Schweiz. 60 Quadratkilometer mit einer bis 4 Meter mächtigen Torflage. Dann senkte man bei den Juragewässerkorrektionen den Grundwasserspiegel massiv ab. Das Moor trocknete aus und der irreversible organische Zersetzungsprozess begann. Die fruchtbare Erde in diesem Gebiet wurde in der Folge für den Gemüseanbau genutzt. Deren schwarze Färbung entlockte meiner Mutter einst Freudenjauchzer, als wir auf Familienausflügen dem Seeland einen Besuch abstatteten.
2024 informierte die Universität Zürich darüber, dass mit dem Auffinden einer alten Karten es möglich geworden sei, die Bodenabsenkung der letzten hundert Jahre im Grossen Moos genau zu berechnen. Sie umfasst bis 2,4 Meter. Das bedeutet, dass in diesen Jahren bis 144 Kubikkilometer Erde verloren gegangen sind. Auch heute beträgt der Verlust zwischen 10 und 20 mm Boden pro Jahr. Riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2), das in der Torferde gebunden war, wurden in die Umwelt freigegeben und heizten das Klima an. Drainagen sind durch die Bodenabsenkung nicht mehr in der Lage, eine vernünftige Entwässerung zu gewährleisten. Mittlerweile erfüllen tausende Hektar Boden die Kriterien für Ackerland nicht mehr. Eine bedrohliche Situation für die Gemüsekammer der Schweiz. Auch heute geht der Bodenverlust im Grossen Moos weiter und kann selbst mit menschlichen Eingriffen nicht vollständig gestoppt werden.
Als ich vor einiger Zeit bei Täuffelen unterwegs war, wurde dort Erde entlang einer Nebenstrasse auf den Acker ausgetragen. Vielleicht eine dieser Versuche, den Bodenverlust im Grossen Moos zu kompensieren. Vielleicht haben die Erdarbeiten aber auch ganz andere Ursachen und Ziele. Jedenfalls muss etwas geschehen, damit nicht weiterer landwirtschaftlich und ökologisch genutzter unverbauter Boden entwertet wird oder gar ganz verloren geht. Der Bund will diesen Bodenverlust bis in Jahr 2050 stoppen. Mehr dazu findet man in einem Text des Bundesamts für Umwelt BAFU.
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