Ein Zitat
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| Foto: © Jörg Niederer |
Entdeckt
Ich bin noch eine Antwort schuldig (Siehe Beitrag vom 17. Oktober 20226!). Die Antwort auf die Frage: Welche Bedeutu
ng hat Walperswil im Grossen Moos für die Berechnung der Schweiz.
Unweit von Walperswil (BE) befindet sich ein Punkt in der Landschaft. Ein zweiter solcher Punkt liegt bei Sugiez (FR). Zwischen den beiden Punkten liegt die Basis und Grundlinie, eine 13 Kilometer lange Strecke, von der aus mittels Triangulation die Vermessung der Schweiz begonnen wurde. Vermessen wurde die Strecke dreimal. 1791, 1797 und 1834. Bei der ersten Vermessung durch Ferdinand Rudolf Hasler kam eine 1000 französische Fuss (32,4839 m) lange Stahlkette zum Einsatz. Bei der zweiten Vermessung wurde eine 7,8 m lange Eisenstange verwendet. Im Auftrag des späteren Generals Guillaume-Henri Dufour wurde 1834 ein weiteres Mal diese Strecke ausgemessen. Die Differenz zwischen den drei Messreihen betrug gerade einmal 19 cm, eine Meisterleistung angesichts des sumpfigen Terrains.
Damit man die beiden Basispunkte über grosse Distanz anpeilen konnte, wurden 14,6 Meter hohe Holzpyramiden errichtet. Dabei musste auch die Erdkrümmung beachtet werden, die auf der 13 km langen Basis 11,6 m betrug. Die Signale überragten also den Horizont noch um knapp 3 Meter. Ausgehend von dieser Basislinie zwischen Walperswil und Sugiez konnte man die genaue Fläche der Schweiz berechnen und damit die Grundlage schaffen für die berühmte Dufourkarte.
1903 ging man dann von drei anderen Basislinien bei der Vermessung der Schweiz aus. Die "Aarberger Basis", eine 2,4 km lange Strecke zwischen Aarberg und Siselen, sowie die Basen von Weinfelden und Gubiasco. Die beiden Messpunkte von Sugiez und Walperswil blieben bestehen, wurden aber zu untergeordneten Messpunkten "degradiert". Bei der auf Satellitenmessung basierenden Vermessung der Schweiz von 1995 spielten sie keine Rolle mehr.
Heute steht an der Stelle in Walperswil, an der sich dieser berühmte Messpunkt befindet, eine verkleinerte Nachbildung des einstigen Signals. Eine Informationstafel erklärt die Bedeutung dieses Ortes. Am 16. Oktober bin ich auf meiner Kapellentour im Nebel an diesem historischen Ort vorbeigekommen. Auch ohne Nebel hätte ich den anderen Punkt in Sugiez nicht sehen können. Dort steht heute kein Signalturm mehr. Und von Sugiez aus hätte man das aktuelle Signal in Walperswil auch nicht sehen können. Dieses ist zu niedrig und verschwindet hinter der Erdkrümmung.
Jörg Niederer

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