Sonntag, 25. Oktober 2026

Weisheit und Bildung

Ein Zitat

Terrakotta von Walter Loosli in der Kirche Maikirch mit dem Titel: Apokalypse.
Foto: © Jörg Niederer
"Denn Weisheit ist besser als Perlen, und alles, was man wünschen mag, kann ihr nicht gleichen." Bibel: Sprüche 8,11

Entdeckt

Der Schreiber des Textes stellt sich die Weisheit personifiziert vor, so wie wir uns zum Beispiel die Gerechtigkeit vorstellen als Person mit verbundenen Augen und einer Waage in der Hand. Diese Frau Weisheit lehrt die Menschen, nach weisen Entscheidungen zu streben. Daher klingt der oben wiedergegebene biblische Spruch wie eine Mahnung an die Menschheit, in jedem Fall eine gründliche Schulbildung anzustreben. Keine Frage, Bildung ist wichtig, darum wird sie auch in der PISA-Studie regelmässig gemessen.

Es geht um die Frage nach dem Wert guter Schulbildung. Bildung zur Zeit der Niederschrift dieses Satzes war nicht einfach nur Schule. Bildung war damals immer verbunden mit Gotteserkenntnis. Ein Mensch konnte alles wissen über Naturwissenschaft und Soziologie, über Industrie und Politik, über Landwirtschaft und Handwerk, wusste er nichts von Gott, dann galt er als unwissender Mensch. Erst wenn der Mensch alles im Licht göttlicher Führung und Leitung einordnen konnte, war er wirklich nach dem damaligen Verständnis gebildet. Bildung könnte man daher auch übersetzten mit "Gott kennen". Gotteserkenntnis oder Reichtum, was ist besser? Worauf soll ich den Sinn meines Lebens begründen: Auf Erfolg und Wohlstand, oder auf der Geborgenheit, die aus dem Wissen göttlicher Liebe erwächst?

Jörg Niederer

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